Inhaltsverzeichnis

Aktuelles

30.06.17
Nachricht:

Gleichberechtigung ist noch lange nicht Gleichstellung

KDFB fordert „Parité in den Parlamenten“ und Bildungsurlaubsgesetz für Bayern

MÜNCHEN. Nur ein Drittel der Landtagsabgeordneten in Bayern sind Frauen, sechs Prozent der Landräte und acht Prozent der Bürgermeister. Das ist viel zu wenig. Ziel ist für den Bayerischen Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB): Aus Gleichberechtigung muss Gleichstellung werden. Damit das Wirklichkeit wird, forderten die Delegierten des KDFB Landesverbandes am Freitag in München ein Paritätsgesetz.

„Die Zahl von Frauen in politischen Ämtern und parlamentarischen Gremien muss ihren Bevölkerungsanteil widerspiegeln. Erst dann wird die von Grundgesetz und bayerischer Verfassung garantierte Gleichberechtigung auch in den Parlamenten endlich Wirklichkeit sein“, so die KDFB-Vorsitzende Elfriede Schießleder. „Der Frauenbund wird sich deshalb stark machen für ein Paritätsgesetz auf Landesebene. Dann müssen Männer und Frauen gemäß ihrem Bevölkerungsanteil auf den Wahllisten vertreten sein.“ Diese Forderung erstrecke sich nicht nur auf die Landtagswahl und die Regierungsbildung 2018, sondern gelte ebenso für die kommenden Kommunalwahlen. 

Das Parlament muss Spiegelbild der Gesellschaft sein

„Als Volksvertretungen müssen Parlamente auch ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Deshalb brauchen wir für die Frauen, die mehr als 50 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, auch eine adäquate Anzahl an Frauen in den Parlamenten“ leitete Eva Gottstein, Mitglied der Fraktion der Freien Wähler im Bayerischen Landtag eine Diskussion der Delegierten zum Thema Parité ein.

Die Zeit ist reif ist für ein bayerisches Bildungsurlaubsgesetz, so die Position des KDFB. Solche Gesetze gibt es außer in Bayern und Sachsen in allen Bundesländern. Der KDFB möchte, dass darin explizit auch die (Weiter-)Qualifizierung im Ehrenamt als Bildungszweck aufgenommen wird. Alle Arbeitnehmerinnen sollen – flächendeckend und unabhängig von Tarifverträgen – das Recht auf bezahlte Freistellung zur beruflichen oder politischen Weiterbildung sowie auch ausdrücklich zur Qualifizierung für die Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten in Anspruch nehmen können.

Flexiblen Arbeitsmodellen gehört die Zukunft

Die Delegierten des größten Frauenverbands Bayerns bewegte auch die Gestaltung der Arbeitswelt. In Zukunft werden Mobilität und Flexibilität noch mehr gefordert sein als bisher. Der KDFB hält deshalb allgemein verbindliche Regelungen zu Arbeits- und Ruhezeiten bei mobilen Arbeitsplätzen und im Homeoffice für unerlässlich. Er wird sich einsetzen für die Einführung einer Familienarbeitszeit, lebenslauforientierte Wahlarbeitszeit-Modelle sowie für die Neudefinition der wöchentlichen Regelarbeitszeit. Um Gesundheit und Arbeitskraft in einer sich stark verändernden Arbeitswelt zu erhalten, sind nach Ansicht des KDFB-Landesverbandes Formen des betrieblichen Gesundheitsmanagements passgenau weiterzuentwickeln.

Der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern – so der neue, leicht geänderte Firmenname – ist ein unabhängiger Frauenverband mit 165.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1911 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

Redaktion: Ulrike Müller-Münch, Öffentlichkeitsreferentin
www.frauenbund-bayern.de