Zauber des Lichts
Advent und Weihnachten sind Zeiten der inneren Einkehr – dabei spielt das Licht eine besondere Rolle. Licht fasziniert Menschen zu allen Zeiten und in allen Kulturen. Im Christentum wird Jesus als das Licht der Welt bezeichnet – mit seiner Geburt an Weihnachten wird Hoffnung verbunden.
Viele kleine Lichter leuchten im dunklen verschneiten Winterwald. Der Schnee knirscht unter den Schuhen, als sich die 40 Besucherinnen der Waldweihnacht im niederbayerischen Osterhofen aus der Dunkelheit heraus den Lichtern nähern, die KDFB-Frau Hildegard Weileder-Wurm angezündet hat. „Kurz vor Weihnachten lade ich gerne mit der Waldweihnacht zu einer kleinen Auszeit ein. Die Frauen haben so eine Sehnsucht, rauszugehen und Abstand zu nehmen von dem ganzen Vorweihnachtsrummel. Sie wollen sich nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich auf Weihnachten vorbereiten“, erklärt die 66-jährige ehemalige Religionspädagogin und Gemeindereferentin.
Wichtige Themen der Waldweihnacht sind Licht und Dunkelheit. „Licht ist anziehend. Alles Lebendige wendet sich ihm zu. Licht gibt uns Orientierung, tröstet und ermutigt. Licht gibt uns Geborgenheit.“ Aber bei der vorweihnachtlichen Feier wird auch der Dunkelheit Platz eingeräumt. „Gerade im Wald kann man in der lichtüberfluteten Adventszeit noch richtige Dunkelheit erleben. Für mich gibt es zwei Seiten der Dunkelheit: Zum einen fürchtet man sich vor ihr, und im Dunklen kommen Lebensängste und Lebensbedrängnisse hoch. Zum anderen gibt die Dunkelheit uns die Möglichkeit, uns zu erholen, zu schlafen, zu träumen und schenkt uns so auch ein Stück Geborgenheit“, so die Geistliche Beirätin im KDFB-Dekanat Osterhofen. 2020 hat sie, damals noch Geistliche Beirätin des Diözesanverbands Passau, während der Corona-Pandemie zusammen mit der Passauer KDFB-Bildungsreferentin Tanja Kemper die erste Waldweihnacht für Frauenbundfrauen ins Leben gerufen. Seither hat diese schon viermal mit jeweils 20 bis 50 Teilnehmenden stattgefunden.
Bei jeder Waldweihnacht gibt es Stationen mit adventlichen Texten, Liedern und Meditationen in der Natur. Sehr berührende Momente würden bei der Dunkel-Licht-Übung entstehen: „Alle werden gebeten, sich einen Platz im Wald zu suchen, wo es richtig finster ist, ihre Lichtquelle zu löschen und sich da an die dunklen Zeiten im eigenen Leben zu erinnern – und ihren Gefühlen nachzuspüren: Wie ist es mir dabei gegangen? Was hat mir gefehlt, als alles finster um mich herum war? Vor was hatte ich Angst? Wer oder was hat mir wieder einen kleinen Lichtblick eröffnet?“, erklärt Hildegard Weileder-Wurm.
Wenn sie dann die Kerzen anzündet und mit dem Gong einer Klangschale alle aus der Finsternis zur Lichtquelle ruft, um sich untereinander auszutauschen, hat das für viele eine reinigende Wirkung. „Wir waren wirklich in der Dunkelheit, begegnen dann dem Licht und erinnern uns daran, dass für uns Christen mit der Geburt von Jesus Licht in diese Welt gekommen ist“, so die KDFB-Frau. „So wie es in einem Liedtext aus Taizé heißt: ‚Christus, Dein Licht erstrahlt auf der Erde und Du sagst uns: Auch ihr seid das Licht‘.“
Licht ist nicht nur für Christen ein wichtiges Symbol. Licht fasziniert zu allen Zeiten und in allen Kulturen. Für Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin des KDFB-Bundesverbands, ist es ein wichtiger Aspekt, dass man den Wert des Lichts in Zeiten des Lichtüberflusses wieder schätzen lernt. Eine neue Sensibilisierung für das Heilsame des Lichts, auch für die Grauzonen, die Übergänge, die Dämmerung, sogar für die Dunkelheit wäre gut. „Für die Menschen vor der Elektrifizierung gab es ja nur das Licht der Sonne oder des Mondes und beunruhigend lange Zeiten der Dunkelheit, die nur manchmal von Kerzen oder Öllampen schwach erhellt wurden. Die Erfahrung des Lichts, das die oftmals bedrohliche Dunkelheit erhellt, war somit elementar, berührte die Menschen zutiefst und verband sich schon
immer mit dem Göttlichen, Befreienden und Erlösenden. Natürliches Licht hat für uns Menschen daher einen ganz besonderen Zauber“, betont die Theologin.
Für die Menschen damals sei der Wechsel in die dunkle Jahreszeit mit Ängsten verbunden gewesen, besonders der lichtarme Dezember war eine Zeit des Mangels und der Einschränkungen: „Es ist bestimmt kein Zufall, dass der Termin unseres Weihnachtsfests von den frühen christlichen Missionaren zeitlich nah der Wintersonnenwende am 21. Dezember gewählt wurde. In einer der dunkelsten Nächte des Jahres wird Christus geboren – und mit ihm das Licht der Welt, das wachsende Licht“, erklärt Dorothee Sandherr-Klemp.
Licht spielt bei christlichen Festen eine wichtige Rolle
Das Lichtsymbol steht im Christentum für Christus. Jesus sagt von sich selbst in der Heiligen Schrift: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12). Deshalb spielt Licht bei vielen christlichen Festen eine zentrale Rolle: Das christliche Kirchenjahr beginnt nicht an Neujahr, sondern am ersten Adventssonntag, an dem die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet wird. Advent ist lateinischen Ursprungs und bedeutet auf Deutsch „Ankunft“. Die Adventszeit steht für die Erwartung der Ankunft Christi. Bis Weihnachten, dem Fest der Geburt Christi, wird als Symbol für das zunehmende Licht jeden Sonntag eine weitere Kerze auf dem Adventskranz entzündet, bis an Heiligabend der Christbaum im Lichterglanz erstrahlt und Beleuchtung die zuvor dunkle Krippe erhellt.
„Auch der Stern von Bethlehem ist ein Lichtzeichen für die Welt. Am Dreikönigstag, am 6. Januar, wird die Erscheinung des göttlichen Lichts für die Welt gefeiert: Epiphanie“, weiß Dorothee Sandherr-Klemp. Weitere christliche Feste, bei denen das Licht eine wichtige Rolle einnimmt, sind: Lichtmess am 2. Februar mit Kerzenweihe und Lichterprozession sowie die Osternacht, wenn der Sieg des Lichts über die Dunkelheit, die Auferstehung, mit einem Osterfeuer und der Osterkerze und dem Ruf „Lumen Christi“, im Lateinischen für „Christus, das Licht“, gefeiert wird. An Pfingsten erleuchten Feuerzungen als Zeichen des Heiligen Geistes, und an Allerheiligen und Allerseelen sind die Grablichter ein Symbol der Hoffnung auf das ewige Licht im Himmel.
Zudem empfindet Dorothee Sandherr-Klemp auch das Lichterfest der Heiligen Lucia, dass am 13. Dezember in nordischen Ländern gefeiert wird, als eine schöne Tradition: „Ihr Name bedeutet Licht. Lucia ist ein Frauen-Lichterfest, das auf uralte, tief verwurzelte Traditionen mit Vorstellungen von weisen Frauen als Lichtträgerinnnen verweist.“ Lucia von Syracus war eine christliche Märtyrerin, die der Überlieferung nach um 283 bis 304 im heutigen Sizilien lebte.
Licht als Hoffnungszeichen
Die Bibel ist voller Licht-Gedanken. Im Buch Genesis am Beginn des Schöpfungsberichts ist das Licht das Erste, was Gott erschuf. „Der chaotischen Finsternis setzt der Schöpfer die Energie des Lichts entgegen“, erläutert Dorothee Sandherr-Klemp. „Licht ermöglicht Leben, es löst Dunkelheit und Chaos ab, weil mit dem Licht die fundamentale Ordnung der Zeit geschaffen ist: Es wird Tag! Ausgehend von der Genesis können wir sagen: Licht ermöglicht Orientierung.“
Spannend und zugleich tröstlich findet es Dorothee Sandherr-Klemp, sich über den gern zu Weihnachten vorgetragenen Vers des Johannes-Prologs (Joh 1,5) Gedanken zu machen: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Der Evangelist Johannes würde hier Jesus mit dem alles Leben ermöglichenden Licht identifizieren, das auf die Menschen ausstrahlt und von der Finsternis nicht überwältigt werden kann. „Der Gedanke des Johannes-Evangeliums drückt aus: Durch das Wort Jesu wird es Licht. Manchmal sind wir verzagt und fühlen uns von der wachsenden Dunkelheit bedroht. Doch die Finsternis schafft es nicht, das Licht auszulöschen“, so Dorothee Sandherr-Klemp. „Das sind Mutworte, die uns helfen können, in unserer sich verdunkelnden zeitgeschichtlichen Situation, in der weltweit Menschen- und Frauenrechte bedroht sind, selbst zu einem Hoffnungslicht für andere Menschen zu werden.“
Autorin: Karin Schott
Friedenslicht aus Bethlehem
Eine Lichtspur zieht sich im Dezember durch ganz Europa: das Friedenslicht aus Bethlehem. Die Idee: Dieses Kerzenlicht soll als Botschafter des Friedens durch die Länder reisen und die Geburt Jesu verkünden. Die Aktion steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Ein Funke Mut“. Das Friedenslicht wird jedes Jahr im November von einem Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet und dann nach Wien gebracht. Von dort aus verteilen es Pfadfinder*innen in ganz Europa. Während der Weihnachtsgottesdienste werden die Kerzen am Friedenslicht angezündet. Viele Gläubige nehmen so das Friedenslicht mit nach Hause. Außerdem tragen es die Pfadfinder*innen unter anderem in Krankenhäuser und Altenheime. Weitere Informationen und Abholorte unter www.friedenslicht.de
Zum Weiterlesen
Ulrike Gentner / Tobias Zimmermann SJ: Licht in allen Dingen finden: Adventskalender mit ignatianischen Impulsen, Echter Verlag, 2025, 9,90 Euro.
Dorothee Sandherr-Klemp / Friedrich Lurz: Denn dein Licht kommt: Impulse und Andachten zum Advent, Butzon & Bercker, 2021, 5 Euro.
Donata Gries: Lass Dein Licht leuchten! Glauben schafft Resilienz – das Praxisbuch, Gütersloher Verlagshaus, 2025, 20 Euro.
Wie Licht auf Körper und Seele wirkt
Licht und Dunkelheit beeinflussen die Hormonproduktion und somit Stimmung und Gesundheit.
Im Herbst, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, sehnen sich viele nach dem Sommer zurück. In der dunklen Jahreszeit fällt es oft schwer, vor die Tür zu gehen. Die Stimmung kann schwanken – bis hin zur Winterdepression. Grund dafür ist der Mangel an Licht. „Licht wirkt tief in unsere Biologie hinein – weit über das Sehen hinaus“, sagt Manuel Spitschan, Inhaber der Professur für Chronobiologie und Gesundheit an der School of Medicine and Health der Technischen Universität München und Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Kybernetik. Er hat mit einem internationalen Expertenteam eine Public-Health-Initiative gestartet. Ziel ist es, die grundlegende Bedeutung von Licht für unsere Gesundheit bekannter zu machen – und konkrete Empfehlungen für Behörden, Schulen, Gesundheitsämter und Stadtplaner zu entwickeln. Denn Licht hat nicht nur Auswirkungen auf das Sehen, sondern auch auf Stimmung, Schlaf, geistige Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Über lichtempfindliche Zellen in der Netzhaut des Auges gelangt Licht direkt in Hirnregionen, die die innere Uhr und emotionale Zustände steuern.
„Licht wirkt auf die Psyche über zwei zentrale Mechanismen“, erklärt Berend Malchow, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen. Zum einen über die zirkadiane Uhr (lat. „circa diem“ – ungefähr ein Tag), die sogenannte innere Uhr, die den Schlaf-Wach-Rhythmus im Einklang mit dem 24-Stunden-Takt der Erdrotation reguliert. Zum anderen wirkt Licht direkt auf das emotionale Erleben: Verbindungen von der Netzhaut zu Gehirnregionen beeinflussen die Ausschüttung von Botenstoffen wie dem Glückshormon Serotonin. Ein Spaziergang bei Sonnenschein kann neue Energie geben, während ein grauer Regentag schnell auf das Gemüt schlägt.
Die innere Uhr braucht Licht
Das hat direkte Relevanz für den Alltag – denn sowohl zu wenig Licht als auch zu viel zur falschen Zeit bringen die innere Uhr aus dem Gleichgewicht. Sie steuert nahezu alle Körperprozesse: Schlaf, Stoffwechsel, Hormone, Immunabwehr – sogar die Wirkung von Medikamenten. „Die Tageszeit beeinflusst beispielsweise, wie gut eine Impfung wirkt oder wann wir bestimmte Nährstoffe optimal aufnehmen“, so Spitschan. Fehlt tagsüber Licht, sinkt die Leistungsfähigkeit, die Stimmung leidet, der Schlafrhythmus verschiebt sich. Langfristig erhöht das das Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Menschen unterscheiden sich in ihrer Lichtempfindlichkeit. Mit zunehmendem Alter wird die Linse des Auges insbesondere für blaues Licht weniger lichtdurchlässig. 40-Jährige brauchen etwa doppelt so viel Licht wie 20-Jährige, 60-Jährige sogar viermal so viel. Gleichzeitig stellt sich die innere Uhr bei älteren Menschen früher ein. Jugendliche hingegen sind biologisch im Querschnitt eher „Spätmenschen“, erklärt Spitschan.
Das zentrale Taktgeber-Signal für die innere Uhr ist Licht am Tag und Dunkelheit in der Nacht. „Viel Licht während des Tages reduziert nächtliche Schlafunterbrechungen und fördert den Tiefschlaf“, sagt Malchow. Studien zeigen: Menschen, die wenig Tageslicht bekommen – etwa im Winter oder in dunklen Räumen – leiden häufiger unter depressiven Verstimmungen. Tatsächlich sind zehn bis 15 Prozent der Deutschen im Winter von saisonalen Depressionen betroffen. Der Grund: Fehlt Tageslicht, produziert die Zirbeldrüse im Gehirn das Hormon Melatonin – im dunklen Winter auch tagsüber. Es macht müde und verlangsamt die Körperfunktionen. Tageslicht hingegen bremst den Melatonin-Ausstoß und regt die Ausschüttung des Glücksbotenstoff Serotonin an. Die Folge: Gute Laune und Aktivität. Wenn das natürliche Tageslicht fehlt – etwa in den dunklen Monaten – können Tageslichtlampen helfen. Sie strahlen besonders helles Licht (2 500–10 000 Lux) aus und werden meist morgens für 30 bis 60 Minuten genutzt. Bei saisonalen Depressionen und Schlafproblemen kann Lichttherapie helfen, die innere Uhr wieder einzupendeln und die Stimmung zu bessern. Doch Vorsicht: „Nicht jede Lampe, auf der ‚Tageslicht‘ steht, ist auch medizinisch wirksam“, warnt Spitschan. Er hat vor Kurzem einige Lampen auf dem Markt vermessen – mit ernüchterndem Ergebnis: Viele liefern zu wenig Licht oder blenden und sind ohne therapeutischen Nutzen. Sein Rat: So oft wie möglich in echtes Tageslicht gehen. „Draußen ist beim Blick in Richtung Himmel und Sonne fast das ganze Gesichtsfeld gefüllt mit Licht, so hell und homogen bekommt das keine Lampe hin.“
Licht zur richtigen Zeit
Genauso wichtig wie Licht ist die Dunkelheit. Sie ist nicht nur die Abwesenheit von Licht, sondern Voraussetzung für Regeneration und Schlaf. Erst in der Dunkelheit schüttet der Körper ausreichend Melatonin aus, das ihn auf Ruhe, Zellreparatur und Erholung vorbereitet.
Künstliches Licht – vor allem das helle, blaue Licht von LED-Leuchten und Bildschirmen – kann diesen Prozess stören. „Licht zu ungeeigneten Zeiten, insbesondere nachts, kann zu sogenannter Chronodisruption führen“, gibt Malchow zu bedenken. Die innere Uhr gerät aus dem Takt. Die möglichen Folgen: Einschlafprobleme, gestörter Schlaf, erhöhtes Risiko für Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen oder Bluthochdruck.
„Licht ist nicht nur eine Frage der Menge, sondern auch des Timings. Das richtige Licht zur richtigen Zeit ist der Schlüssel“, erklärt Chronobiologe Spitschan. Sein Tipp: drei Stunden vor dem Schlafengehen möglichst wenig helles, direktes Licht – gerade im Bad beim Zähneputzen. Stattdessen warmes, indirektes Licht und eine dunkle Schlafumgebung. „Und wenn man nachts wach wird: nicht gleich das Licht anmachen oder aufs Handy schauen – sonst signalisiert man dem Gehirn, dass der Tag beginnt.“
Lichtverschmutzung – ein unterschätztes Risiko
Besonders in Städten ist der Nachthimmel kaum noch dunkel. Straßenlaternen, Werbetafeln, Schaufensterbeleuchtung – all das trägt zur Lichtverschmutzung bei und bringt die innere Uhr aus dem Takt. Und nicht nur beim Menschen: Auch Insekten und Vögel leiden unter zu viel künstlichem Licht. Sogenannte Sternenpark-Initiativen machen seit den 1980er-Jahren darauf aufmerksam und fordern die Reduzierung nächtlicher Beleuchtung.
Autorin: Katrin Otto
Mehr Licht: Tipps für den Alltag
Helle Tage, dunkle Nächte: Tagsüber, besonders am Morgen, viel helles Licht (Tageslicht oder helle Lampen). Abends und nachts Licht dämpfen oder minimieren, vor allem blauhaltiges Licht (Bildschirme, LED-Lampen) meiden.
Regelmäßigkeit: Schlaf- und Aufstehzeiten konstant halten, auch am Wochenende.
Morgenritual: Nach dem Aufstehen kurz rausgehen oder ans Fenster setzen – zehn bis 15 Minuten helles Tageslicht helfen, die innere Uhr zu synchronisieren.
Abendruhe: Etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen Licht dimmen und Bildschirme ausschalten.
Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, besonders am Tag, stärkt den Tag-Nacht-Rhythmus. Intensive Belastung spät am Abend kann den Schlaf verschieben.
Mahlzeiten takten: Regelmäßig essen. Späte, schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafen können die innere Uhr stören.
Soziale Zeitgeber: Feste Routinen durch Arbeit, Familie oder Freizeitaktivitäten wirken als „Zeitanker“ für die innere Uhr.
Schlafumgebung: Dunkel, ruhig und kühl schlafen. Verdunkelungsvorhänge oder Schlafmaske helfen gegen nächtliches Licht.
Quelle: Manuel Spitschan, Inhaber der Professur für Chronobiologie und Gesundheit an der School of Medicine and Health der TUM

