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Tag des offenen Denkmals: Einladung zur Zeitreise

Am Sonntag öffnen 6.500 Denkmäler in Deutschland ihre Türen - darunter Schlösser und Kirchen. Foto: Lea Greub

07.09.2026

Vom kleinen Fachwerkhaus über prächtige Schlossgärten und Kirchen bis zu Industriedenkmalen: Der Tag des offenen Denkmals lädt zur Zeitreise ein. Ein Überblick über die größte Kulturaktion Deutschlands.

Mehr als 6.500 Denkmale in ganz Deutschland öffnen am Sonntag (13. September) ihre Tore. Private Denkmalbesitzer, Kirchen, Städte und Gemeinden laden am „Tag des offenen Denkmals“ dazu ein, Denkmalschutz live zu erleben. Angeboten werden auch rund 600 Denkmal-Touren durch Baudenkmäler, Ausgrabungen oder Innenstädte sowie 10.000 Veranstaltungen wie Handwerksvorführungen, Konzerte oder Diskussionsrunden.

Das diesjährige Kulturevent steht unter dem Motto „NETZwerke: Denkmale & Infrastruktur“. Es soll die sichtbaren und unsichtbaren Fäden zum Thema machen, die Dörfer, Stadt und Land zusammenhalten: von römischen Fernstraßen über mittelalterliche Handelsnetze bis hin zu Brücken, Verkehrsknotenpunkten, Gasspeichern und Wasserwerken. Aber auch geistige Netzwerke wie Archive, Wissenschaftseinrichtungen und Medienhäuser gehören dazu.

In Köln präsentieren sich mehr als 150 historische Orte, private Bauten, Kirchen und sakrale Schätze. In Berlin sind es mehr als 300, darunter das Olympiagelände, die seit Kurzem zum Welterbe zählende Waldsiedlung Zehlendorf oder das sanierte Kino International an der Karl-Marx-Allee. Das 1963 nach Entwürfen von Josef Kaiser eröffnete Filmtheater gilt als eines der bedeutendsten Beispiele der sozialistischen Moderne in Deutschland.

Eröffnet wird die traditionsreiche Kulturaktion, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird, zentral in Bamberg. Die fränkische Bischofsstadt sei ein positives Beispiel aktiver Denkmalpflege, hieß es zur Begründung. Mit der 2003 gegründeten Stiftung Weltkulturerbe Bamberg unterstütze die Stadt private Eigentümer und Kulturprojekte nachhaltig. Wissenschaftliche Exzellenz biete seit 2012 der eigenständige Lehrstuhl für Denkmalpflege an der Universität Bamberg, ergänzt durch das Kompetenzzentrum für Denk- malwissenschaften und Denkmalpflege. „Das über 1.000-jährige Bamberg ist ein hervorragend erhaltenes Beispiel für eine auf frühmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt“, so die Denk- malschützer. Die Stiftung verwies auch auf Baudenkmale wie den Bamberger Dom, das Brückenrathaus oder die Alte Hofhaltung. Sie stünden exemplarisch für die Vielfalt erhaltenswerter Bauwerke. Die Bamberger Altstadt wurde 1993 auf die Unesco-Welterbeliste aufgenommen und zählt zu den größten Flächendenkmalen Deutschlands.

Allerdings ist der „Tag des offenen Denkmals“ nicht nur ein Anlass zu feiern. Die Stiftung Denkmalschutz hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend besorgt über den Verlust von Baudenkmalen in Deutschland und einen verschlechterten rechtlichen Schutz für Denkmäler gezeigt. In den Jahren 2024 und 2025 seien in Deutschland insgesamt mindestens 1.077 Denkmale verloren gegangen, sagte Stiftungsvorstand Steffen Skudelny kürzlich bei der Vorstellung des zweiten „Schwarzbuches der Denkmalpflege“. Nach Schätzungen der Stiftung sind etwa drei bis vier Prozent des Baubestands in Deutschland denkmalgeschützt.

https://www.tag-des-offenen-denkmals.de

kna/sco

 

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