KDFB

„Kinder brauchen andere Kinder“

Gruppenleiterin Sandra Leimbeck und ihr Sohn vermissen gemeinsame Spielrunden mit anderen Kindern. Foto: privat

Die Corona-Pandemie verhindert, dass die Eltern-Kind-Gruppen des Frauenbunds wie gewohnt stattfinden. Diplompädagogin und KDFB-Frau Sandra Leimbeck, 42, leitet solche Gruppen in Gersthofen bei Augsburg und schildert die Lage.

 

Die Rahmenbedingungen für Eltern-Kind-Gruppen sind seit Beginn der Corona-Pandemie echt schwierig. Die Vorgaben sind streng, viele Gruppen sind sehr zusammengeschrumpft. Normalerweise hätten wir in Gersthofen fünf Gruppen mit fünf Leiterinnen.
Teilweise durften wir in den vergangenen Monaten die Gruppenräume gar nicht betreten, teilweise durften nur fünf Personen hinein. Das hieß: zwei Mütter, zwei Kinder und die –Manchmal war Maskenpflicht angesagt, und die Kinder sollten auf ihrer Decke sitzen bleiben. Das ist unrealistisch und auch nicht Sinn einer Spielgruppe. Kinder brauchen andere Kinder, mit denen sie spielen können, und sie müssen sich frei bewegen dürfen. Nur so lernen sie das Sozialverhalten in der Gruppe und können motorisch wie sprachlich gefördert werden.

 

Im Freien treffen als Ausweg

 

Glücklicherweise war es in Gersthofen möglich, den Garten des Pfarrheims zu nutzen. Das hat bei der Freitagsgruppe gut geklappt, da war das Wetter meist gut. Wir haben versucht, die Stunden wie gewohnt abzuhalten – nur eben draußen. Wir sitzen im Stuhlkreis, singen ein Begrüßungslied und ein paar Lieder mit Fingerspielen. Dann machen wir eine kleine Brotzeit und räumen den Tisch ab. Anschließend holen wir das Spielzeug heraus, setzen uns alle zusammen und lassen die Kinder entweder frei spielen oder geben ein Spiel vor. Schließlich singen wir ein Aufräumlied und packen alles wieder zusammen. Dann kommt noch ein Abschiedslied.
Übrigens, wegen Corona war es auch schwierig, Spielzeug zu benutzen, da alles nach der Stunde desinfiziert werden musste.
Ich hoffe, dass es möglich ist, wieder neue Gruppen zu gründen, wenn die Pandemie abflaut. Für mich persönlich waren die Treffen immer wichtig, vor allem beim ersten Kind. Der Austausch mit anderen Müttern ist anregend. Es entwickeln sich viele Kontakte und Freundschaften daraus. Und die Kinder genießen die Stunden. Sie mögen es, gemeinsam mit anderen zu spielen und zu basteln. Wenn ich viele Kinder habe, die alle gleichzeitig Tücher in die Luft schmeißen, dann ist das viel lustiger, als wenn ein Kind das Gleiche allein zu Hause macht.

 

aus: KDFB engagiert 3/2021
Protokoll: Eva-Maria Gras

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