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Mit kreativen Ideen der eigenen Biografie auf der Spur

Erinnerungen auszutauschen bringt die Generationen näher zusammen. Foto: mauritius images/Westend61/Uwe Umstätter

 

 

 

Mit den folgenden Tipps ist es nicht schwer, einen Anfang zu finden, bei der Beschäftigung mit dem eigenen Leben. So findet jede eine Methode, die sie anspricht:

 

 

 

 

Kreativ-Impuls

Zauberformel „Ich erinnere mich…“

 

  • ­Schließen Sie die Augen, konzentrieren Sie sich auf eine bestimmte Räumlichkeit Ihrer Kindheit und murmeln Sie dann die Zauberformel „Ich erinnere mich…“
  • Diktieren Sie in ein Diktiergerät einen Satz nach dem anderen. Hören Sie erst auf, wenn Sie erschöpft sind und die Erinnerungen an Prägnanz verlieren.
  • Schreiben Sie die Diktate später ab und legen Sie ein Archiv erinnerter Details an.
  • Ergänzen Sie die Details durch Fotos oder anderes Bildmaterial aus Ihrer Kindheit.
  • Legen Sie in unregelmäßigen Abständen immer wieder „Erinnerungstage“ ein, an denen Sie sich ganz auf diese Erinnerungsarbeit konzentrieren.

 

Aus: Hanns-Josef Ortheil: Schreiben über mich selbst.
Spielformen des autobiografischen Schreibens, Duden, 2018, 14,95 Euro.

 

TIPP: Probieren Sie die Zauberformel auch bei anderen Themen aus, wie zum Beispiel „Ich erinnere mich an meine Mutter, an meinen Vater, an meine Geschwister, an mein erstes Haustier, an meine Schulfreundin etc.“                    

 

 

 

Kreativ-Impuls

Lebensbuch gestalten

 

Erinnerungen lassen sich in einem Lebensbuch sammeln, in das Sie direkt hineinschreiben und zum Beispiel Fotos dazukleben oder etwas hineinmalen. Das Lebensbuch kann auch aus einzelnen Seiten bestehen, die dann in einem Ordner gesammelt werden. So können neu aufgeschriebene Erinnerungen dazwischengeheftet werden. Ein weiterer Tipp: Legen Sie auf dem Computer die Datei „Biografie“ an. Versuchen Sie jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester zumindest eine halbe DIN-A4-Seite mit den wichtigsten Ereignissen des Jahres festzuhalten. So wächst Ihre Biografie mit wenig Zeitaufwand. Wer etwas mehr Muße hat, kann das Jahr auch in einem Fotobuch festhalten. Oder wenigstens jedes Jahr ein Foto von sich in einen Ordner oder ein Buch kleben und ein paar Zeilen dazu schreiben. So entsteht über die Jahre mit geringem Aufwand auch eine Art Lebensbuch. Zudem ein guter Tipp für junge Mütter mit wenig Zeit, die das Projekt mit der Geburt ihres Kindes starten könnten. Für den Rückblick könnten Kreative ein Bild malen oder eine Collage erstellen mit den wichtigsten Momenten des Jahres und diese in einer großen Kunstmappe sammeln. Beim Durchblättern werden nach Jahren die Erinnerungen immer wieder aufleben.     

 

 

Kreativ-Impuls

Meilensteine des Lebens

 

Teilen Sie Ihr Leben in acht Abschnitte ein. Egal, wie alt Sie jetzt sind, Sie befinden sich gerade in der achten Lebensphase. Trennlinien zwischen den Abschnitten sind Ereignisse, nach denen das Leben nicht mehr so war wie vorher, wie zum Beispiel Schul- oder Berufseintritt, Hochzeit, das erste Kind. Wenn Sie die acht Lebensphasen bestimmt haben, dann schreiben Sie über jeden Abschnitt 15 Minuten. So erhalten Sie in kurzer Zeit einen Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine Ihres Lebens.

 

Gertrud Ströbele, angelehnt an die Idee „Lebensrad“ von Ruthmarijke Smeding

 

 

Kreativ-Impuls

Den Schreibmuskeltrainieren

 

Tipps zum kreativen Schreiben über das eigene Leben gibt Filmregisseurin und Schreibtrainerin Doris Dörrie in ihrem Buch „Leben. Schreiben. Atmen. Eine Einladung zum Schreiben“ (Diogenes, 2019, 18 Euro). Sie empfiehlt, mit kleinen Einheiten anzufangen: „Der Schreibmuskel ist ein Muskel, der verkümmert, wenn man ihn nicht trainiert. Zehn Minuten sind immer zu schaffen, da greift die Ausrede nicht, man habe keine Zeit.“ Wem seine Erinnerungen zu traurig sind, der sollte den „alten Trick“ anwenden, in der dritten Person zu schreiben: „Das macht es oft leichter, manchmal kann man sogar ehrlicher sein als in der ersten Person.“

 

 

KDFB aktiv

Erzählcafés

 

Im Frauenbund sind Erzählcafés oder Erzählsalons beliebt. Diese Erzählrunden bieten die Möglichkeit, Menschen aus verschiedenen Lebenssituationen, Generationen und Kulturen zusammenzubringen. Im KDFB-Diözesanverband Passau ist das Erzählcafé „Langes Fädchen – faules Mädchen“ zum Thema Handarbeiten sehr erfolgreich: Jede kann eine Handarbeit mitbringen, die für sie eine besondere Bedeutung hat, und ihre Erinnerungen dazu erzählen. Weitere Beispiele: Der KDFB-Diözesanverband in Speyer bot zur Aktion „für mich. für dich. fürs Klima“ 2020 digitale Erzählcafés an. In Vor-Corona-Zeiten 2019 bot der KDFB-Zweigverein Lauchheim ein Erzählcafé mit geflüchteten Menschen an. Erzählstoff gibt es genug, wie zum Beispiel Ostern oder Weihnachten gestern und heute, Lieblingsgerichte der Kindheit, Lieder und Musik der Jugendzeit, Leben auf dem Bauernhof früher und heute.

 

Autorin: Karin Schott
aus: KDFB engagiert 4/2021

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