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Katholische Kirche lehnt Leihmutterschaft ab

30.09.2026

Die Elternschaft des CDU-Politikers Spahn per Leihmutter in den USA hat in Deutschland eine große Debatte ausgelöst. Die katholische Kirche ist gegen eine gesetzliche Liberalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland. Aus der Sicht der katholischen Kirche sei eine solche Zulassung der Leihmutterschaft bei allem Verständnis für die Lebenssituationen von Paaren eindeutig abzulehnen, sagte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck in Fulda bei der Herbst-Vollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Würde des Kindes im Zentrum

Bei der Frage nach einer gesetzlichen Zulassung der Leihmutterschaft in Deutschland müsse man über den einzelnen Fall hinausblicken und die möglichen Folgen für Kinder, die beteiligten Frauen und die Gesellschaft insgesamt in den Blick nehmen, sagte Overbeck. Im Zentrum stehe die Personwürde des Kindes. „Das Kind als die schwächste aller am gesamten Geschehen beteiligten Personen ist zugleich am existentiellsten betroffen und bedarf daher des besonderen Schutzes“, sagte der neue Vorsitzende der katholischen Kommission Glaube und Wissenschaft. Bei einer Leihmutterschaftsvereinbarung werde das Kind zum Objekt eines Vertrages unter Erwachsenen gemacht.

Diskussion über Liberalisierung

Es bestehe zudem die „ernste Gefahr“, dass das Kind als Projekt der Erwachsenen oder, je nach seinem Gesundheitszustand, sogar als Schadensfall betrachtet werde. „Aus der Perspektive einer kindeswohlbezogenen Familienethik ist es dabei hochrelevant, dass hier bewusst und willentlich eine sehr komplexe Lebenssituation und Ausgangslage für das Kind geschaffen wird“, sagte der Theologe.

Die Elternschaft des CDU-Politikers Jens Spahn per Leihmutter in den USA hatte im Juli eine Diskussion über Schritte zu einer Liberalisierung ausgelöst. Ethiker und Rechtswissenschaftler sehen Möglichkeiten für eine gesetzliche Verankerung der nicht-kommerziellen Leihmutterschaft in Deutschland, warnen aber zugleich vor einer Ausbeutung von Frauen.

Zur Position des KDFB: KDFB kritisiert einseitige Empfehlungen in der Debatte um reproduktive Selbstbestimmung – KDFB

Interview zum Thema mit KDFB-Vizepräsidentin Andrea Redding: Katholischer Frauenbund verurteilt Leihmutterschaft und „Reproduktionstourismus“ – EWTN

ko/epd

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