KDFB

„Lassen Sie uns gemeinsam etwas bewegen!“

KDFB-Landesvorsitzende Emilia Müller mit den Postkarten der Aktion "Bayern ist Vielfalt" (Foto: Gras, KDFB)

Mit klaren Zielen vor Augen hat Emilia Müller ihr neues Amt als KDFB-Landesvorsitzende angetreten. Mit Blick auf die Landtagswahlen am 14. Oktober startet sie eine Postkartenaktion. 

KDFB Engagiert: Welche Ziele haben Sie sich als Vorsitzende des KDFB in Bayern gesetzt?

Emilia Müller: Ganz grundsätzlich sehe ich meine Aufgabe darin, die Attraktivität dieses lebendigen Verbandes weiter zu stärken. Ich möchte die Vielfalt und auch die Sichtbarkeit des größten Frauenverbands in Bayern weiter fördern und dieses gewachsene und starke Netzwerk von Frauen für Frauen pflegen und ausbauen; und da­bei insbesondere auch bei jüngeren Frauen das Interesse an der tollen Ar­beit des Frauenbundes wecken. 

KDFB Engagiert: Der Frauenbund begreift sich als überparteilich – sehen Sie darin eine Schwierigkeit als CSU-Politikerin? 

Emilia Müller: Nein, keineswegs. Dem Frauenbund war ich stets eng verbunden, so war beispielsweise auch meine Amtszeit als Sozialministerin geprägt von einer äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit im Sinne zentraler ge­meinsamer frauen- und gleichstellungspolitischer Ziele. Nur zusammen konnten wir Verbesserungen bei der Mütterrente erreichen: die Frauenbundfrauen durch ihr nie nachlassendes gesellschaftspolitisches Engagement und ich als Frauenpolitikerin im Rahmen von Koalitions- und Regierungsverhandlungen. Zudem haben mich Kernforderungen wie die Chancengleichheit von Frauen und Männern, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder eine gerechte Alterssicherung für Frauen in allen meinen Funktionen begleitet. Ge­rade in der Gleichstellungs- und in der Sozialpolitik ist es wichtig, dass wir Frauen an einem Strang ziehen. Mit der Wahl zur KDFB-Vorsitzenden in Bayern stehe ich nun nach fast 15 Jahren im Bayerischen Kabinett vor einem neuen Weg – aber mein Herzensanliegen bleibt dasselbe: die Förderung von Frauen in den unterschiedlichsten Lebensbiografien. Und genau dafür, für gelebte und aktive Frauensolidarität, möchte ich mich in den kommenden Jahren einsetzen: da­mit Frauen nicht nur auf dem Papier gleiche Chancen haben, sondern dass sie diese auch aktiv, selbstbestimmt und selbstbewusst erkennen und zu nutzen verstehen. Lassen Sie uns gemeinsam et­was bewegen im Interesse der Frauen und einer solidarischen, weltoffenen und demokratischen Gesellschaft! 

KDFB Engagiert: Als Sozialministerin waren Sie für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen zuständig. Welchen Stellenwert hat das Thema für Sie heute? 

Emilia Müller: Das Thema Flucht und Integration be­schäftigt mich weiterhin sehr – auch mit Blick auf die Frauen und Familien, die in den vergangenen Jahren hier in Bayern angekommen sind. Ich weiß, wie stark das En­gagement im Frauenbund gerade in der Flüchtlingshilfe und bei der Integrationsarbeit war und weiterhin ist. Die Leistung, die gerade von Seiten der vielen Ehrenamtlichen in Bayern bei der Begleitung und Betreuung von geflüchteten Menschen er­bracht wurde, war und ist enorm.Für mich war immer Humanität die Triebfeder für die Unterbringung. Vor allem auch mit Hilfe der vielen Ehrenamtlichen konnte die große Herausforderung bewältigt werden. Jetzt geht es darum, die Integration all derer, die bei uns bleiben werden, gut zu begleiten. Das ist eine langfristige Aufgabe, die viel Zeit, Geduld und eine gute Struktur braucht. 

KDFB Engagiert: Was will der KDFB mit der Aktion „Bayern ist Vielfalt“ bewirken?

Emilia Müller: Die Postkartenaktion soll mit der Leitfigur unserer Bavaria ein klares Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Weltoffenheit und Vielfalt sein. Diese Elemente machen seit jeher die Stärke und das Wesen Bayerns aus. Wir wollen mit der Postkarte „Bayern ist Vielfalt“ ein Zeichen in mehrfacher Hinsicht setzen:

  • als Aufruf, am 14. Oktober wählen zu gehen und so Gesellschaft aktiv mitzugestalten; 
  • als Appell, den Wert von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hochzuhalten. Denn wir erleben tagtäglich – im Ausland, aber auch in Deutschland und Bayern – wie populistische und ausgrenzende Tendenzen zunehmen und die Gesellschaft vergiften;
  • als Anstoß, sich darauf zu besinnen, wie vielfältig Bayern ist. Das veranschaulichen wir mit den unterschiedlichen Frauenfiguren wie auch mit unterschiedlichen Farbversionen – Verallgemeinerungen und grobes Schubladendenken passen nicht zu einer offenen Gesellschaft.

KDFB Engagiert: Wann würden Sie die Postkarten­aktion als einen Erfolg werten?

Emilia Müller: Zum einen, wenn das Aktionsmaterial reißenden Absatz bei Diözesanverbänden und Zweigvereinen findet. Da bin ich guter Dinge. Zum anderen, wenn wir mit dieser Aktion dazu beitragen können, dass wir ein Parlament be­kommen, das für Vielfalt und Demokratie in Bayern steht und in dem Parteien, deren Programm vor allem auf Ausgrenzung und Abschottung ba­siert, keinen Raum finden. 

Interview: Eva-Maria Gras
aus: KDFB Engagiert 8+9/2018