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Wofür habe ich gekämpft? Schreibtipps von Dagmar Wagner

Dagmar Wager, Foto: privat

Die Autorin und Dokumentarfilmerin Dagmar Wagner schreibt Privat- und Unternehmensbiografien und produziert Bücher oder Filme dazu. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem 2013 den „6. Deutschen Biographiepreis für Privatbiographie“. Außerdem hält die angehende Gerontologin Vorträge zum Thema Älterwerden (www.aelterwerden.net). Die Autorin hat folgende Tipps, um sich der eigenen Biografie zu nähern:

 

 

 

  •  Los geht es mit einer „Zettelwirtschaft“: Nehmen Sie sich 20 oder 30 Minuten Zeit, und schreiben Sie Gedanken zu Ihrem Leben, Erinnerungen oder wichtige Stationen auf einzelne Zettel. Wenn man sich die Zettel in ihrer Gesamtheit ansieht, wird man schnell feststellen, dass sie sich gruppieren lassen zu verschiedenen Themen wie Familie, Freundschaft, Berufswechsel oder Umzug. Theoretisch reichen 20 Minuten, um zu sehen, was einen am meisten am eigenen Leben interessiert.
  • Aller Anfang ist schwer: Als Anregung für alle, die nicht wissen, wie sie mit einer selbst geschriebenen Biografie beginnen sollen, eignet sich die Frage: Hat das Schicksal oder habe ich selbst über mein Leben bestimmt? Bin ich eigentlich die eigene Herr*in meines Lebens oder nicht? Eine wunderbare Fragestellung, anhand der Sie schon Ihre eigene Biografie schreiben können!
  • Wichtig ist der Erkenntnisgewinn: Wenn jemand nur einen Lebenslauf mit den wichtigen Daten verfasst, wird das beim Lesen und beim Schreiben keine neuen Einsichten bringen. Es geht letztlich darum, dass mich die Reise in meine Biografie zu einer Erkenntnis führt. Deshalb ist es mir in den Interviews mit meinen Kund*innen wichtig, dass folgende Fragen beantwortet werden: Wofür habe ich gekämpft? Wo habe ich mich herausgefordert? Was fiel mir schwer? Welche Hürden habe ich genommen? Was habe ich alles geschafft?
  • Für Biografiearbeit ist man nie zu jung: Auch für jüngere Menschen ist eine Biografie spannend, mit folgenden Fragen: Was hat mich geprägt? Wie bin ich zu dem Menschen geworden, der ich bin? Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, auch in jüngeren Jahren, ist hilfreich, um sich selbst besser zu verstehen und Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.

 

 

Autorin: Karin Schott
aus: KDFB engagiert 4/2021

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