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Gespräche sind wichtig: Studie „Vaterschaft im Wandel“

Vater, Sohn
13.04.2026

Hatte der Papa für sein Kind ein offenes Ohr und suchte das Gespräch, berichten 82 Prozent der jungen Erwachsenen im Rückblick von einer „sehr guten“ Beziehungsqualität. Das ist ein Ergebnis einer dreijährigen Väterstudie der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und des Deutschen Jugendinstituts München (DJI). Die bis 2027 laufende Studie wird von der Stiftung Ravensburger Verlag gefördert.

Laut den repräsentativen Daten kümmern sich Männer im Durchschnitt täglich rund 1,5 Stunden um ihre Kinder.  Für Frauen liegt dieser Wert doppelt so hoch. Mit zunehmendem Alter der Kinder wächst die Bedeutung der Väter. „Gerade in der Jugendphase werden sie für Gespräche, Orientierung und emotionale Unterstützung besonders wichtig“, sagt Claudia Zerle-Elsäßer. Die Soziologin hat mit ihrem Team am DJI zur Bedeutung von Vätern von 12- bis 17-Jährigen geforscht. „Gegenüber ihren Teenagern müssen Eltern eine neue Balance finden: Jugendliche wünschen sich mehr Autonomie, brauchen aber weiterhin emotionale Unterstützung und Orientierung.“

Die Beziehung zum Vater wird besser bewertet, wenn es häufig Gespräche gibt: 67 Prozent der Kinder, deren Vater „sehr viel“ mit ihnen kommuniziert, bewerten die Beziehung zu ihm als „sehr gut“. Das sind über 20 Prozentpunkte mehr als bei Jungen und Mädchen, deren Papas selten mit ihnen reden. Väter, die ihre Familie sichtbar vor den Beruf stellen, werden von ihren Kindern als besonders wichtige Bezugspersonen wahrgenommen, sagt Zerle-Elsäßer: „Engagierte Vaterschaft lohnt sich.“

Die ausgewerteten Daten stammen aus den Jahren 2009 bis 2023. Derzeit interviewen Forscher der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg unter Leitung der Soziologin Johanna Possinger Väter und Jugendliche. Sie erfragen, wie gemeinsam über gesellschaftliche Fragen gesprochen wird und welche Rolle die Väter dabei spielen. „Familien sind der erste Ort, an dem Jungen und Mädchen lernen, ihre Meinung zu äußern, Konflikte auszuhandeln und unterschiedliche Perspektiven zu verstehen“, sagt Possinger. „Wenn Väter sich aktiv beteiligen, stärken sie nicht nur die Beziehung zu ihren Kindern, sondern auch wichtige demokratische Kompetenzen.“

epd/ckr 

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