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Titelbild 7/2017

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Der Frieden braucht mutige Frauen

Margot Käßmann predigte bei der Frauenfriedenswallfahrt des KDFB. Fotos: Klöckner

Im Reformationsjahr setzte die Frauenfriedenswallfahrt des KDFB einen ökumenischen Akzent: Die Predigt hielt die evangelische Theologin Margot Käßmann.

Unter dem Motto „Frauen für den Frieden“ veranstaltete der KDFB am 13. Mai seine traditionelle Frauenfriedenswallfahrt. Sie fand mit rund 400 Frauen in der Frauenfriedenskirche Frankfurt-Bockenheim statt. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017, rief im ökumenischen Gottesdienst dazu auf, die Stimme für den Frieden zu erheben und mutig gegen Krieg und Aufrüstung zu demonstrieren.

„Frieden in Deutschland, in Europa und weltweit war und ist für den Frauenbund eine große Herausforderung. Aufgrund unserer christlichen Werthaltung fühlen wir uns mitverantwortlich für den Frieden und verurteilen Krieg und Gewalt sowie jede Form von Unterdrückung und Missachtung der Menschenrechte“, erklärte KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth bei ihrer Begrüßungsrede. Offenheit gegenüber anderen Religionen und Kulturen, Meinungsfreiheit, Solidarität und Menschenwürde kennzeichnen demokratisches Zusammenleben und gerechte Lebensbedingungen, die unerlässlich seien zur Sicherung des Friedens. Flachsbarth erinnerte daran, dass vor 100 Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, die damalige KDFB-Präsidentin Hedwig Dransfeld den Bau der Frauenfriedenskirche initiierte, um ein Mahnmal für den Frieden zu schaffen. 

Hinschauen bei nationalistischen Tendenzen 

Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin des KDFB, erinnerte in ihrer theologischen Betrachtung mit dem Thema „Auf der Suche nach dem verlorenen Frieden“ an Frauen wie Bertha von Suttner, Hedwig Dransfeld oder Helene Weber, die gegen den Wahnsinn des Krieges angegangen waren. Angesichts gegenwärtiger nationalistischer Tendenzen und nationaler Egoismen, Ablehnungs- und Hasskultur appellierte sie an die Frauen, hinzusehen und nicht wegzuschauen, mitzufühlen und da zu sein. „Gehen wir auf diesem Weg des Friedens“, so Sandherr-Klemp. „Gehen wir ihn gemeinsam, verbunden miteinander und mit uns selbst, verbunden mit Gott und der Welt. Gehen wir ihn besonnen, und gehen wir ihn zuversichtlich.“

Für den Frieden auf die Straße gehen 

Viel Beifall fanden die deutlichen Worte von Margot Käßmann. Im Gottesdienst der Frauenfriedenswallfahrt rief sie dazu auf, als Frauen das Engagement für Frieden öffentlich zu machen, auf die Straßen zu gehen und nicht hinter Kirchenmauern zu bleiben. Gerade in der aktuellen nicht-friedlichen Zeit seien mutige Frauen gefragt, die lautstark die Logik des Krieges anprangern, leidenschaftlich für Frieden eintreten und sich nicht beirren lassen, wenn sie zur Seite gedrängt und belacht werden, so Käßmann. 

Mit Blick auf das Reformationsjubiläum stellte sie fest, dass Frauen über konfessionelle und nationale Grenzen hinweg durch die Taufe Schwestern im Glauben seien und dass vor allem von ihnen ökumenische Lernprozesse ausgingen. Wichtig sei dabei, nicht auf Unterschiede fixiert zu sein, sondern Vielfalt zu feiern und Gemeinsames in den Vordergrund zu stellen. 

Weitere Elemente der Frauenfriedenswallfahrt waren ein gemeinsamer Stationenweg in der Umgebung der Kirche sowie das Teilete – das Teilen von Essen –, die bei strahlendem Sonnenschein an reich gedeckten Tischen im Freien stattfand. Musikalisch wurde die Wallfahrt von der Schola und Instrumentalgruppe des KDFB-Diözesanverbandes Speyer unter der Leitung von Monika Keggenhoff gestaltet. 

Frauenfriedenskirche muss saniert werden

Die Frauenfriedenskirche war 1929 dank der Spenden aus dem Frauenbund und anderer katholischer Frauenorganisationen errichtet worden. Das Friedensdenkmal muss nun saniert werden – und weil auch dafür Unterstützung erforderlich ist, wird der Frauenbund seine diesjährige Spendenaktion zugunsten des Frankfurter Kirchenbaus ausrichten. Mehr dazu im Oktoberheft von KDFB Engagiert. Wer jetzt schon spenden will, kann seinen Beitrag auf das Konto des KDFB überweisen, Liga Bank Regensburg, IBAN DE97 7509 0300 0202 2085 55. BIC: GENODEF1M05, Stichwort: FRIEDEN. 

Autorinnen: Ute Hücker/Gabriele Klöckner

aus: KDFB Engagiert – Die Christliche Frau 7/2017  


Eingestellt: 3.07.17

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