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Studie zum Klimaschutz: Deutschland nur noch Mittelmaß

20.11.2025

Eine aktuelle Auswertung zum Stand des weltweiten Klimaschutzes zeigt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten an Boden verloren hat: Bei dem diese Woche in Belém vorgestellten Klimaschutz-Index fiel die Bundesrepublik im Vergleich zum Vorjahr um sechs Plätze zurück und belegt nun Rang 22.

Die Untersuchung wurde von Germanwatch und dem NewClimate Institute präsentiert und unterstreicht vor allem die wachsenden Defizite in der deutschen Klimapolitik. Die Expertinnen und Experten führen den Rückgang auf angekündigte Rückschritte in zentralen politischen Bereichen zurück. Besonders kritisch bewertet werden der starke Fokus auf klimaschädliches Gas als Energieträger sowie das Fehlen wirksamer Maßnahmen zur CO₂-Reduktion in den Problembereichen Verkehr und Gebäude. Eine positive Ausnahme bildet jedoch der Energiesektor: Durch den deutlich beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien liegt Deutschland hier im internationalen Vergleich weiter vorn, wie Co-Autor Jan Burck betont.

Während in Belém die Weltklimakonferenz über die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelte, zeigte der Index, wie weit der Weg noch ist. Das Abkommen verpflichtet die Staaten, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad – idealerweise auf 1,5 Grad – zu begrenzen. Die Studie berücksichtigt 63 Länder sowie die EU, die gemeinsam für 90 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Bewertet wird anhand der Kategorien Treibhausgasemissionen, erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Klimapolitik.

Kein Land erreicht Spitzenniveau im Klimaschutz

Bemerkenswert ist, dass kein untersuchtes Land die Anforderungen für eine sehr gute Gesamtbewertung erfüllt, weshalb die ersten drei Plätze unbesetzt bleiben. Dänemark führt das Ranking auf Platz vier an, dicht gefolgt von Großbritannien und Marokko. Die EU erreicht Platz 20 und verliert damit drei Positionen. Am Ende des Feldes stehen die USA, der Iran und Saudi-Arabien, die – wie insgesamt 14 Staaten – die schlechteste Bewertung erhielten. Auch China zählt trotz seines massiven Ausbaus erneuerbarer Energien dazu, was unter anderem auf die auf Rekordniveau gestiegene Kohleproduktion und die Pläne für eine erhöhte Gasförderung zurückzuführen ist.

Das Gesamtfazit der Studienautorinnen und -autoren fällt entsprechend gemischt aus: Zehn Jahre nach Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens gibt es zwar deutliche Fortschritte, doch reichen diese bei weitem nicht aus, um die globalen Klimaziele zu erreichen.

kna/ab

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