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Gleichstellungsarbeit bedroht

15.04.2026

Antifeministische Angriffe prägen für viele Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte zunehmend den Arbeitsalltag. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen. Demnach reichen die Attacken von vermeintlich harmlosen Kommentaren über gezielte Einschüchterungsversuche bis hin zu Morddrohungen. Wer heutzutage Gleichstellungsarbeit macht, muss damit rechnen, dafür angefeindet zu werden, erklärte BAG-Bundessprecherin Tinka Frahm.

Antidemokratische Entwicklungen bedrohen Gleichstellung

Die bundesweite, nicht repräsentative Online-Befragung von 351 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten ergab, dass 95 Prozent die Gleichstellungsarbeit durch antidemokratische Entwicklungen bedroht sehen. 63 Prozent haben demnach in ihrer Arbeit antifeministische Angriffe erlebt. Etwa 21 Prozent berichteten von Einschränkungen bei Angeboten und Projekten. Antifeminismus zeigt sich laut der Bundesarbeitsgemeinschaft in wiederkehrenden, systematischen Versuchen, eine Gleichstellung von Frauen und die Arbeit der kommunalen Gleichstellungsstellen abzuwerten, lächerlich zu machen und unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus einzuschränken bis abzuschaffen.

Regionale Unterschiede

Die Erhebung zeige, dass ein strukturelles Problem vorliege. In einigen ostdeutschen Regionen berichten den Angaben zufolge Gleichstellungsbeauftragte von einer besonders angespannten Lage, in der sich rechtsextreme Gewalt, Projektkürzungen und ein feindliches Klima gegen demokratisches Engagement überlagerten. In westdeutschen Kommunen berichten demnach Gleichstellungsbeauftragte häufig von Angriffen durch Anträge, Haushaltsdebatten, öffentliche Abwertung und wiederkehrende Infragestellungen in Gremien. In Süddeutschland würden besonders bei Themen rund um Schwangerschaftsabbrüche und reproduktive Medizin massive Anfeindungen beschrieben, bis hin zu schweren Bedrohungen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft hat die Erhebung zusammen mit der Amadeu Antonio Stiftung vorgenommen und in einer Handreichung zusammengefasst. Diese soll dabei helfen, antifeministische Angriffe auf Gleichstellungsarbeit zu erkennen, einzuordnen und typische Muster zu verstehen.

ko/kna

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