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Viele Frauen in Teilzeit wegen Betreuung ihrer Kinder

Mutter und Tochter
27.01.2026

Ein Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels rückt die Teilzeitarbeit in Deutschland in den Fokus. Sie ist weit verbreitet, rechtlich klar verankert und hat vielfältige Gründe. Der Antrag des CDU-Wirtschaftsflügels für den Bundesparteitag im Februar sorgt für Aufsehen: Er fordert, das Recht auf Teilzeitarbeit so zu ändern, dass „Lifestyle-Teilzeit“ ausgeschlossen wird. Der Evangelische Pressedienst (epd) gibt einen Überblick über den rechtlichen Rahmen und die Nutzung von Teilzeitarbeit.

Was steht im Gesetz?

Laut dem vor 25 Jahren eingeführten Teilzeit- und Befristungsgesetz können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach mindestens sechs Monaten im Betrieb verlangen, dass ihre Arbeitszeit reduziert wird – einen Grund müssen sie nicht nennen. Die Arbeitgeberseite kann den Wunsch nur aus gewichtigen betrieblichen Gründen verweigern. Ein Recht auf Vollzeit gibt es in dieser Form hingegen nicht. Wer mehr arbeiten will als bisher, muss aber bei der Neubesetzung von Vollzeit-Arbeitsplätzen bevorzugt berücksichtigt werden.

Seit 2019 gibt es außerdem die sogenannte Brückenteilzeit: Beschäftigte können nun auch eine zeitlich begrenzte Arbeitszeitreduzierung verlangen. Möglich sind Zeiträume zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Die Hürden sind allerdings höher als bei der unbefristeten Teilzeit. Unter anderem gelten deren Regeln schon für Betriebe ab 15 Mitarbeitenden, bei der Brückenteilzeit sind es 45. Unabhängig von den Teilzeitwünschen der Beschäftigten können Arbeitgeber Stellen von vornherein mit reduzierter Stundenzahl ausschreiben und besetzen.

Wie wird Teilzeitarbeit genutzt?

Im zweiten Quartal 2025 überstieg die Teilzeitquote laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erstmals die 40-Prozent-Marke. Demnach waren 40,1 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt. Die Verteilung zwischen den Geschlechtern ist sehr unterschiedlich: Knapp jede zweite berufstätige Frau (49 Prozent) arbeitet in Teilzeit, bei den Männern ist es nur jeder neunte (12 Prozent), wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Die Teilzeitquote in Deutschland zählt dem Statistikamt zufolge zu den höchsten in der EU.

Zu den Gründen für eine reduzierte Arbeitszeit gibt es verschiedene Befragungen. Laut dem Statistischen Bundesamt nannten 2022 rund 29 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen Betreuungsverpflichtungen, etwa gegenüber Kindern. Bei den Männern waren es 7 Prozent. Unter ihnen führten wiederum 23 Prozent Aus- oder Weiterbildung als Grund an, bei den Frauen lediglich 8 Prozent. Unter allen Befragten nannten 27 Prozent den eigenen Wunsch nach Teilzeit. Sechs Prozent gaben an, keinen Vollzeitjob gefunden zu haben.

epd/sco

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