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90. Todestag von Ellen Ammann

24.11.2022

„Sie war eine kämpferische Demokratin. Couragiert, kraftvoll, unbeirrt machte sie sich für unsere freiheitlichen demokratischen Werte stark. Sie stemmte sich gegen die nationalsozialistische Ideologie. Sie war ein Vorbild – nicht nur für Frauen, sondern
für jedermann.“, sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner am Grab von Ellen Ammann anlässlich ihres 90. Todestages. Die
Landtagspräsidentin, die KDFB-Landesvorsitzende Birgit Kainz und weitere  Vertreter*innen der Organisationen, die auf Ellen Ammann zurückgehen, kamen am 23. November zum Grab von Ellen Ammann am Alten Südfriedhof in München zur Kranzniederlegung.

Vorreiterin der  Frauenbewegung

Ellen Ammann, geboren am 1. Juli 1870 in Stockholm, hat die Grundsteine gelegt für den KDFB, die Bahnhofsmission in München, die Katholische Sozialarbeit In Via, die Katholische Stiftungshochschule und die Katholische Polizeiseelsorge in Bayern. Als eine der ersten weiblichen Abgeordneten im Bayerischen Landtag widmete sie sich immer mit Nachdruck sozialen Fragen sowie den Themen Frau und Familie. Am 22. November 1932 hielt die engagierte Sozialpolitikerin eine Landtagsrede zu Hilfsmaßnahmen für kinderreiche Familien. Nach dieser Rede brach sie zusammen und verstarb kurz nach Mitternacht an den Folgen eines Schlaganfalls. Keine der weiblichen Landtagsabgeordneten der Weimarer Republik war so lange im Bayerischen Landtag vertreten wie Ellen Ammann.

„Mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein, Kreativität und politischem Weitblick setzte sich Ellen Ammann erfolgreich für die Rechte von Frauen und Mädchen und für sozial Schwache ein. Damit wurde ihr Handeln zu unserer Richtschnur,“ sagte die KDFB-Landesvorsitzende Birgit Kainz. „Wir Frauen des Frauenbundes sind heute wie sie zu Beginn des letzten Jahrhunderts katholische Feministinnen.“ Amman sei nicht nur eine Vorreiterin der katholischen Frauenbewegung in Bayern gewesen, sondern habe zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf zahlreichen anderen Gebieten das soziale, gesellschaftliche und politische Leben in Bayern nachhaltig geprägt, so Kainz.

Kardinal Marx befürwortet Seligsprechung

Ellen Ammann hat in der Pfarrei Sankt Ursula in Schwabing gewohnt. Deshalb wurde an ihrem Todestag im Rahmen eines Pontifikalamtes dort durch Weihbischof Wolfgang Bischof eine Gedenkstätte für Ellen Ammann gesegnet. Der Prozess zu ihrer Seligsprechung ist angestoßen und wird von Kardinal Marx befürwortet. Elfriede Schießleder, die Ellen-Ammann-Beauftrage des KDFB-Landesverbandes betont, eine Seligsprechung, die Seligsprechung dieser Frau, sei heute notwendig, „denn alles Frauenwort gilt denen nichts, die die Welt als vom Mann zu bestimmen glauben. Was hätte nicht alles verhindert werden können. Was könnte auch heute noch alles verhindert werden – in der Welt und in der Kirche.“

Autorin: Katrin Otto

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 160.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein.
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