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Experten: Finanzbildung kann Psyche entlasten

11.11.2025

Finanz-Check wie Gesundheits-Check: Experten fordern Finanzbildung für jeden. Das Wissen solle jeden erreichen und helfen.

Wirtschaftsexperten fordern von der Politik mehr Einsatz für Finanzbildung. „Insgesamt steht Deutschland laut einer OECD-Untersuchung in Europa relativ gut da“, sagte Lutz Lienenkämper, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. „Aber für die Gesellschaft insgesamt ist es trotzdem erstrebenswert, dass wir noch besser werden“, betonte er am Wochenende bei der Veranstaltung „Euro20+“ in Frankfurt.

Die Geschäftsführerin des Female Finance Forums, Claudia Müller, erklärte, dass Finanzwissen wichtig sei, weil Kenntnisse – etwa von staatlicher Unterstützung wie der Rentenvorsorge – unabhängiger machten und die psychische Gesundheit stärke. „Ich sehe Geld als Mittel der Entscheidungsfreiheit“, so Müller. Wer finanziell gut aufgestellt ist, könne seinen Alltag freier gestalten, aber zum Beispiel auch Abhängigkeiten zu ungesunden Beziehungspartnern vermeiden. Damit die Botschaft in allen Bevölkerungsschichten ankomme, wende sie sich verstärkt an Politiker, „weil wir strukturelle Veränderung brauchen“.

Von der Landespolitik wünschte sich Müller, Bildung rund um Finanzen weitreichender in den Lehrplan einzubauen. Von der Bundespolitik forderte sie die Finanzierung regelmäßiger Finanz-Check-Ups – vergleichbar mit Gesundheits-Check-Ups, die auch von der Krankenkasse bezahlt werden. Ebenso gebe es in vielen Unternehmen ein Einstiegs-Programm beim ersten Job. Diese Finanztipps sollten nach Meinung der Expertin nicht nur bei einzelnen Arbeitgebern dazugehören. Jeder solle dieses Wissen zum Berufseinstieg erhalten, finanziert vom Staat.

Auf europäischer Ebene sei mehr Wissenstransfer erforderlich. Dabei gehe es weniger um Kooperationen, sondern darum, voneinander zu lernen, damit Europa als Gesamtes am Ende stärker dastehe, forderte Müller.

kna/sco

 

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