Bedauern über Rücktritt von Bischof Bätzing
Die Präsidenten des Synodalen Weges: Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), und Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Vom 29. bis 31. Januar 2026 findet die sechste und letzte Synodalversammlung statt. © ZdK/Philipp Hecker
Vertreter aus Politik und Kirche haben mit Bedauern auf den angekündigten Rückzug von Bischof Georg Bätzing reagiert. Der 64-jährige Bischof von Limburg hatte mitgeteilt, nicht mehr für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung zu stehen. Bei der Vollversammlung vom 23. bis 26. Februar in Würzburg wird nun ein Nachfolger für die kommenden sechs Jahre gewählt.
Keine zweite Amtszeit
Es laste auf ihm, dass die deutschen Bischöfe nicht mit einer Stimme in jeder Frage sprechen, sagte Bätzing im Dezember. Auch dies führte wohl dazu, dass der Limburger Bischof nicht für eine zweite Amtszeit kandidiert. „Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden“, schreibt er in einem Brief an die Mitglieder der Bischofskonferenz, ohne nähere Gründe für seine Entscheidung zu nennen.
Werben für den Synodalen Weg
Bätzing wurde 2020 zum neuen Vorsitzenden und Nachfolger des Münchner Kardinals Reinhard Marx gewählt. Beim Umgang mit sexuellem Missbrauch warb Bätzing für einen innerkirchlichen Kulturwandel. Eine im Bistum Limburg von ihm in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie hatte gezeigt, dass es in der Diözese Vertuschung von Missbrauchsfällen gab. Nur durch Transparenz könne man neues Vertrauen gewinnen, sagte Bätzing.
Bei seiner Wahl galt Bätzing als behutsamer Reformer. Seine Amtszeit war geprägt von Debatten rund um den von seinem Vorgänger Marx mit dem ZdK angestoßenen Synodalen Weg. Der Dialog zur Zukunft der katholischen Kirche ging konservativen Kräften zu weit; Befürworter von Änderungen des kirchlichen Lebens dagegen vermissten tiefergehende Reformen. Mehrfach musste Bätzing im Vatikan für den Synodalen Weg werben.
So gingen insbesondere beim Reformprozess Synodaler Weg die Meinungen auseinander. Dabei könne er aber nicht nur moderieren, betonte Bätzing. Und Bätzing ging voran, war reformwillig und trotzte auch Gegenwind aus Rom. Wenn Kritiker dem 2019 gestarteten Reformdialog vorwarfen, zu einer Abspaltung von Rom zu führen, machte Bätzing deutlich, dass kein deutscher Bischof auch nur entfernt in diese Richtung denke und dies auch nie Ziel der katholischen Laien gewesen sei. Bätzing betonte im Dezember aber auch, dass die Bischofskonferenz kein zerstrittener Haufen sei: In etwa 80 Prozent der Fälle seien sich die 27 Diözesanbischöfe einig, etwa bei der ablehnenden Haltung gegenüber völkischem Nationalismus und beim Lebensschutz.
Unter Bätzings Ägide wurde im Februar 2024 eine weithin beachtete Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Titel Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar veröffentlicht. Darin hatten die katholischen Bischöfe ausdrücklich die AfD genannt und damit erstmals eine im Bundestag vertretene Partei als nicht wählbar für Christen genannt.
Für Gleichberechtigung
Einen kleinen Befreiungsschlag für die katholische Kirche in Deutschland schaffte Bätzing auch durch die Wahl einer Frau zur Generalsekretärin der Bischofskonferenz. Er kannte Beate Gilles schon seit Jahren, sie war in seinem Bistum für das Thema Familie zuständig. Und dass die Deutsche Bischofskonferenz als erste größere Bischofskonferenz der Welt eine Frau in dieses wichtige Amt gewählt hat, wird man künftig auch mit dem Namen Bätzing verbinden.
Zdk bedauert Weggang
Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, bedauerte Bätzings Entschluss. Zugleich hat dieser Schritt meinen vollen Respekt, sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dem ZdK war er ein kollegiales, wahrhaftiges und hochengagiertes Gegenüber , so die Präsidentin des höchsten repräsentativen Gremiums der katholischen Laien in Deutschland.
ko/kna

