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Wissenswertes zur Mittagsbetreuung

Zusammen spielen macht Spaß. Mittagsbetreuungen kümmern sich um Grundschulkinder, während Eltern bei der Arbeit sind. Foto: Angelika Bardehle

Der Trend zur Ganztagsschule ist ungebrochen – auch in Bayern. Gute Chancen für KDFB-Frauen, die eine Stelle in der Mittagsbetreuung anstreben, Ihnen stehen viele Möglichkeiten offen. Ab 2025 soll es sogar bundesweit einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule geben. Die Finanzierung ist allerdings noch ungeklärt.

 

Wie werde ich Mittagsbetreuer*in?

Fragen Sie bei einer Grundschule in Ihrer Nähe nach, ob Kräfte für die Mittagsbetreuung gesucht werden. Träger der Mittagsbetreuung sind häufig Kommunen, Schulverbände oder Vereine.

 

Welche Modelle der Mittagsbetreuung gibt es?

Es gibt in Bayern grundsätzlich drei Richtungen:

  • Die „klassische Variante“ der Offenen Ganztagsschule, die eine Betreuung der Kinder bis 16 Uhr vorsieht. Der Unterricht findet überwiegend am Vormittag in den einzelnen Klassen statt. Nach Wunsch besuchen die Kinder nach dem Unterricht Ganztagsangebote. Die Schule bietet an mindestens vier Wochentagen ein betreutes Mittagessen und ein verlässliches Nachmittagsangebot mit Hausaufgabenbetreuung und Freizeitaktivitäten an. Mittagsbetreuerinnen können in der Offenen Ganztagsgrundschule genauso als geeignete Personen eingestellt werden wie in der herkömmlichen Form der Mittagsbetreuung. Lediglich die Ansprechpartner*innen der Schulleitung, die sogenannten Koordinator*innen, brauchen eine gesonderte Schulung mit einem Umfang von 120 Stunden.

  • In der gebundenen Ganztagsgrundschule werden die Schüler*innen an vier Wochentagen jeweils von 8 bis etwa 16 Uhr betreut. Der Schultag ist rhythmisiert: Über den ganzen Tag hinweg wechseln sich Unterricht mit Übungs- und Lernzeiten sowie Freizeitaktivitäten mit Sport, Musik, Kunst ab. Dazu gibt es Angebote für Kinder mit Lerndefiziten oder besonderen Begabungen. Es wird ein Mittagessen gereicht. In diesem Modell können Mittagsbetreuer*innen in der Freizeitphase der Schüler zum Einsatz kommen.

  • Das sogenannte Kombimodell oder kooperatives Ganztagsmodell: Es kombiniert Ganztagsgrundschule und Hort zu einem Bildungs- und Betreuungsangebot, das bis 18 Uhr dauern kann. Es kommen nur ausgebildete Kräfte zum Einsatz. Eine neue Ausbildung – Fachkraft Grundschulkindbetreuung – wurde eigens dafür geschaffen.

Bei allen Varianten legt der Freistaat Wert auf eine gute fachliche Qualifikation der Mitarbeiter*innen durch Ausbildung und auf Fortbildungsbereitschaft.

 

Wie kann ich mich qualifizieren?

Seit 20 Jahren bietet der Frauenbund Basisschulungen und Fortbildungen für Mittagsbetreuer*innen in Bayern an. Mittlerweile würden jährlich rund 1000 Personen – überwiegend Frauen – von den Angeboten profitieren, erklärt KDFB-Projektleiterin Gertrud Ströbele.

Es gibt Basisschulungen, die über pädagogische Themen bis hin zu rechtlichen und rahmenbezogenen Fragen informieren.

In Fortbildungen werden Themen aufgegriffen, die im Alltag der Betreuung wichtig sind.

Spezielle Seminare unterstützen die Leitungen der Mittagsbetreuung oder qualifizieren sie zur Koordinator*in in der Offenen Ganztagsschule.

Das heißt: Der Frauenbund konnte erreichen, dass erfahrene Mittagsbetreuer*innen weiter Leitungs- und Koordinationsaufgaben übernehmen können, auch wenn ihre Schule zur Offenen Ganztagsgrundschule umgewandelt wird. Und das, obwohl diese Stellen ursprünglich ausschließlich von Fachkräften mit einer pädagogischen Ausbildung besetzt werden sollten. Die Kurse umfassen 120 Lehrstunden. Diese Stunden sind aufgeteilt in drei Kernblöcke und zwei Wahlblöcke. Zusätzlich müssen die Teilnehmer*innen Hausarbeiten schreiben. Der Frauenbund bietet seit 2018 jedes Jahr zwei Schulungsdurchgänge an.

Mehr unter http://www.bildungswerk-kdfb-bayern.de

 

aus: KDFB engagiert 4/2020
Autorin: Eva-Maria Gras

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