KDFB

Wir halten zusammen!

Auch wenn persönliche Kontakte nur eingeschränkt möglich sind, viele Frauenbundfrauen machen das Beste daraus. Foto: mauritius images/Westend61/Pete Muller

Das Corona-Virus hat die Welt weiterhin im Griff. Auch das Verbandsleben im Frauenbund hat sich grundlegend verändert. Wie schaffen es KDFB-Frauen trotzdem, Zusammenhalt und Gemeinsamkeit zu spüren?                                                      

 

Kein Weiberfasching, keine Ausflüge, keine Adventsfeier, ja überhaupt keine gemeinsamen Treffen und Veranstaltungen – vieles im Frauenbund fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Aber: Frauensolidarität lässt sich nicht verbieten, Frauenbundfrauen bringen trotz Corona-Lockdown einiges in Bewegung!

Zweigvereine suchen nach Wegen, das Gemeinschaftsgefühl auch in der Krise aufrechtzuerhalten. Glücklicherweise gehören Kirchen zu den Räumen, in denen Gemeinsamkeit noch aktiv gelebt werden kann. In Kirchen ist es weiterhin möglich, Gottesdienste und Andachten zu feiern, im Gebet Verbundenheit zu spüren, sich zu sehen und miteinander zu reden – unter Einhaltung der Abstandsregeln, versteht sich.

Eine weitere wichtige Möglichkeit für den Austausch bietet die digitale Welt. Besprechungen in Videokonferenzen und virtuelle Treffen wie zum Beispiel die digitale Kaffeepause auf dem Synodalen Weg des KDFB Bundesverbandes. Aber der Frauenbund ist auch „offline“ kreativ und erstaunt mit unzähligen Ideen und Aktionen, die Gemeinschaft ermöglichen. Hier eine Auswahl zum Ausprobieren:

 

Corona-Decke

 

Viele Sorgen sind miteingestrickt und eingenäht – in der Corona-Decke des Zweigvereines Herzogenaurach in der Diözese Bamberg. Aus gestrickten, gehäkelten oder genähten Quadraten (20 mal 20 Zentimeter) haben KDFB-Frauen gemeinsam eine Decke angefertigt – aus Stoff oder Wolle, die jede zu Hause hatte. Farben und Muster wurden je nach Vorliebe ausgewählt. Um das Virus auszubremsen, diente der Briefkasten des Pfarrbüros als Sammelstelle für die Quadrate. Die so entstandene Decke soll in Zukunft als Symbol der schweren Corona-Zeiten bei Andachten und Messen auf dem Altar ausliegen und daran erinnern: Der Frauenbund ist eine starke Gemeinschaft und bringt Licht in finstere Momente!

 

Andacht in der Tüte

 

Im ersten Corona-Lockdown hatte der Zweigverein Unlingen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eine verbindende Idee: die Andacht in der Tüte. Benötigt wird eine (farbige) DIN-A4-Seite, die beidseitig mit schönen Texten, einem Lied und einem Segensgebet bedruckt wird. In durchsichtigen Papiertüten, die mit einer Schleife oder einem Band versehen sind, kann die „Andacht in der Tüte“ zum Beispiel an eine Türklinke gehängt werden. Auch eine kleine Bastelei oder eine Süßigkeit finden in der Tüte Platz! Beim Austragen der Tüten kann sich zudem ein Schwatz über den Gartenzaun ergeben. Noch ein Tipp: Die „Andacht in der Tüte“ könnte auch ein Gruß an Frauen sein, die aus gesundheitlichen Gründen nicht zur gemeinsamen Andacht in die Kirche kommen können. So ist es ihnen möglich, zeitgleich zu Hause zu beten und die gemeinsame Verbundenheit zu spüren.

 

Muttertagsaktion

 

In Vor-Corona-Zeiten wurde beim Zweigverein Iggensbach in der Diözese Passau der Muttertag im Pfarrheim groß gefeiert – mit einem Muttertagskaffee und einem bunten Rahmenprogramm. Das war im vergangenen Jahr aber nicht möglich. Christine Jocham und ihre Kolleginnen vom Vorstandsteam führten deshalb eine Muttertagsaktion des KDFB-Senior*innenclubs ein: Jede Mitgliedsfrau ab 70 Jahren bekam ein Muttertagspräsent mit einer kleinen Flasche Sekt, einem Spruch und einem Duftsäckchen nach Hause geliefert. In diesem Jahr plant der Zweigverein wieder eine Aktion zum Muttertag am 9. Mai – die Zusammenstellung des Päckchens ist noch geheim. Auch andere Zweigvereine kreierten Ideen zum Muttertag: So überbrachte der KDFB in Pirk in der Diözese Regensburg allen Mitgliedsfrauen einen Blumengruß.

 

KDFB engagiert verbindet

 

Der Zweigverein Landsberg in der Diözese Augsburg nutzt die KDFB engagiert, um Kontakt zu den Mitgliedern zu halten. Die dortigen Frauenbundfrauen legen der Zeitschrift ein nettes Begleitschreiben und eine kleine Überraschung bei. Mal ist es ein aus Papier gefalteter Vogel mit Bastelanleitung oder eine Vorlage für ein Mandala, mal eine Geschichte zum Nachdenken oder ein aufbauendes Gebet.

Mit einer Extrabeilage in der Verbandszeitschrift hat auch Marianne Maier, Teamsprecherin des Zweigvereins Neumarkt in der Diözese Eichstätt, sehr gute Erfahrungen gemacht. Seit Mai 2020 legt sie für ihre 295 Mitglieder jeder KDFB engagiert-Ausgabe ein beidseitig bedrucktes Blatt dazu, mit aktuellen Themen, Informationen aus dem Zweigverein, Gottesdienst-Terminen und einem spirituellen Impuls. „Die Resonanz ist sehr positiv, da über die neue Beilage der Kontakt zum Frauenbund lebendig bleibt“, so Marianne Maier. „Auch jenen Frauen, die das Internet noch nicht nutzen, soll das Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt werden!“

 

KDFB digital

 

Im KDFB werden digitale Kaffeepausen und Konferenzen, Webinare und andere Online-Veranstaltungen angeboten – mit großem Erfolg. Mechthild Driessen, Geschäftsführerin des Diözesanverbandes Rottenburg-Stuttgart, hat eine interkulturelle After-Work-Begegnung für Frauen zum Thema „Kreativ den Glauben leben in Corona-Zeiten“ angeboten und erzählt: „Auch in diesem Online-Format sind beim Austausch der muslimischen und christlichen Frauen Nähe und Tiefe entstanden. Das Spiel auf der Ney-Flöte hat besonders berührt. Wir waren positiv überrascht.“

Auch Referentinnen verschiedener Diözesanverbände wie München-Freising, Passau, Augsburg und Regensburg freuen sich darüber, dass Online-Angebote in Corona-Zeiten gut ankommen. Zwar vermissen sie den persönlichen Kontakt zu den Teilnehmerinnen, doch digitale Kommunikationsformen bringen auch Vorteile, zum Beispiel sparen sie Anfahrtswege und damit auch Zeit.

 

Geplant: Handypatenschaften für ältere Mitglieder

 

Ille Prockl-Pfeiffer vom Vorstandsteam des Zweigvereins Herzogenaurach versucht, auf allen Ebenen Mitglieder zu erreichen und einzubinden. Während des ersten Lockdowns schrieb sie zu Ostern allen 150 Mitgliedern handschriftlich eine Karte. „Als kleines Zeichen: Wir denken an Euch! Denn bei uns gibt es eine beträchtliche Anzahl an Frauen, die nicht über moderne Medien zu erreichen sind“, sagt die 74-Jährige, die auch Mitglied im Kompetenzforum „Wirtschaft und Arbeitswelt“ des KDFB Landesverband Bayern ist.

Die Sozialpädagogin sieht im Digitalen viele Möglichkeiten für KDFB-Frauen, gerade auch für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kommen können. „An unserer Maiandacht und den spirituellen Impulsen unserer geistlichen Beirätin per WhatsApp könnten wir Interessierte über das Smartphone teilnehmen lassen. Doch manche Frauen fragen nicht von sich aus nach Technik.“ Deshalb plant Ille Prockl-Pfeiffer Handy-Patenschaften in Anlehnung an ein Projekt des Regensburger Diözesanverbandes: „Wir müssen unseren älteren Mitgliedern eine Chance bieten, sich mit den neuen Medien vertraut zu machen. Das wird in den nächsten Jahren unsere Aufgabe sein.“

Die 67-jährige pensionierte Lehrerin Anna Asbach, Vorsitzende des Zweigvereins Eichstätt, hat vor Kurzem an ihrer ersten Videokonferenz zum Weltgebetstag teilgenommen und ist begeistert: „Meine Tochter hat mir alles gezeigt. Ich finde die digitalen Möglichkeiten sehr praktisch und habe gleich noch zwei ältere Damen überredet, sich auch von ihren Kindern einarbeiten zu lassen. Sie waren überrascht, wie einfach man teilnehmen kann.“

 

 

Weitere Ideen:

 

  • Der Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart sammelt in einer digitalen Ideen-Tauschbörse Best-Practice-Beispiele für die Zweigvereinsarbeit wie Stationenwege mit spirituellen Impulsen, Sonnenaufgangswanderungen oder Vorlagen für Frauengottesdienste: www.kdfb-drs.de/ wir-bewegen/tauschboerse-fuer-zweigvereine/
  • Auf der Homepage des Landesverbands Bayern finden sich unter www.frauenbund-bayern.de unter dem Suchbegriff „frauenbundhilft“ viele Ideen wie zum Beispiel der Friedensgruß in der Gebärdensprache, Maiandacht daheim oder die Verleih-Aktion „Fliegende Bücher“. Zudem stehen unter dem Suchbegriff „Advent und Weihnachten im Frauenbund“ viele Ideen aus den KDFB-Zweigvereinen zur Verfügung. Unter der Hashtagaktion #frauenbundhilft macht der KDFB sein Engagement vor Ort während der Corona-Krise sichtbar.

 

Autorin: Karin Schott
aus: KDFB engagiert 2/21