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Lebensmittel gut behandeln: So klappt es!

Ei ist nicht gleich Ei: Beim Eierkauf kann man sich für Produzenten entscheiden, die männliche Küken nicht töten. Foto: StockFood /Lehmann Herbert

Die Ökotrophologin Gisela Horlemann leitet die Abteilung Ernährung beim VerbraucherService Bayern. Sie gibt Tipps für Einkauf und Resteverwertung:

 

Tierfreundlich einkaufen

Lebensmittel werden mühsam erzeugt. Wer sie wertschätzt, sollte ihnen einen angemessenen Preis zukommen lassen. Kaufen Sie höherwertige Lebensmittel, bevorzugen Sie Fleisch, Milch und Eier aus Betrieben, die auf das Tierwohl achten. Folgende Labels geben Orientierung:

  • Die einheitliche Haltungsform-Kennzeichnung für Frischfleisch informiert übersichtlich darüber, unter welchen Bedingungen das Tier, dessen Fleisch verpackt im Kühlregal ausliegt, gemästet wurde. Sie können zwischen vier Stufen wählen: 1 – Stallhaltung, 2 – Stallhaltung plus, 3 – Außenklima, 4 – Premium. Die Stufen 3 und 4 kennzeichnen eine Aufzucht, die Tieren mehr Platz im Stall, regelmäßigen Auslauf und ein besseres Futter gönnt. Stufe 4 entspricht Bio-Qualität. Mehr Informationen gibt es auf www.haltungsform.de
  •  In der Geflügelzucht von Legehennen werden Hähne nicht gebraucht, weil sie keine Eier legen. Deswegen werden in den meisten Betrieben die männlichen Küken nach dem Schlüpfen getötet – rund 40 Millionen sind es jedes Jahr. Wenn Sie diese unethische Praxis durch Ihren Eierkauf nicht unterstützen wollen, wählen Sie Eier, die zum Beispiel als Bruderhahn-Eier, Haehnlein oder Basic Bruderherz Initiative gekennzeichnet sind.
  • Milch von Kühen, die auf der Weide grasen, hat eine bessere Qualität als die von Stallkühen. Doch der Begriff Weidemilch sagt wenig aus, denn er ist nicht geschützt. Die Bezeichnung Heumilch hingegen garantiert, dass die Kühe im Sommer auf der Weide sind und im Winter mit Heu statt mit Silage gefüttert werden.
  • Auch das Label Pro Weideland ist eine gute Orientierung. Die so gekennzeichnete Milch stammt von Kühen, die mindestens 120 Tage im Jahr jeweils sechs Stunden auf der Weide grasen. 

 

Pfiffige Ideen für Gemüsereste

  •  Für kleine Haushalte ist es manchmal schwer, die richtige Menge zu kaufen. So kann ein ganzer Salatkopf schon zu viel sein. Da hilft es, aus Salatresten, die man nicht mehr roh essen möchte, eine Suppe zu kochen oder Salatblätter als Beilage zu dünsten. Feldsalat kann zu einem Pesto verarbeitet werden.
  • Werfen Sie welkes Gemüse nicht weg, tauchen Sie es ins kalte Wasser. Sie werden überrascht sein, wie knackig es wird. Bei Salat oder Kräutern reichen zehn Minuten. Radieschen, Karotten oder Zucchini mehrere Stunden in einer Schüssel Wasser in den Kühlschrank stellen.
  • Aus Gemüseresten lassen sich köstliche Mahlzeiten zubereiten. Man kann einen bunten Eintopf daraus machen. Schnell zubereitet ist auch ein Curry. Mit Thaipaste abgerundet, schmeckt es wunderbar indisch, und niemand denkt an Resteverwertung. Mit der „Beste-Reste-App“ des Ernährungsministeriums lassen sich viele Rezepte finden. Mehr unter www.zugutfürdietonne.de

 

Praktische Tiefkühlpäckchen

Wenn Sie mal zu viele Nüsse gekauft haben, frieren Sie sie ein. Das geht auch mit Milch, Sahne oder Hartkäse. Milch und Sahne können portionsweise in gängigen Behältern oder auch im Eiswürfelbehälter eingefroren werden. Gefrorene Sahnewürfel lassen sich gut beim Kochen verwenden. Gefrorene Milch im Kühlschrank auftauen, danach gut umrühren und zeitnah aufbrauchen. Schneiden Sie Käse vor dem Einfrieren in kleinere Portionen, die sich nach und nach aufbrauchen lassen. Sie können ihn auch gerieben einfrieren und nachher zum Überbacken von Ofengerichten oder für Pasta verwenden.   

 

zusammengestellt von: Maria Sileny
aus: engagiert 2/2021

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