Wie Social Media das Kaufverhalten von Kindern beeinflusst
Influencer und soziale Medien haben inzwischen einen erheblichen Einfluss auf das Online-Shopping-Verhalten von Kindern und Jugendlichen. So werden 47 Prozent der Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren durch Werbung auf Social-Media-Plattformen auf Produkte aufmerksam, 40 Prozent durch Empfehlungen von Influencerinnen und Influencern. Dies geht aus der Mediensucht-Sonderanalyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hervor.
Ein Drittel der 14-bis 17-Jährigen kauft online
Die starke Präsenz von Influencern und algorithmisch gesteuerter Werbung kann der Studie zufolge auch zu einer Gefahr werden. So gälten 1,2 Prozent der 10- bis 17-Jährigen bereits als problematische Online-Käufer. Mädchen seien dabei mit 1,3 Prozent etwas häufiger betroffen als Jungen mit einem Prozent. Zwar gaben mehr als drei Viertel der Jugendlichen an, nie oder nur unregelmäßig online einzukaufen. Doch mit zunehmendem Alter ändere sich das: So kaufen 28,5 Prozent der 14- bis 17-Jährigen mindestens einmal monatlich online ein.
Kaufentscheidungen entstünden oft im Zusammenspiel aus sozialer Orientierung an Influencern sowie algorithmisch beeinflussten Wünschen undImpulsen, sagte die Studienleiterin und ärztliche Leiterin des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am UKE, Kerstin Paschke. „Junge Menschen sind aufgrund ihrer neurobiologischen und psychologischen Entwicklung besonders empfänglich für diese manipulativen Mechanismen zur Konsumförderung.“
Beliebteste Plattform ist Amazon
Der Untersuchung zufolge stöbern inzwischen fast vier von zehn Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren mindestens einmal pro Woche in Online-Shops : So gaben zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen an, bis zu 1 200 Euro pro Jahr auszugeben. Etwa ein Drittel kaufe für zehn bis 20 Euro im Monat ein, bei rund einem Viertel liege der Betrag zwischen 21 und 50 Euro.
Beliebteste Plattform sei dabei Amazon, aber auch chinesische Plattformen wie Temu oder Shein schafften es unter die Top 5. Sie werben vor allem mit niedrigen Preisen und nutzten auch Glücksspielelemente. „Wenn Kaufimpulse vor allem über soziale Medien entstehen, müssen Kinder und Jugendliche lernen, Werbung und kommerzielle Interessen dahinter zu erkennen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Für Eltern, Schulen und Politik werde es damit noch wichtiger, Jugendliche im Umgang mit kommerziellen Inhalten zu schützen und zu unterstützen.
Besonders begehrt ist Kleidung und Schuhe
Im Kauf-Fokus stehen der Studie zufolge vor allem Lifestyle- und Trendprodukte. Besonders gefragt seien Kleidung, Schuhe und Accessoires (66,9 Prozent), gefolgt von Elektronikprodukten (43,6 Prozent), Medien- und Unterhaltungsangeboten (31,2 Prozent) sowie Beauty- und Pflegeprodukten (29,7 Prozent).
ko/dpa/zeit.de

