KDFB

Malen ist Freiheit

Kunst ist eine Tochter der Freiheit: Malerin Christa Mörder-Fischer. Foto: Bardehle

Die freischaffende Künstlerin Christa Mörder-Fischer leitet seit zehn Jahren Acryl-Malkurse im KDFB. 

"Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ Diese Worte Friedrich von Schillers treffen für Christa Mörder-Fischer den Kern ihrer Arbeit: Seit zehn Jahren gibt die Künstlerin für das KDFB-Bildungswerk Arcyl-Malkurse in Cham. Sie sagt: „Dabei können die Frauen die Freiheit finden, um für sich etwas Einzigartiges zu schaffen.“

Die gebürtige Ambergerin freut sich jedes Mal über die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Teilnehmerinnen: „Das merke ich in dem Moment, in dem sie sich erstaunt zeigen, was sie schon erreicht haben. Aber auch die Gruppendynamik bewegt viel in den Frauen.“ Im Laufe der Jahre sind in den KDFB-Kursen hunderte Bilder entstanden, die die 68-Jährige fotografiert hat und als Fotobücher in ihrem Atelier im oberbayerischen Feldkirchen-Westerham aufbewahrt. Zu vielen Bildern kann sie erzählen, welche Gedanken in den Entstehungsprozess eingeflossen sind: „Wir erarbeiten uns ein Bild. Ich kann mich gut in Menschen hineinversetzen. Und so erkenne ich, was an einem Bild fehlt.“

Die Teilnehmerinnen scheinen das Einfühlungsvermögen von Christa Mörder-Fischer sehr zu schätzen, denn zehn der insgesamt 17 Frauen, die regelmäßig teilnehmen, sind seit Anfang an bei jedem Kurs dabei. Am ersten Kurstag gehe es zunächst darum, zur Ruhe zu kommen und es zuzulassen, „in eine andere Welt einzutauchen“. Die Themen der Kurse variieren, das Material nicht: Acrylfarbe, Pinsel und Leinwände bestimmen die Maltechnik. Beim letzten Kurs „Vom Realismus zur Abstraktion“ ging es zum Beispiel darum, ausgehend von der eigenen Vorstellung eines Motivs zu abstrahieren.

Das richtige Sehen steht am Anfang 

"Malen ist geistige Arbeit. Das Erkennen eines Motivs und das richtige Sehen stehen am Anfang“, erklärt die Künstlerin. Wer beispielsweise einen Baum malen will, sollte nicht nur die Äste und Blätter genau betrachten, sondern auch die Zwischenräume, seine Rundungen und den Lichteinfall. Nach der Motivwahl geht es darum, die Farbkompositionen auszuwählen und die richtige Technik zu lernen.

Christa Mörder-Fischer, die ein Kunststudium an der Akademie Faber-Castell in Nürnberg absolviert hat und auch als Grafikerin arbeitet, bevorzugt Motive aus der Natur: „Diese Vielfalt ist Vorbild und Antriebskraft für mich. Grundsätzlich muss mich ein Motiv fesseln, sonst kann ich es nicht malen.“ Oftmals entscheidet sich die Künstlerin für ein Aquarell. Für sie ist das die „Kür der Malerei“, zugleich aber auch die schwierigste Kunstform, da wenig ausgebessert werden kann. Die Vorteile scheinen aber zu überwiegen: „Aquarellmalen ist nicht so aufwendig. Ich kann mit meinem kleinen Kasten, Pinsel und Block einfach in die Natur losziehen.“

Fotos als Inspirationsquelle

Häufig nutzt sie Fotos als Inspirationsquelle, auch in den Kursen dienen Fotografien vielen Teilnehmenden als Vorlage. Und dort steht nicht nur die künstlerische Entwicklung im Mittelpunkt, sondern der ganze Mensch. KDFB-Frau Annemie Argauer, Initiatorin der Kurse, schwärmt von einem befreienden Gefühl, das sie während der kreativen Tage erfasst: „Der Pinsel malt den Staub von der Seele. Das tut immer wieder gut!“  

Tipp: Der nächste Acryl-Malkurs mit der Künstlerin Christa Mörder-Fischer für EinsteigerInnen und Fortgeschrittene findet vom 13. bis 17. Februar 2020 im Exerzitienhaus in Cham statt. Interessierte können sich hier anmelden.

Autorin: Karin Schott
aus: KDFB engagiert 5/2019