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Mehrheit der Deutschen für Renten- und Sozialreformen

28.08.2025

Wie offen sind die Deutschen für Veränderungen im Sozialstaat? Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt: Die Bereitschaft zu Reformen ist groß, insbesondere im Rentensystem. So sprechen sich 77 Prozent der Befragten für ein einheitliches Rentensystem aus, das auch Beamte und Selbstständige einschließt. Ebenfalls viel Rückhalt erhält die Forderung, den Kreis der Beitragszahler durch eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt zu erweitern (68 Prozent). Mehr als die Hälfte (52 Prozent) befürwortet zudem eine stärkere Förderung privater und betrieblicher Altersvorsorge.

Weniger Unterstützung finden hingegen Steuerzuschüsse (30 Prozent). Noch geringer ist die Zustimmung zu klassischen Sparmaßnahmen wie einer Anhebung des Rentenalters (15 Prozent), höheren Beiträgen (5 Prozent) oder Rentenkürzungen (3 Prozent).

Die Reformbereitschaft zieht sich durch alle politischen Lager, wenn auch mit Unterschieden: Während rund ein Drittel der CDU/CSU-Anhänger eine Anhebung des Rentenalters befürwortet, lehnen AfD- und Linke-Wähler dies fast geschlossen ab. Private Vorsorge ist vor allem bei Anhängern von SPD, Grünen und Linken beliebt, während AfD-Wähler ihr skeptischer gegenüberstehen. Jüngere Befragte sind generell offen für neue Modelle, lehnen aber harte Einschnitte ab.

Reformdruck auch bei Bürgergeld und Sozialleistungen

Auch bei den Sozialleistungen zeigt sich ein klarer Veränderungswille: 70 Prozent fordern strengere Zugangsvoraussetzungen beim Bürgergeld. Fast die Hälfte plädiert sogar für eine deutliche Absenkung (48 Prozent) oder die vollständige Abschaffung in der jetzigen Form (46 Prozent). Zustimmung dafür ist vor allem bei den über 45-Jährigen hoch, während die unter 30-Jährigen diese Ideen mehrheitlich ablehnen.

Weitere Reformansätze wie strengere Kriterien beim Wohngeld (43 Prozent) oder eine niedrigere Einkommensgrenze beim Elterngeld (38 Prozent) stoßen auf moderate Unterstützung. Deutliche Kürzungen beim Elterngeld (10 Prozent) oder Wohngeld (18 Prozent) lehnt die Mehrheit ab – besonders die jüngeren Befragten.

kna/ab

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