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Studie zu Social Media: Hohe Suchtgefahr bei jungen Nutzern

Mädchen, Smartphone
24.11.2025

Ein Großteil der deutschen Bevölkerung (mehr als 96 Prozent) nutzt einer Studie zufolge soziale Medien, im Durchschnitt mehr als drei Stunden am Tag. Ein Viertel der Nutzer zeige Suchtsymptome, bei jungen Menschen sogar die Hälfte.

Die tägliche Nutzungsdauer betrage im Schnitt 3 Stunden und 18 Minuten, teilte die Ruhr-Universität Bochum mit. Dabei verbrächten jüngere Menschen mehr Zeit mit Plattformen und Messengern als ältere.

Sorgen mache den Wissenschaftlern eine steigende Suchttendenz, hieß es: Rund ein Viertel der Nutzenden, bei jüngeren Menschen sogar die Hälfte, zeige ausgeprägte suchtartige Symptome, die den Alltag und ihre psychische Gesundheit beeinträchtigen könnten.

Für die repräsentative Erhebung des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum wurden den Angaben zufolge mehr als 22.000 Menschen ab 18 Jahren zwischen September 2024 und November 2025 befragt. Bei 27,6 Prozent der Nutzenden liege eine suchtartige Nutzung vor, hieß es. Dazu gehören etwa der Drang, Social Media immer mehr zu nutzen, vergebliche Versuche, die Nutzung einzuschränken, sowie die Nutzung, um persönliche Probleme zu vergessen, oder Unruhe, wenn Social-Media-Dienste nicht zur Verfügung stehen.

Mehr als die Hälfte der unter 20-Jährigen von Suchtproblemen betroffen

„Frauen sind davon mit 29 Prozent etwas häufiger betroffen als Männer mit 25,4 Prozent“, erklärte Julia Brailovskaia, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungszentrums. Deutliche Unterschiede gibt es nach Altersgruppen. Bei den 20- bis 39-Jährigen ist gut ein Drittel (34,9 Prozent) betroffen, bei den unter 20-Jährigen sogar mehr als die Hälfte (51,3 Prozent).

Um negative Langzeitfolgen übermäßiger Social-Media-Nutzung abzuwenden, empfiehlt das Bochumer Forschungsteam bewusste Pausen. 
„Es hilft, die Nutzungszeit Sozialer Medien bewusst und kontrolliert zu reduzieren, am besten gemeinsam mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen“, erklärte Brailovskaia. „Schon 30 Minuten weniger pro Tag verbessern deutlich die psychische Gesundheit.“ Die Forschenden raten außerdem zu mehr positiven Offline-Aktivitäten wie Sport und Brettspielabenden mit Freunden.

epd/ckr

 

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