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Geschiche von Vanuatu

Heute ist der Inselstaat das Land mit dem strengsten Verbot von Plastiktüten weltweit

 

Ab ca. 3500 v. Chr.: Erste Zuwanderung auf die nördlichen Inseln des Archipels aus dem westlich gelegenen Melanesien, später auch Migration aus Polynesien.

1606: Erste Kontakte mit Europäern, zunächst durch den Portugiesen Pedro Fernández de Quirós, der sich in Südamerika wähnte.

1768: Der französische Seefahrer Louis-Antoine de Bougainville erreicht das heutige Vanuatu, 1774 der Brite James Cook.

1839: Die ersten beiden Missionare werden ermordet und verspeist. Ihre Nachfolger haben mehr Glück. Mit der Verbreitung des Evangeliums finden Kannibalismus und Stammesfehden ein Ende.

1863: Die Anwerbung von Arbeitskräften für die Plantagenarbeit in Australien, Neukaledonien und anderen pazifischen Inseln beginnt. Das so genannte „Blackbirding“ betrifft die gesamte südpazifische Inselwelt. Die Unterzeichnung der (englischsprachigen) Verträge wurde häufig durch Täuschung, zum Teil auch durch Gewalt erreicht. Beendet wurde die Arbeitsrekrutierung erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, weil unter anderem weniger Arbeitskräfte auf den Plantagen gebraucht wurden.

1887: Beginn der Einwanderung aus dem benachbarten französischen Neukaledonien. Die französischen Siedler bilden schließlich die Mehrheit der in Vanuatu lebenden europäischen Bevölkerung.

1906: Nach einer zunächst losen gemeinsamen Kontrolle des Gebietes vereinbaren Frankreich und Großbritannien die Gründung des Kondominiums Neue Hebriden zur Regierung der Inseln.

1935: Aufgrund von verschiedenen Infektionskrankheiten, die europäische Siedler auf die Inselgruppe bringen, schrumpft die Bevölkerung auf 45.000 Einwohner.

1941: Mit dem Beginn des japanisch-amerikanischen Pazifikkrieges nach dem Überfall auf Pearl Harbour errichten die USA auf Efaté und Espíritu Santo Nachschubbasen für ihre Marine und Luftwaffe.

1971: Es formiert sich eine Unabhängigkeitsbewegung. Frankreich stellt sich gegen die Wünsche nach Unabhängigkeit, weil es befürchtet, die Bestrebungen könnten auf das benachbarte Neukaledonien übergreifen.

1975: Einführung des Frauenwahlrechts

1977: Frankreich und Großbritannien einigen sich auf die Unabhängigkeit der Inseln.

1980: Am 30. Juli wird Vanuatu unabhängig.

1981: Vanuatu tritt den Vereinten Nationen bei.

2005: Die Vereinten Nationen registrieren die ersten Klimaflüchtlinge der Welt: Auf der Insel Tegua muss ein Dorf wegen des steigenden Meeresspiegels umgesiedelt werden.

2006: Vanuatu landet auf dem ersten Platz des sogenannten Happy Planet Index (HPI) der britischen New Economics Foundation: Im Inselstaat sollen die glücklichsten Menschen leben.

2011: Nachdem Weltrisikobericht über Naturgefahren der Universität der Vereinten Nationen ist Vanuatu der Staat mit dem weltweit höchsten Katastrophenrisiko.

2015: Der gewaltigste je gemessene Zyklon „Pam“ mit 300 km/h richtet im März verheerende Verwüstungen an. 90 Prozent der Häuser in der Hauptstadt Port Vila werden zerstört oder beschädigt.

2018: Im August erschüttert ein Erdbeben der Stärke 6,7 Vanuatu. Außerdem werden 2018 Einweg-Plastiktüten, Trinkhalme und Styroporbehälter verboten. 2019 folgt das Verbot von Einwegwindeln und weiterer Plastikprodukte. Vanuatu will Vorbild für andere Pazifikstaaten sein.

2019: Die EU setzt Vanuatu auf die Schwarze Liste der Steueroasen, weil es einer der wenigen Staaten ist, die sich dem Datenaustausch zur Verhinderung von Steuerhinterziehung und Geldwäsche verweigern.

2020: Vanuatu will vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag die Industrienationen wegen deren Verantwortung für den Klimawandel verklagen und Kompensationen für die eingetretenen Schäden fordern.

 

Erstellt unter anderem mit Hilfe des Material-Sets „Ideen zum Gottesdienst und Informationen zu Vanuatu 2021“ bestehend aus zwei Heften (Set-Preis: 4.20 Euro plus Porto), erhältlich bei der MVG Medienproduktion, Postfach 101545, 52015 Aachen, Tel. 0241/479 86-300 oder unter www.eine-welt-shop.de.

 

Autorin: Karin Schott
aus: KDFB engagiert 1/2021

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