KDFB

Mehr aus der Leitung trinken!

Foto: AdobeStock/Juri

Leitungswasser ist gesund und viel günstiger und umweltfreundlicher als Wasser aus Plastikflaschen. Grund genug findet die Bayerische Landfrauenvereinigung  im KDFB, den Wasserhahn aufzudrehen, statt Flaschen zu schleppen.

 

Wer Leitungswasser trinkt, spart Geld, Energie und unnötige Verpackungen“, ist Bundesumweltministerin Svenja Schulze überzeugt. Ihr Ministerium fördert das Trinkwasser aus der Leitung über das bundesweite Projekt „Wasserwende – Trinkwasser ist Klimaschutz“. Ziel ist der Umstieg von Flaschen- auf Trinkwasser aus der Leitung, um die CO2-Belastung und den Plastikmüll zu verringern, teilt das Umweltministerium mit.

Müll zu reduzieren ist auch dringend nötig, denn seit den 1970er-Jahren hat sich der Flaschenwasserkonsum in Deutschland mehr als verzehnfacht. Die Deutsche Umwelthilfe gibt an, dass die derzeit in einem Jahr verbrauchten Einweg-Plastikflaschen aneinandergereiht die Erde 135-mal umrunden würden. Mit der verwendeten Menge an Rohstoffen – nämlich Rohöl und Erdgaskondensaten – ließen sich fast 400000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizen. Hinzu kommt: Die Herstellung von Mineralwasser verbraucht Ressourcen und Energie, außerdem setzt der Transport mit Lkws Mikroplastik durch den Reifenabrieb frei. Auch Wasser in Glasflaschen schneidet nicht wesentlich umweltfreundlicher ab. Die Herstellung und der Transport von Flaschenwasser verursacht hierzulande eineinhalbmal so viel CO2-Emissionen wie der innerdeutsche Flugverkehr, rechnet eine Studie von 2020 vor.

 

Ressourcen sparen mit der „Wasserwende“

 

Das vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt „Wasserwende – Trinkwasser ist Klimaschutz“ wird getragen von dem gemeinnützigen Verein „a tip: tap“ in Berlin. Der englische Vereinsname bedeutet auf Deutsch so viel wie: „Ein Tipp: Leitungswasser“. Der Verein setzt sich bundesweit für eine „Wasserwende“ ein, um Ressourcen zu schonen. Mit Aktionen gehen die Vereinsmitglieder in Städten und ländlichen Regionen an die Öffentlichkeit und helfen, Trinkbrunnen im öffentlichen Raum einzurichten, zum Beispiel an Wander- und Radwegen. Der Verein berät und motiviert Privatpersonen, Bildungs- und soziale Einrichtungen, Vereine, Unternehmen, Institutionen und Kommunen.

Es lohnt sich, mehr Trinkwasser aus der Leitung zu konsumieren. Denn im Vergleich zu Mineralwasser ist es sehr preiswert. Der Liter Leitungswasser kostet laut Statistischem Bundesamt etwa 0,2 Cent. Im internationalen Vergleich ist deutsches Leitungswasser teuer. Ein Grund sind die strengen gesetzlichen Regelungen der Trinkwasserverordnung. In Deutschland ist Trinkwasser aus der Leitung das am stärksten kontrollierte Lebensmittel. Es unterliegt sogar strengeren Qualitätskriterien als Mineralwasser aus dem Supermarkt.

Seit Kurzem liegt die neue EU-Trinkwasserrichtlinie vor. Sie soll für noch bessere Wasserqualität und leichteren Zugang zu kostenfreiem Leitungswasser sorgen. Künftig soll das Trinkwasser auch auf Stoffe wie Hormone, Arzneimittel und Mikroplastik untersucht werden.

 

Geschmacklich aufpeppen mit Beeren oder Zitrone

 

Leitungswasser muss nicht fad schmecken. Um es geschmacklich aufzupeppen, hat Maria Kondra, regionale Koordinatorin des Vereins „a tip: tap“ aus Karlsruhe, einen Tipp parat: Geben Sie Kräuter, Beeren, Zitronen-, Ingwer- oder Gurkenscheiben zum Wasser. Oder Sie bringen Leitungswasser zum Prickeln. Das lässt sich ganz einfach mit folgender Brausemischung erreichen: Mischen Sie 1,5 Teelöffel Zitronensäure, einen Teelöffel Natron und zwei bis vier Teelöffel Zucker oder Birkenzucker, und geben Sie nach Belieben etwas davon in ein Glas Leitungswasser.

 

Barbara Meier de Florez

 

Seminar

„Wasser für alle“

Mit dem Menschenrecht auf Wasser, Trinkwasserqualität und der kommunalen Wasserversorgung in Deutschland befasst sich ein Seminar der Landfrauenvereinigung des KDFB auf Bundesebene. Es findet am 15. und 16. März 2021 im Tagungshaus Schönenberg in Schönenberg 40 bei Ellwangen statt. Eine Anmeldung ist bei der Landfrauenvereinigung des KDFB in Köln möglich (Telefon 0221/860920) oder bei Bärbel Kräutle. E-Mail: kraeutle-lv@frauenbund.de