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Eherecht: Frauen, macht die Augen auf!

Welche verlobte Frau denkt schon an Rechtsfragen, wenn sie schwer verliebt ist? Dennoch gilt es, die Augen auf zu machen, bevor man sich lebenslänglich bindet. Für manche Paare ist ein Vertrag sinnvoll.

 

Wer heiraten will, sollte das Rechtliche vor dem Jawort regeln. Eine neue Broschüre und ein Faltblatt (siehe unten) machen deutlich: Ein Ehevertrag ist in vielen Fällen Gold wert.

 

Für die Zuverdienerin: Ist abzusehen, dass die Frau nach der Hochzeit in Teilzeit arbeiten wird, der Ehepartner aber voll berufstätig ist? Dann kann ein Ehevertrag regeln, wie der Unterhalt aussehen soll, wenn die Ehe in die Brüche gehen sollte. Zu prüfen ist auch, ob eine zusätzliche Altersversorgung für die Frau aufgebaut werden soll.

Für die Hausfrau: Ist der Ehemann berufstätig und managt die Frau vollzeitig Kinder und Haushalt, sollte der nacheheliche Unterhalt unbedingt geregelt werden. Sonst besteht das Risiko, dass sich ihr Lebensstandard bei einer Scheidung deutlich verschlechtert. Schließlich ist es nicht so leicht, nach der Familienpause eine einträgliche Stelle zu finden. Im Ehevertrag kann etwa vereinbart werden, dass die Hausfrau Anspruch auf Unterhalt hat, wenn sie sich für den Arbeitsmarkt qualifizieren will. Auch die Altersvorsorge kann so abgesichert werden.

Für Doppelverdiener: Selbst wenn beide Eheleute zunächst vollzeitig berufstätig sind, kann sich das ändern. Zieht das Paar in eine andere Stadt, weil der Mann eine neue Stelle hat, muss die Frau möglicherweise einen schlechter bezahlten Job annehmen. Oder: Es kommen Kinder und die Karrierechancen der Frau schwinden, weil sie dann nicht mehr so flexibel ist. Und wie schaut es bei einer Trennung aus, wenn sie nicht mehr voll berufstätig sein kann, weil sie die Kinder allein betreut? Für diese Fälle können im Ehevertrag vorsorglich individuelle Regelungen getroffen werden.

Für die Unternehmerin oder Erbin: Wird kein Ehevertrag geschlossen, so fällt ein Unternehmen, das die Frau in die Ehe einbringt, oder ein Er­be, das ihr zufällt, in den Zugewinnausgleich. Bei einer Trennung ist das in der Regel mit Nachteilen verbunden. Denn die Frau müsste den Wertzuwachs des Erbes oder des Unternehmens, der während der Ehe gewonnen wurde, ausgleichen. Ein Ehevertrag kann den Güterstand entsprechend regeln.

Für die späte Braut: Wer im fortgeschrittenen Alter heiratet, kann im Ehevertrag beispielsweise den Altersunterhalt ausschließen und eine Gütertrennung vereinbaren.

Für die Braut mit ausländischem Partner: Wird die Ehe im Ausland geschlossen, kann das dortige Ehegüterrecht zur Anwendung kommen. Gemischt nationale Ehepaare sollten die Folgen bedenken, sie können eine Rechtswahl treffen.

Für die Braut, die eine Frau liebt: Gleichgeschlechtliche Paare können ihre Beziehung mit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft rechtlich absichern. Auch die für diesen Fall vorgesehenen gesetzlichen Regelungen passen nicht immer. Daher ist ein auf die persönliche Lebenssituation zugeschnittener Lebenspartnerschaftsvertrag sinnvoll.

Für die Frau, die sich nicht traut:  Bei unverheirateten Paaren ist ein Partnerschaftsvertrag sinnvoll, da gesetzliche Regelungen wie bei der Ehe fehlen. Es kann zum Beispiel festgelegt werden, dass die Frau bei einer Trennung Unterhalt erhält, wenn sie die Kinder betreut. Ist sie wegen der Kinder länger nicht berufstätig, ist auch ein Vermögensausgleich sinnvoll. Ein Partnerschaftsvertrag muss nicht notariell beurkundet werden, außer er enthält Regelungen zu Immobilieneigentum.

Eva-Maria Gras

 

 

 

Der Klick zum Eherecht

 

Über alle Tücken des Eherechts informiert die 118 Seiten starke Broschüre „Ehe und Partnerschaft rechtlich begleiten“, die das Bayerische Sozialministerium herausgibt. Sie ist kostenlos herunterzuladen unter www.bestellen.bayern.de. Mit einem Faltblatt und dem Internetportal www.valentina-sagt-ja.de macht der Bayerische Landesverband des KDFB auf die Broschüre des Sozialministeriums aufmerksam. Das Faltblatt soll junge Frauen ansprechen und ist zu bestellen beim Bayerischen Landesverband des KDFB, Schraudolphstr. 1, 80799 München, Telefon 089/28623–6, Telefax 089/28623–799, E-Mail: info@frauenbund-bayern.de.

 


Eingestellt: 29.05.17

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