Caritas: Rente muss KI-sicher gemacht werden
Caritas-Präsidentin und KDFB-Frau Eva Maria Welskop-Deffaa. Foto: Caritas
KI beeinflusst den Arbeitsmarkt und damit Erwerbsbiografien – darauf muss auch die Rente ausgerichtet werden. So sieht es die Caritas und stellt Forderungen vor den anstehenden Reformempfehlungen an die Regierung.
Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf künftige Job-Biografien muss nach Ansicht von Caritas-Präsidentin und KDFB-Frau Eva Maria Welskop-Deffaa bei der Rentenreform bedacht werden. Die Rentenversicherung müsse zu einer einheitlichen Sozialversicherung aller Erwerbstätigen weiterentwickelt werden, sagte sie am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Und: „Angesichts der absehbaren von KI getriebenen Plattenverschiebungen auf den Arbeitsmärkten hat eine vorausschauende Anpassung der Rente an volatile Erwerbsverläufe oberste Priorität.“
Welskop-Deffaa erklärte vor der Vorstellung der Reformvorschläge der Rentenkommission in dieser Woche: „Wenn Erwerbstätige immer öfter zwischen Branchen und Berufen, abhängiger und selbstständiger Tätigkeit wechseln, birgt die Fragmentierung der Alterssicherung für den Einzelnen ebenso wie für das Sozialversicherungssystem unnötige Risiken.“ Es gelte, die Altersversicherung KI-resilient zu machen. Sonderregelungen für einzelne Berufe, Beschäftigungsformen und Branchen müssten abgeschafft werden.
Die Präsidentin des katholischen Sozialverbandes erneuerte zudem die Forderung, mit einer Anhebung der Regelaltersgrenze auch angemessene Ausgleichsregelungen für Menschen mit erhöhtem Erwerbsminderungsrisiko zu verbinden.
Daten belegten, dass Beruf, Bildungsstand und Lebenseinkommen einen signifikanten Unterschied machten: „Wer wenig verdient, lebt im Schnitt kürzer und bezieht also kürzer Rente“, sagte sie. Alterssicherung, die durch eine auskömmliche Erwerbsminderungsrente gestärkt werde, könne Altersarmut wirksam abwenden.
Welskop-Deffaa betonte auch, dass neben der Erwerbstätigkeit die Leistung unbezahlter Care-Tätigkeit in der Rente anerkannt bleiben müsse. „Die Vorschläge aus dem Gesundheitsministerium, die Rentenpunkte für familiär Pflegende zu kürzen, senden die völlig falschen Signale in einer Gesellschaft und einem Sozialversicherungssystem, die auf unbezahlte familiäre Sorgearbeit existenziell angewiesen sind“, beklagt die Caritas-Präsidentin.
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