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Missbrauchsgutachten: Bilanz des Schreckens

Emilia Müller, Vorsitzende des KDFB Landesverband Bayern und Vizepräsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes Foto: Bardehle

21.01.2022

Das neue Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum München und Freising erschüttert die katholische Kirche.

„Dieses Gutachten bringt erneut die institutionalisierte Vertuschung durch die Kirche ans Tageslicht“, so Emilia Müller, die Vorsitzende des KDFB-Landesverband Bayern. Diese ‚Bilanz des Schreckens‘ müsse jetzt die Basis für Aufarbeitung sein. Der KDFB fordert von den Verantwortlichen unter anderem alle Delikte sexualisierter und spiritueller Gewalt schonungslos und transparent aufzuklären, Verantwortung für Vertuschung zu übernehmen, überführte Priester ihres Amtes zu entheben und Täter nachdrücklich zur Selbstanzeige aufzufordern, um Betroffenen die Aussage zu ersparen. 

Im vom Erzbistum München und Freising selbst in Auftrag gegebenen Bericht ist von mindestens 497 Opfern und 235 mutmaßlichen Tätern die Rede, die Gutachter gehen aber von einem deutlich größeren Dunkelfeld aus. Sie kommen zu dem Schluss, dass Fälle von sexuellem Missbrauch in der Diözese über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt wurden und werfen den ehemaligen Erzbischöfen Friedrich Wetter und Joseph Ratzinger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., persönliches Fehlverhalten vor.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 160.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein.
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