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Am 23. November 2025 jährt sich zum 93. Mal der Todestag von Ellen Ammann, einer der bedeutendsten Vertreterinnen der katholischen Frauenbewegung in Bayern. Ellen Ammann gründete 1904 den ersten Zweigverein des KDFB in München und 1911 den KDFB Landesverband Bayern als Zusammenschluss aller bayerischen und pfälzischen Zweigvereine. Sie erkannte früh: Katholische Frauen brauchen Organisation und Vernetzung. Ihr Hauptziel war zunächst, Frauen durch Bildung gesellschaftliche Mitgestaltung zu ermöglichen.
Gründerin, Netzwerkerin, Wegbereiterin
Die gebürtige Schwedin war nicht nur Wegbereiterin der katholischen Frauenbewegung in Bayern, sondern prägte das soziale, kirchliche und politische Leben Bayerns zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachhaltig.
Ellen Ammann wurde 1870 in Stockholm geboren. Sie engagierte sich in kirchlichen und sozialen Kreisen und erkannte schnell die Notwendigkeit, Frauen eine stärkere Stimme in Gesellschaft und Kirche zu geben. Ihr Engagement war dabei stets ganzheitlich gedacht: Bildung, Spiritualität und soziales Handeln gehörten für sie untrennbar zusammen.
1919 zog Ellen Ammann, als eine der ersten weiblichen Abgeordneten in den Bayerischen Landtag ein. Dort setzte sie sich unermüdlich für Frauenrechte, Bildungschancen und soziale Gerechtigkeit ein. Sehr früh warnte Ellen Ammann vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Dank ihres beherzten Eingreifens konnte Anfang November 1923 der Hitlerputsch vereitelt werden.
Ein plötzlicher Abschied
Am 22. November 1932 sprach Ellen Ammann im Bayerischen Landtag über Hilfsmaßnahmen für kinderreiche Familien, ein Thema, das ihr besonders am Herzen lag. Noch am selben Abend brach sie zusammen, in der darauffolgenden Nacht verstarb sie an den Folgen eines Schlaganfalls.
Bleibendes Vermächtnis
Zahlreiche heutige Einrichtungen, gehen auf ihre Initiative zurück, wie die Münchner Bahnhofsmission, der Mädchenschutzverein (heute IN VIA), die Katholische Stiftungshochschule München, die Polizeiseelsorge sowie das Säkularinstitut Ancillae Sanctae Ecclesiae. Mit dem Ellen-Ammann-Preis und einer Dauerausstellung im Ellen-Ammann-Haus in München erinnert er an seine Gründerin. Die kommissarische KDFB-Landesvorsitzende Tanja Pichlmeier würdigt die KDFB-Gründerin: „Ellen Ammann verkörperte eine einzigartige Kombination aus christlichem Glauben, sozialem Engagement und politischem Weitblick. Ihr unermüdlicher Einsatz für Frauen und sozial Schwache macht sie bis heute zu einem großen Vorbild in- und außerhalb des KDFB.“
Kranzniederlegung und Gedenkgottesdienst in München
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) – Landesverband Bayern gedenkt seiner Gründerin im Rahmen einer Andacht und Kranzniederlegung an ihrem Grab am Alten Südfriedhof.
Gedenkgottesdienst in der Pfarrei St. Ursula
Pfarrverband Altschwabing
Samstag, 22. November 2025, 18 Uhr
Kaiserplatz 1a, 80803 München
Gedenkandacht in St. Stephan mit anschließender Kranzniederlegung
Donnerstag, 27. November 2025, 14 Uhr
Alter Südfriedhof, Stephansplatz 2, 80337 München
sos/wosg/ko
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