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Neues bundesweites Kirchengremium geplant

27.11.2025

In Fulda haben Vertreterinnen und Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland den entscheidenden Schritt zur Einrichtung eines neuen bundesweiten Leitungsgremiums gemacht. Bei der letzten Sitzung des Synodalen Ausschusses verabschiedeten Bischöfe und Laien die Satzung für die künftige Synodalkonferenz – ein Organ, das maßgeblich an der zukünftigen Ausrichtung der Kirche in Deutschland mitwirken könnte.

Die Synodalkonferenz soll künftig Entwicklungen in Staat, Gesellschaft und Kirche bewerten und dazu Stellung beziehen. Zudem ist vorgesehen, dass Bischöfe und Laien gemeinsam Beschlüsse zu kirchlichen Fragen von bundesweiter Tragweite fassen. Auch bei Finanz- und Haushaltsangelegenheiten, die über die diözesane Ebene hinausgehen, soll das neue Gremium ein Mitspracherecht erhalten. Damit greift die Synodalkonferenz zentrale Forderungen des Reformdialogs auf, der auch als Reaktion auf die Missbrauchskrise in der Kirche entstanden ist.

Gemeinsame Entscheidungen als entscheidender Fortschritt

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, würdigte die Verabschiedung der Satzung als einen „großartigen“ und „ein Stück weit historischen“ Moment. Nun hoffe man, betonte er, dass auch der Vatikan grünes Licht gebe: Die Zustimmung aus Rom sei Voraussetzung dafür, dass die Synodalkonferenz ihre Arbeit aufnehmen könne. In der Vergangenheit hatte der Heilige Stuhl wiederholt Vorbehalte gegenüber einer gleichberechtigten Entscheidungsbeteiligung von Bischöfen und Laien geäußert. Vier Bistümer – Köln, Passau, Regensburg und Eichstätt – hatten sich aus diesem Grund nicht an den Beratungen des Synodalen Ausschusses beteiligt.

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, betonte, das neue Gremium könne der Kirche helfen, in einer „gesellschaftspolitisch sehr unruhigen Situation“ stärker gehört zu werden, etwa im Umgang mit rechtspopulistischen Strömungen. Sie hob hervor, dass die gemeinsame Beratung und Entscheidungsfindung von Bischöfen und Laien ein zentraler Fortschritt sei – um diesen Punkt hatten die deutschen Kirchenvertreter lange mit dem Vatikan gerungen.

Zukunftsprojekt der katholischen Kirche in Deutschland

Laut Satzung sollen der Synodalkonferenz künftig 27 Ortsbischöfe, 27 Delegierte des Zentralkomitees sowie 27 weitere Katholikinnen und Katholiken aus dem gesamten Bundesgebiet angehören. Der Synodale Ausschuss, der nun seine Arbeit beendet hat, war eigens eingesetzt worden, um die Grundlagen für das neue Gremium zu erarbeiten. Bätzing äußerte die Hoffnung, dass sich alle Bischöfe an der Synodalkonferenz beteiligen werden, und sprach von einem „großen Zukunftsprojekt der katholischen Kirche in Deutschland“.

Der erste Sitzungstermin der Synodalkonferenz ist für den 6. und 7. November 2026 in Stuttgart geplant. Ein weiteres Treffen soll am 16. und 17. April 2027 in Würzburg stattfinden.

kna/ab

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