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Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter schwierig für Frauen

29.07.2026

Warum es so schwierig ist, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bringen, zeigt jetzt eine Umfrage.  Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird von erwerbstätigen Eltern in Deutschland einem Bericht zufolge mehrheitlich kritisch bewertet. Insgesamt 36 Prozent halten die Vereinbarkeit für gut, 42,8 Prozent dagegen für schlecht, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am berichten. Sie beziehen sich auf eine den Angaben zufolge repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands Deutschland.

Vor allem Frauen benachteiligt

Demnach sehen vor allem Frauen Mängel: Fast jede zweite von ihnen (47,9 Prozent) bewertet die Vereinbarkeit negativ, bei Männern sind es 37,7 Prozent. Als grötes Problem sehen viele Eltern offenbar die Kinderbetreuung. Lediglich 31,1 Prozent halten die Verfügbar
keit von Kita-Plätzen und Betreuungsangeboten für Schulkinder nach Unterrichtsende für ausreichend. 55,1 Prozent der Befragten widersprechen dem. Knapp zwei Drittel der Eltern mit Grundschulkindern (65,6 Prozent) bewerten das Betreuungsangebot als unzureichend. 40,2 Prozent der befragten Arbeitgeber dagegen finden, dass sie ausreichend Möglichkeiten bieten, Arbeitszeiten an
familiäre Bedürfnisse anzupassen. 37,1 Prozent sehen das nicht so. Frauen bewerten die Flexibilität von Arbeitgebern kritischer als Männer. Besonders schlecht ä llt die Bewertung von Alleinerziehenden aus: Nur 19,4 Prozent halten die Möglichkeiten für ausreichend.

Politischer Handlungsbedarf

Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, Michaela Engelmeier, sieht dringenden politischen Handlungsbedarf. Durch die Unterversorgung sind besonders Frauen benachteiligt, weil sie mangels Betreuungsangeboten oft nur in Teilzeit oder Minijobs arbeiten können, sagte sie den Zeitungen. Notwendig seien Investitionen in den Aus bau der Kinderbetreuung mit verlässlichen Öffnungszeiten, die sich an den Arbeitszeiten orientierten. Und: Familienfreundlichkeit sollte ein Qualitätsmerkmal von Arbeitgebern
werden. Engelmeier sieht nicht nur Frauen in der Pflicht: Die Politik müsse unter anderem Väter nach der Geburt stärker ein binden und die partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit fördern. Denkbar wäre etwa eine bezahlte Freistellung von Vätern oder von zweiten Elternteilen für zehn Tage nach der Geburt eines Kindes.

Das Meinungsforschungsinstitut befragte den Angaben zufolge digital 2 000 erwerbstätige Eltern mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt. Der Zeitraum der Befragung lag zwischen dem 18. Juni und dem 5. Juli.

ko/kna

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