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„Unser Friedensgebet geht zu Herzen“

Monika Neidhardt ist Leiterin des Allacher KDFB-Friedensgebets, Vorstands-Teamsprecherin des Frauenbundes München-Allach und ehemalige Pfarrgemeinderätin.

30.05.2022

Die Münchner KDFB-Frau Monika Neidhardt (66) bietet seit sieben Jahren ein Friedensgebet in ihrer Pfarrgemeinde an. Zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs haben unerwartet viele Betende das Angebot genutzt.

Es bewegt mich sehr, dass kurz nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine so viele Gläubige zu unserem Friedensgebet kamen. Bis dahin waren wir eine eher überschaubare Gruppe gewesen. Doch Anfang März drängten sich rund 100 Menschen in der Kirche. Sie alle wollten ihre Sorgen und Ängste vor Gott bringen. Wir erleben jetzt, was wir nie erwartet hätten: Es ist Krieg in Europa, Gewalt hat Einzug gehalten. Wir sind fassungslos. Uns fehlen die Worte. Wir fühlen uns hilflos. Auf einmal beten wir für den Frieden in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. In Gebeten und Liedern gehen unsere Gedanken zu den Menschen im Ukraine-Krieg. Zu denen, die ihrer Heimat beraubt wurden, die ihr Leben lassen mussten. Zu denen, die sich um Angehörige sorgen, die um Verwandte und Freunde trauern und auch große Angst um ihre eigene Zukunft haben.

Schon seit sieben Jahren bietet unser KDFB-Zweigverein Allach in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in München die Möglichkeit, für den Frieden in der Welt zu beten – jeden ersten Sonntag im Monat um 19 Uhr. Ich bin die Leiterin unseres Friedensgebets. Vor 20 Jahren habe ich das Fernstudium in katholischer Theologie an der Domschule Würzburg absolviert, außerdem bin ich ausgebildete Wortgottesdienstleiterin. Gerne wäre ich Gemeindereferentin geworden, aber bei meinem Studienabschluss war ich leider schon zu alt dafür. Nun bin ich sehr dankbar, dass ich als Frau im Ehrenamt mit dem Allacher Friedensgebet einen weiteren Akzent zur Liturgie in unserer Pfarrei setzen darf.

Es ist mir eine wichtige Angelegenheit, dass wir Frauen im kirchlichen Raum zum Zug kommen. Deshalb unterstütze ich den Diakonat der Frau. Der „Tag der Diakonin“ im April wird bei uns in der Pfarrei immer gefeiert. Denn die Kirche muss auch ein weibliches Gesicht haben. Frauen stehen mitten im Leben, und ich finde, sie glauben und beten anders. Wenn ich zum Beispiel eine Andacht gestalte, bekomme ich oftmals positives Feedback. Viele finden, dass es einem mehr zu Herzen geht, wenn eine Frau am Altar steht.                           

Protokoll: Karin Schott

KDFB-Aktion: Frauen.Frieden.Hoffnungslicht.

Mit der Aktion Frauen.Frieden.Hoffnungslicht. möchte der KDFB ein Zeichen der Solidarität setzen und zu einem Friedensgebet einladen, das jeden Freitag um 18 Uhr gebetet werden kann – im Zweigverein, in der Familie, mit Nachbar*innen, alleine, in der Pfarrkirche oder im digitalen Raum. Zünden Sie dazu eine Kerze als Hoffnungslicht an. Als Vorlage kann das „Gebet in unsicheren Zeiten“ verwendet werden, das der KDFB Landesverband Bayern kurz nach Ausbruch des Ukraine-Krieges verfasst hat. Das Gebet findet sich unter www.frauenbund-bayern.de (im Suchfeld „Hoffnungslicht“ eingeben) oder auf der Rückseite der KDFB engagiert 2/2022.

Spendenaktion: Zudem hat der KDFB für die Menschen in der Ukraine und die Geflüchteten ein Spendenkonto eingerichtet, um die Bahnhofsmission oder das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis zu unterstützen: Katholischer Deutscher Frauenbund, Liga Bank Regensburg, IBAN: DE97 7509 0300 0202 2085 55, BIC: GENODEF1M05, Verwendungszweck „Renovabis“ oder „Bahnhofsmission“

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 160.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein.
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