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Alice Schwarzer – eine öffentliche Person

Alice Schwarzers neuestes Buch. Foto: KiWi

17.05.2018

„Ja, es gibt mich wirklich“, lacht Alice Schwarzer und schüttelt die Hände, die sich ihr entgegenstrecken. Groß ist der Zuspruch, den die erfolgreiche Autorin erfährt, wenn sie auf Lesereise geht.

Zum Beispiel in einem Memminger Gymnasium, wo sie im Mai 2018 das Allgäuer Literaturfestival eröffnet hat. So mancher der über 200 Besucher kann es gar nicht fassen, der prominenten Feministin persönlich gegenüberzustehen. Dass die 75-Jährige das Interesse an ihrer Person als anstrengend empfindet, gibt sie durchaus zu. „Ich bin in der Öffentlichkeit 24 Stunden von 24 im Dienst“, gesteht sie in der Zeitschrift „Emma“. Ihre Bekanntheit stützt sich neben unzähligen Fernsehauftritten wesentlich auf das Magazin, das sie vor 41 Jahren gegründet hat.

Blattmachen als Abenteuer

Von Anfang an lag der erfahrenen Journalistin daran, mit Emma eine Publikumszeitschrift für alle Frauen herauszugeben. Und immer noch empfindet Schwarzer das Blattmachen als Abenteuer – und als totale Freiheit zu denken und zu schreiben, was die Redaktion relevant findet. Dazu hat Alice Schwarzer mittlerweile über vierzig Bücher verfasst oder herausgegeben. „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ über weibliche Sexualität und das Machtverhältnis der Geschlechter erschien 1975 und machte sie zur wichtigsten Protagonistin der deutschen Frauenbewegung.

Um die Deutungshoheit über ihr spannendes Leben zu behalten, legte sie ein Erinnerungsbuch vor: „Lebenslauf“. Es beschränkt sich allerdings auf die Zeit zwischen ihrer Kindheit und der Gründung von Emma. Ein zweiter Band steht noch aus. 

Das neueste Buch heißt „Meine algerische Familie“. Darin schreibt sie über ihre Freundschaft zu Djamila und deren Fa­milie. Die algerische Journalistin musste nach dem Bürgerkrieg in den 90er-Jahren um ihr Leben bangen und emigrierte für einige Jahre nach Köln. Zusammen mit der Fotografin Bettina Flitner lässt Alice Schwarzer den Familienalltag in dem nordafrikanischen Land lebendig werden – zwischen Minirock und Verschlei­erung. 

Autorin: Eva-Maria Gras
aus: KDFB Engagiert 6/2018

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 160.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein.
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