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Bildmeditation zum Weltgebetstag: Steh auf und geh!

Das Bild zum Weltgebetstag stammt von der Malerin Nonh­lanhla Mathe. Foto: © Nonhlanhla Mathe

Das Bild zum Weltgebetstag hat die Malerin und Designerin Nonh­lanhla Mathe gestaltet. Sie hat ihr Atelier in der zweitgrößten Stadt Simbabwes, in Bulawayo. Dort arbeitet sie zusammen mit anderen Kunstschaffenden an der Nationalgalerie. Die Meditation zum Bild führt nicht nur zu den Frauen in Simbabwe, sondern auch zu sich selbst.

 

"Steh auf und geh!“: Diese Aufforderung Jesu an einen Kranken (Joh 5,1-9) rücken die Frauen aus Simbabwe ins Zentrum des Weltgebetstags. Obwohl sie tagtäglich mit einer harten Lebenswirklichkeit kämpfen müssen, geben sie allen, die sich in diese Bibelstelle vertiefen, tröstende und hoffnungsvolle Gedanken mit.

Im Bibeltext begegnet Jesus einem seit Langem daniederliegenden, kranken Menschen. Er fragt ihn, ob er gesund werden wolle, und der Kranke klagt ihm sein Leid. Er hat keinen Menschen. Niemand hilft ihm, zum heilenden Wasser zu gelangen. Jesus fordert den Kranken auf, aufzustehen und zu gehen. Diese Worte heilen.

Die Malerin Nonhlanhla Mathe hat in ihrem Bild zum Weltgebetstag Gedanken aus der Bibelstelle aufgegriffen und gestaltet. Das sticht sofort ins Auge: Die rot gewandete Frau auf der linken Seite scheint alles zu überstrahlen, wie sie jubelnd ihre Hände nach oben streckt und in dieser Gebetshaltung Freude, Dank und Zuversicht ausstrahlt. In ihrem Rücken geht die Sonne auf, fröhlich flattert die Landesfahne, sie berührt die berühmten Ruinen aus einer Blütezeit des Landes zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert. So könnte jemand dastehen, der über seine Heilung jubelt.

Keine ist alleine

Aber auch die zwei Personen rechts verweisen auf den Bibeltext. Der Hintergrund erscheint düster, der Baum wirkt wie abgestorben. Bei aller Düsternis, die Szene ist nicht nur traurig, denn ein Mensch hilft einem anderen auf die Beine.

In der Bildmitte kuschelt sich ein Kind an eine ältere Person, die ihm den Arm um die Schultern legt. Ein vertrautes Zusammensein, Schutz und Nähe werden gezeigt. Keiner ist allein, jeder der beiden hat jemanden, der ihm nahe ist.

Was löst die entgegengestreckte Hand in mir aus?

Um den Text der Bibel zu vertiefen, können Sie sich gedanklich in jede der abgebildeten Personen hineinversetzen. Welche kommt Ihrem inneren Befinden, Ihrem Bedürfnis, Ihren Sehnsüchten am nächsten?

Fühlen Sie sich am Boden? Sehnen Sie sich danach, dass Ihnen jemand die Hand reicht und Sie nach oben zieht? Wie fühlt es sich an, wenn Sie die Hand nach der angebotenen Hilfe ausstrecken?

Oder sind Sie im Moment dabei, anderen die Hand zum Aufstehen zu reichen? Ist Ihnen bewusst, dass Sie dabei ganz nahe an dem sind, was Jesus getan hat? Dass Sie dabei in seine Rolle schlüpfen?

Vielleicht möchten Sie sich lieber in das Kind einfühlen, das sich in der Umarmung an jemanden anlehnen kann. Oder sind Sie diejenige, die Ihre Arme zum Schutz und Trost für andere bereitwillig öffnet?

Bei der Frau in Rot bietet es sich an, nicht nur meditativ in die Figur hineinzuspüren. Es ist nicht schwierig, sich so hinzustellen wie sie: breitbeinig, gerade aufgerichtet, mit weit geöffneten Armen, die Handflächen nach oben. Erspüren Sie, was diese Haltung mit Ihnen macht. Und lauschen Sie nach, was Jesu Wort jetzt in Ihnen auslöst: „Steh auf und geh!“ Wohin wollen Ihre Füße Sie tragen?

 

Autorin: Anne Granda
aus: KDFB engagiert 1+2/2020

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