KDFB

Gewalt an Mädchen ist ein Verbrechen

KDFB Vizepräsidentin Sabine Slawik Foto: Angelika Bardehle

DESHALB STEHE ICH HINTER DER KDFB-POSITION

Sabine Slawik, KDFB-Vizepräsidentin, bezieht Stellung zur Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen:

 

„Weibliche Genitalverstümmelung ist eine tiefe Verletzung der Menschenrechte und Missachtung der Würde von Mädchen und Frauen. Kleine Mädchen und weibliche Jugendliche werden stündlich zu Opfern, weil es die Tradition eines arabisch-islamischen Kulturraumes seit Jahrtausenden so verlangt. Gemeint ist: weil Männer eine beschnittene Frau wollen und damit ihre Macht demonstrieren. Frauen müssen dieser Tradition folgen. Für sie ist es unvorstellbar, dass es anders sein könnte. Sie haben gelernt, dass ein Mädchen erst durch die schmerzhafte und gewaltvolle Beschneidung zu einer vollwertigen Frau wird. Frauen haben nur dann einen Wert, wenn sie jungfräulich in die Ehe gehen. Damit ist ihnen eine gesicherte Zukunft gewährleistet. Die vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Folgen des Eingriffs müssen dabei ertragen werden.

Der Frauenbund setzt sich dafür ein, dass Frauen weltweit ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches (Sexual-)Leben führen können – ohne Gewalt und ohne Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Frauen sind keine Objekte, über die eine andere Person bestimmen kann. Deshalb ist Aufklärung über weibliche Beschneidungen dringend notwendig: bei Männern und Frauen, Stammesfürsten und Politikern, in Familien und Schulen. Es muss überall verstanden werden, dass Gewalt an Mädchen und Frauen ein Verbrechen ist.

Wir meinen: Genitalverstümmelung ist ein nicht wiedergutzumachendes Verbrechen und muss als geschlechterspezifische Verfolgung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ohne Abstriche als Asylgrund anerkannt werden. Unsere Solidarität ist gefragt. Deshalb setzen wir uns ausdrücklich für die weltweite Beendigung weiblicher Genitalverstümmelung ein.“

 

Autorin: Ute Hücker
aus: KDFB engagiert 5/2021

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