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ZdK schließt sich Bündnis für gerechtere Löhne an

17.07.2025

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat sich der „Erklärung von Münster zur Lohngerechtigkeit“ angeschlossen und unterstützt damit ein katholisches Bündnis, das sich für stärkere Tarifbindung und mehr soziale Gerechtigkeit einsetzt. Die Initiative richtet sich gegen Tarifflucht, wachsende Armut und eine drohende Spaltung der Gesellschaft und fordert rasches politisches Handeln.

Gemeinsamer Schulterschluss katholischer Verbände

Mit dem Beitritt des ZdK, dem obersten Gremium der katholischen Laien, erfährt die Initiative eine bedeutende Stärkung. „Mit diesem Schulterschluss der katholischen Verbände werden wir nunmehr verstärkt auf die Politik zugehen“, erklärte Werner Schniedermann, Sprecher der Initiative. Bisher wurde das Bündnis insbesondere vom Bund Katholischer Unternehmer (BKU), der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sowie der Kolping-Initiative „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ getragen.

Die Initiative warnt eindringlich vor den Folgen einer massiv gesunkenen Tarifbindung: Während früher noch 65 Prozent der Unternehmen tarifgebunden waren, sind es heute nur noch 21 Prozent. Diese Entwicklung gefährde laut Erklärung eine zentrale Säule der Sozialen Marktwirtschaft, die Deutschland Stabilität und wirtschaftliche Stärke verliehen habe. Der KAB-Bundesvorsitzende Andreas Luttmer-Bensmann unterstrich die gesellschaftliche Brisanz: „Das gefährdet den gesellschaftlichen Frieden und fördert Radikalisierung.“ Auch der BKU-Vorsitzende Dr. Martin Nebeling forderte entschlossenes Handeln von der Politik: „Die Tarifbindung muss wie versprochen gestärkt werden – aber ohne bürokratischen Moloch. Statt Dokumentierungswahnsinn brauchen wir Stichprobenkontrollen.“

ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp kündigte eine aktive Unterstützung an: „Nach dem Beschluss der Vollversammlung des ZdK werden wir das Anliegen kräftig unterstützen. Es wird Einfluss auf den Ausgang der nächsten Wahlen haben, wie ernst die Regierung die Sorgen der im Niedriglohnsektor Beschäftigten nimmt – und ob sie Tarifflucht wirksam bekämpft.“

Die „Erklärung von Münster“ geht auf eine Initiative des Kolpingwerks aus dem Jahr 2011 zurück. Ausgangspunkt waren damalige Missstände in der Fleischindustrie, bei öffentlichen Busvergaben sowie bei Weiterbildungsmaßnahmen der Arbeitsagentur.

kna/ab

 

 

 

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