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Tatort Zuhause: Deutlicher Anstieg bei häuslicher Gewalt

Quelle: Fotolia

07.06.2024

Die Landeskriminalämter haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Gewalttaten in Familien und Partnerschaften registriert als 2022. Wie Recherchen der „Welt“ ergeben haben, hat die Zahl der registrierten Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland erheblich zugenommen: Bundesweit wurden mehr als 255.000 Opfer von der Polizei registriert, was einem Anstieg von etwa sieben Prozent gegenüber 2022 entspricht. Als Täter wurden Partner, Ex-Partner und Familienangehörige erfasst. Zwei Drittel der Opfer sind Frauen. Da sich viele Betroffene nicht trauen, Anzeige zu erstatten, ist die Dunkelziffer den Angaben zufolge allerdings viel höher.

Häusliche Gewalt hat viele Gesichter

Unter häusliche Gewalt fallen etwa Mord, Totschlag, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung. Beim Vergleich der Bundesländer verzeichnet das Land Bremen/Bremerhaven mit 34,6 Prozent (3.791 Opfer) den stärksten Zuwachs. Den geringsten Anstieg bei der häuslichen Gewalt haben Thüringen (plus 1,1 Prozent, 6.551 Opfer), das Saarland (1,4 Prozent, 3.224 Opfer) und Rheinland-Pfalz (plus 1,7 Prozent, 13.810 Opfer).

Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, sagte dazu: „Häusliche Gewalt hat viele Gesichter: Frauen und Männer aus allen gesellschaftlichen Schichten sind Opfer gewalttätiger Partner. Vergewaltigung in der Paarbeziehung ist so alltäglich wie Schläge oder Misshandlung mit Gegenständen.“

Gewalthilfegesetz dringend notwendig

Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik bei der Diakonie, bezeichnete den erneuten Anstieg von häuslicher Gewalt als erschreckend, aber nicht unerwartet. Nötig sei jetzt ein Gewalthilfegesetz, das allen von Gewalt betroffenen Frauen einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung garantiert. Denn bisher sei Gewaltschutz eine freiwillige Leistung der Kommunen. Zudem müssten die Opfer von Gewalt teilweise einen Eigenanteil von bis zu 50 Euro pro Tag für den Aufenthalt in einem Frauenhaus zahlen. Hier geht es zum gesamten Artikel der „Welt“.

kna/ab

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