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Die Klimafreundliche

Claudia Deckelmann, Foto: privat

Die vermeintlich kleinen Dinge im Alltag sind es, die darüber entscheiden, wie unsere persönliche CO2-Bilanz aussieht. Claudia Deckelmann aus Inzell versucht, klimaneutral zu leben.  

Es war schon immer ihr Thema: Müll trennen, Energie sparen – seit der Jugend liegt ihr das nah. Doch irgendwann kam der Tag, da war für Claudia Deckelmann aus dem oberbayerischen Inzell klar: Das reicht nicht. „Wenn wir noch zehn Jahre schlafen, können wir nichts mehr gegen den Klimawandel tun. Wir müssen jetzt unser Leben ändern.“ Sie schloss sich mit sieben Gleichgesinnten aus ihrer Pfarrei zur Gruppe „100xklimaneutral“ zusammen. Sie bestärken sich, neue Wege zu gehen und informieren über klimaneutrales Leben. Erklärtes Ziel ist es, andere anzustecken: „Wenn wir 100 Personen sind, wollen wir zusammen ein Fest feiern.“

Über die kleinen Unbequemlichkeiten steigen

Die Sozialpädagogin und Mutter zweier Schulkinder hat sich auf einen Weg gemacht, um mit vielen einzelnen Schritten die Umwelt zu schonen. Ihre Familie zieht mit und bewältigt immer wieder kleine Unbequemlichkeiten. „Es wird viel diskutiert, aber im Grunde unterstützen alle die Idee.“ Die Kinder mal schnell mit dem Auto zum Sport bringen – im Hause Deckelmann der absolute Ausnahmefall. „Sie sollen sich ja ohnehin bewegen, ich begleite sie mit dem Fahrrad. Man muss halt mehr Zeit einplanen.“ Biotomaten aus dem Supermarkt in Plastikverpackung: „Die kaufe ich einfach nicht mehr. Wenn es denn unbedingt Tomaten sein sollen, fahre ich zum Bioladen und hole welche ohne Verpackung.“ Eingekauft wird mit dem Fahrrad. Bei jedem Wetter. „Ich teile den Großeinkauf jetzt einfach auf mehrere Einkäufe auf. Und bin mit Rucksack und Korb gut ausgestattet.“ Urlaubsziele werden so ausgewählt, dass sie mit Zug oder Auto zu erreichen sind.

Kompensationsabgaben: Für verursachte Schäden aufkommen

Immer wieder merkt die Inzellerin, dass es keine einfachen Antworten gibt: Was ist besser? Die Äpfel aus Deutschland, die seit einem halben Jahr im Kühlhaus liegen, oder die frischen Äpfel aus Argentinien? Was sie selbst nicht klimaneutral lösen kann, wird mit einer Kompensationsabgabe abgegolten. 140 Euro hat die Familie im vergangenen Jahr gezahlt. „Manche sagen, damit wäscht du dir doch eine weiße Weste, aber ich sehe das anders. Wenn wir bei einem Nachbarn etwas beschädigen, kommen wir auch dafür auf. Jeder Mensch in der westlichen Welt fügt dem Planeten dauernd Schaden zu, weil unser CO2-Ausstoß zu hoch ist. Dafür komme ich auf.“ Mit dem Geld werden CO2-sparende Projekte auf anderen Kontinenten unterstützt.

Als Claudia Deckelmann gestartet ist, lag ihr jährlicher CO2-Ausstoß mit etwa zehn Tonnen, eine Tonne unter dem deutschen Durchschnitt. CO2-Ausstoß berechnen. Mittlerweile ist sie bei knapp sechs Tonnen angekommen. Den eigenen CO2-Ausstoß kann man mit dem Klimarechner des Umweltbundesamtes berechnen. Bei zwei Tonnen pro Kopf liegt die Grenze, die der Weltklimarat setzt. Eine Herausforderung, die sie angenommen hat.

Informationen über Ausgleichszahlungen für den eigenen CO2-Ausstoß, findet man bei Klima-Kollekte oder atmosfair.

 

 

Autorin: Claudia Klement-Rückel
aus: KDFB Engagiert 6/2019