KDFB

„Ich bin froh über das Engagement“

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) Foto: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales/Marcus Merk

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nimmt im Interview zur Entwicklung des Netzwerks Familienpaten Bayern Stellung.


KDFB engagiert: Frau Ministerin, was ist Ihrer Ansicht nach der größte Erfolg dieses Projekts?

Carolina Trautner: Familien haben zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen und können in schwierige Situationen geraten. Es ist nicht immer leicht, aus dieser Lage wieder herauszukommen. Hier setzt das Netzwerk Familienpaten Bayern an. Es bietet wirksame Hilfen im Alltag. Ehrenamtliche Familienpaten sorgen dafür, dass aus einer vorübergehenden Belastung keine bleibende Familienkrise wird. Entscheidend ist dabei die Hilfe zur Selbsthilfe. Aber am Anfang braucht es eben oft diesen Anstoß von außen. Den liefern die ehrenamtlichen Familienpaten mit Herz und Hand. Darin liegt die größte Stärke des Projekts.  

KDFB engagiert: Wie beurteilen Sie die Stellung des Projekts im „Familienland Bayern“?

Carolina Trautner: Das Netzwerk hat sich mittlerweile fest in der sozialen Landschaft in Bayern etabliert. Es schlägt eine Brücke zwischen dem Ehrenamt und der Familienhilfe. Es stärkt genau das, was das „Familienland Bayern“ ausmacht: eine familienfreundliche Gesellschaft. Denn Familien sind unser stärkstes Netz – ein Leben lang. Die Familie ist das Erste, was wir haben. Indem wir sie stärken, sorgen wir für eine gute Zukunft der ganzen Gesellschaft. Familien verbinden die Generationen miteinander. Wenn Eltern ihren Kindern ein Gefühl für Verantwortung und Gemeinschaft vermitteln, verinnerlichen und beherzigen die Kinder diese Werte. Uns ist es daher sehr wichtig, die Familien zu stärken, sei es mit dem Bayerischen Familiengeld, einer guten Kindertagesbetreuung oder dem Netzwerk Familienpaten Bayern.
 
KDFB engagiert: Hätten Sie sich selbst in einer Familienphase solch ein Angebot gewünscht?

Carolina Trautner: In einer schwierigen Familienphase tut unkomplizierter Rat gut. Jede Familie braucht manchmal Hilfe, von Großeltern, Freunden oder eben ehrenamtlichen Familienpaten. Ich schätze ihre Arbeit sehr. Sie sind bestens geschult und stehen Familien mit hilfreichen Tipps zur Seite. Ich bin froh über das Engagement der Familienpaten und wünsche ihnen, dass viele Familien ihre unbürokratische Hilfe annehmen.

KDFB engagiert: Wie sehen Sie die Zukunft des Projekts? Was gibt es noch zu verwirklichen? Wie kann man am besten weitere Ehrenamtliche für das Projekt gewinnen?
 
Carolina Trautner: Wir sehen tagtäglich, was Familien alles meistern, wenn sie zusammenhalten. Die ehrenamtlichen Familienpaten tragen zu diesem Zusammenhalt bei. Wir brauchen sie! Und wer sich freiwillig engagiert, kennt das erfüllende Gefühl, Menschen zu helfen. Beim Ehrenamt entstehen auch viele Freundschaften. Familienpaten sind die besten Vorbilder, die unsere Gesellschaft haben kann. Ich bin daher zuversichtlich, dass wir das Netzwerk Familienpaten Bayern in Zukunft noch weiter ausbauen können.

Interview: Eva-Maria Gras
aus: KDFB engagiert 7/2020

 

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