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Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei Bahnhofsmissionen

Foto: Bahnhofsmission

21.04.2026

Die Bahnhofsmissionen bieten an vielen Orten in Deutschland Unterstützung – nicht nur für Reisende. In den vergangenen Jahren haben die Mitarbeiter*innen immer häufiger geholfen, wie eine aktuelle Auswertung zeigt.

Innerhalb von fünf Jahren sei die Zahl an den rund 100 Standorten auf rund 2,2 Millionen Rat- und Hilfesuchende im Jahr 2024 gestiegen, erklärten Caritas und Diakonie am Freitag anlässlich eines bundesweiten Aktionstages zur Arbeit der Einrichtungen am Samstag. Die Zahl der erbrachten Hilfeleistungen sei um 40 Prozent gestiegen. Neben rund 300 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen helfen rund 1.800 freiwillig Engagierte dabei, Menschen zu unterstützen.

Die ökumenisch getragenen Bahnhofsmissionen bieten seit rund 130 Jahren eine niedrigschwellige Hilfe, ohne Anmeldung und Gebühren. Sie unterstützen Reisende und helfen auch in existenziellen Notlagen.

Die erste Bahnhofsmission Deutschlands wurde 1894 am Berliner Ostbahnhof gegründet. Sie befindet sich heute in der Trägerschaft des katholischen Verbands IN VIA Berlin. 1897 erkennt die Gründerin des Bayerischen Landesverbandes des KDFB, Ellen Ammann, dass die vorbeugende Sozialarbeit, vor allem für ankommende Mädchen und Frauen, am Ankunftsort Bahnhof einsetzen muss und gründete die Münchner Bahnhofsmission.

Caritas-Präsidentin und KDFB-Frau Eva Welskop-Deffaa sagte, Bahnhöfe seien ein sozialer Brennpunkt und Zukunftsort zugleich. „Die zumeist ehrenamtlich Mitarbeitenden schenken Einsamen ein offenes Ohr, Reisenden mit schwerem Gepäck eine helfende Hand und Wohnungslosen eine belebende Tasse Tee“, so Welskop-Deffaa gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die ökumenisch getragenen Bahnhofsmissionen seien ein Hoffnungszeichen der Zusammenarbeit zwischen katholischen und evangelischen Einrichtungen. Die Arbeit der Bahnhofsmission zeige, wie eng Sozial- und Mobilitätspolitik zusammengedacht werden müssten und wie wichtig eine verlässliche soziale Infrastruktur mitten in den Städten und im Alltag sei.

Der Vorstand der Bahnhofsmission Deutschland, Klaus-Dieter Kottnik, forderte eine verlässliche Finanzierung für die Einrichtungen. „Durch den Abbau sozialer Infrastruktur werden soziale Notlagen weiter verschärft“, warnte er.

kna/sco

 

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