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Ehemänner, alte Eltern, Kinder: weiter lieben – aber anders!

In der Lebensmitte gilt es, sich aus alten familiären Rollen zu lösen und mit Respekt auf die eigene Biografie zu schauen. Foto: Adobe Stock/marjana4782

Wenn das (letzte) Kind ausgezogen ist, bleiben zwei Erwachsene zurück, die sich nach einer langen Familienphase von 20 oder mehr Jahren wieder neu in ihrem Leben als Paar zurechtfinden müssen.

Es ist ungewohnt: Das Haus still, der Kühlschrank immer zu voll, die Garderobe leer. Nachts lauscht man nicht mehr, bis das Kratzen des Schlüssels im Schloss ankündigt, dass das Kind gut heimgekommen ist. Morgens richtet man Frühstück nur noch für zwei, und beim Abendessen fehlen die jungen Themen.

Lebensveränderungen verlangen danach, Beziehungen neu zu gestalten. Das gilt für Paare ebenso wie für das Verhältnis zwischen den Generationen – auch die Liebe zu den Kindern, die eigenständige junge Erwachsene werden, verändert sich. Und ebenso muss sich die Beziehung zu den eigenen Eltern wandeln, wenn diese altern. In diesem Prozess hilft es, sich von den alten familiären Rollen zu lösen und mit Respekt auf die Biografien zu schauen – auch auf die eigene. Denn Menschen sind viel mehr als nur Vater, Mutter oder Kind. Diese Fragen können dabei Impulse sein:

  • Wer bin ich, wenn ich nicht mehr vor allem die Mutterrolle lebe?
  • Wer ist mein Mann, außer, dass er Vater unserer Kinder ist?
  • Wer sind meine Eltern, wenn sie im hohen Alter nicht mehr die Gebenden sind, sondern selbst Unterstützung brauchen? 
  • Wer bin ich, wenn ich aus der Tochterrolle herauswachse?
  • Wer ist mein Kind, wenn es dabei ist, sich abzulösen, und ein eigenständiger Erwachsener wird?
     

Autorin: Susanne Zehetbauer
aus: KDFB engagiert 8+9/2019

 

 

 

 

 

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