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Geschichte zum Anfassen

Da wird Geschichte lebendig: Pfahlbaumuseum Unteruhldingen (Foto: F. Müller)

Was haben die Menschen vor Hunderten von Jahren gegessen? Welche Spiele wurden gespielt? Und wie gestaltete sich der Alltag im Vergleich zu heute? – Antworten auf diese Fragen können Kinder und Jugendliche in Freilichtmuseen finden.

 

 

 

 

„Hier wird Geschichte lebendig! Freilichtmuseen sind toll, weil sie ein spannendes Erlebnis für alle Sinne bieten“, erklärt Museums­pädagogin Vera Edelstein. „Es gibt so viel zu entdecken, zu sehen, zu riechen, zu fühlen und manchmal sogar zu schmecken. Durch die Nachbauten fällt es einem leicht, in vergangene Zeiten einzutauchen und sich vorzustellen, wie Menschen damals gelebt haben.“ Vera Edelstein arbeitet für das Pfahlbauten-Museum Unteruhldingen, eines der ältesten Freilichtmuseen in Euro­pa. Die originalgetreu nachgebaute Siedlung aus der Stein- und Bronzezeit mit 23 Ge­bäuden liegt direkt am Bo­denseeufer und entführt in die Lebenswelt vor 3000 bis 6000 Jahren. Steinzeit-Mann Uhldi zeigt, wie zur Pfahlbauzeit gearbeitet wurde. Außerdem kann man sich im Steinzeitwagen-Rennen messen, und für kleine Archäologen gibt es eine Ausgrabungsstelle.

 

 

Die Führer tragen antike Gewänder

 

In die Römerzeit führt der Archäologische Park Cambodunum in Kempten. In dem Freilichtmuseum können Besucher die Überreste der äl­testen urkundlich erwähnten Römerstadt Deutschlands besichtigen. Jeden zweiten Sonntag finden Führungen mit „echten Römern“ in an­tiken Gewändern statt.

Das Ende der Römerzeit um 500 markiert den Beginn des Mittelalters. Im Geschichtspark Bärnau-Tachov an der tschechischen Grenze kann man das mittelalterliche Le­ben vom 9. bis zum 13. Jahrhunderts kennenlernen. Das Freilichtmuseum zeigt es in 30 rekonstruierten Ge­bäuden. Hier können Kinder neugierig Tü­ren öffnen, kunstvoll beschlagene Truhen, Fellsitze und offene Kochstellen bewundern. Am 26. August gibt es ein buntes Kinder- und Familienfest. 

Der Neuzeit widmen sich die meisten Freilichtmuseen in Deutschland. Sie zeigen ländliche, regionale Kultur- und Alltagsgeschichte, wie zum Beispiel das Freilichtmuseum Glentleiten im 

oberbayerischen Großweil. 60 historische Gebäude, entstanden zwischen 1482 und 1981, erzählen mit ihrer Einrichtung und vom Leben vergangener Generationen.

Für Kinder gibt es dazu das Buch „Das Geheimnis der Türen“ von Diana Hillebrand, mit dem sie das Freilichtmuseum Glentleiten entdecken können.


Autorin: Karin Schott
aus KDFB Engagiert 8+9/2018