KDFB

Mein Lieblingsplatz

Die KDFB-Frauen (von oben nach unten) Marianne Bäumler, Bärbel Benkenstein-Matschiner, Beate Born, Rosalinde Göppel, Hiltrud Lennert, Karin Schlecht, Sabine Slawik und Ulrike Stowasser. Fotos: privat

Frauenbundsfrauen verraten, wo ihre Herzen höher schlagen

Von einem Lieblingsplatz zu erzählen heißt, einen freundlichen Blick auf ein kleines Fleckchen Erde zu lenken. Frauenbundsfrauen verraten, wo ihr Herz höher schlägt.

Wie es das Wort schon verrät: Lieblingsplätze haben etwas mit Liebe zu tun. Denn wer genau hinspürt, fühlt, dass bestimmte Orte das Herz besonders anrühren und in Bann halten können. Oder sie lassen das Herz höher schlagen, sich öffnen, sich weiten oder leicht werden. Und wie sich Liebe meist nicht bis ins Letzte erklären lässt, gilt das auch für die Wirkung und Ausstrahlung von Orten, die Menschen tiefer ansprechen. 

Dass es diese Orte gibt, weiß auch die Schriftstellerin Meike Winnemuth, die über ihre Reisen schreibt: „Ich glaube, jeder hat seine eigene Seelenlandschaft, eine, die zu ihm spricht, die ihm was Wichtiges zu sagen hat. So einen Ort zu haben, an den man jederzeit zurückkehren kann wie zu einer Kur, ob tatsächlich oder in Gedanken, ist unendlich tröstlich.“

Eine Landschaft, ein Ort spricht die Seele an. Wenn das geschieht, gilt es zu hören, zu sehen und genau wahrzunehmen, was da Besonderes und Gutes auf einen zukommt. Das gelingt vor allem dann, wenn man langsam reist und nicht, wie so oft auf Reisen, ein Eindruck den nächsten zudeckt. Oft wird erst im Nachgang klar, dass man von irgendetwas besonders gepackt worden ist.  

Spätestens wenn man sicher weiß, dass es diesen besonderen Ort gibt, fängt der Kampf darum an, sich ihn auch ausreichend oft zu gönnen. Zwar gilt für manche kraftspendende Plätze, dass man sie im Leben nur einmal sehen wird. Sie können aber zu leuchtenden Perlen der Erinnerung werden. Auch dafür muss man sich Zeit nehmen. 

Der Frauenbund versucht, im Rahmen seines Schwerpunktthemas „LebZeiten“ den Zusammenhang zwischen Zeit und Lebensqualität zu ergründen. Die Erfahrungen der Frauenbundsfrauen mit ihren Lieblingsorten zeigen, dass es sich lohnt.

In der Altstadt – Marianne Bäumler, KDFB-Vizepräsidentin: 

Die Regensburger Altstadt ist mein Lieblingsort. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich dort für mich zwei sehr unterschiedliche Gefühle verbinden: zu Hause zu sein und gleichzeitig im Urlaub. Ich genieße es, durch die schmalen Gassen zu spazieren und – auch nach Jahrzehnten – immer wieder etwas Neues zu entdecken. Der Wechsel zwischen mittelalterlichen Gassen und kleinen Plätzen, die zum Verweilen einladen, macht den Zauber aus. Jeder Winkel hat seinen eigenen Charakter, wartet mit einer ganz eigenen Stimmung auf, und wo immer ich mich auch hinsetze, ich habe etwas im Blick, was von der Geschichte der Stadt erzählt und dem Ort sein besonderes Flair gibt. Vielleicht kommt meine Begeisterung schon aus der Kindheit. Ich bin im ländlichen Raum, im niederbayerischen Rohr auf einem Einödhof aufgewachsen. Es war etwas Besonderes, für Erledigungen und Einkäufe in das etwa 40 Kilometer entfernte Regensburg zu fahren. Auch heute lebe ich mit meiner Familie in einem Dorf, in Sandharlanden, das zu Abensberg gehört. In einer halben Stunde ist man mit dem Auto oder dem Zug in der Weltkulturerbestadt Regensburg. So genießen mein Mann und ich es gern, einfach nur zum Bummeln oder Essen in die Stadt zu fahren. Immer wieder mache ich wie eine Touristin bei Führungen mit. Letzthin gab es eine Kaffeehaustour, bei der ich wieder viel Neues gelernt habe. Und natürlich verbinde ich die Stadt mit ganz vielen Erinnerungen an Treffen und Begegnungen mit Frauen aus dem Frauenbund. Zum Beispiel haben wir zum 100-jährigen Bestehen des Diözesanverbandes eine Sternwallfahrt organisiert. Die vielen Zweigvereine der Diözese pilgerten nach Regensburg, und wir trafen auf dem Domplatz alle zusammen. Unvergesslich!

Am Wasser – Bärbel Benkenstein-Matschiner, Diözesanvorsitzende Passau: 

Ich lebe in einer Stadt, deren Schicksal und Reiz das Wasser ist. Die malerisch an drei Flüssen gelegene Stadt Passau, die auch immer wieder schwer vom Hochwasser gebeutelt wird, hat mich geprägt. Vielleicht haben meine Lieblingsorte deshalb alle mit dem Wasser zu tun, sei es mein Gartenteich oder das Meer. Einen besonderen Platz in meinem Herzen hat aber der Canal du Nivernais im französischen Burgund. Kilometer für Kilometer habe ich diesen vor Jahren auf einem Hausboot zusammen mit meiner Familie im Schneckentempo entdeckt. Das Zirpen der Grillen am Abend, wenn wir mit dem Boot angelegt hatten. Baguette, Käse und guter Rotwein an Deck unterm Sternenhimmel. Gemütliche Landgänge in verschlafenen Ortschaften. Der Geruch von gemähtem Gras und das Flimmern der heißen Augusttage in der Luft – all das hat sich tief eingeprägt. Es hat auch an Kindheitserinnerungen gerührt und das alte Gefühl der Leichtigkeit zurückgebracht. So zu reisen ist eine absolute Entschleunigung, und der Weg wird intensiv erlebt. 

Wenn ich im Stress bin, versetze ich mich gerne an den Canal du Nivernais mit der friedlichen Stimmung, die über ihm liegt, zurück. Ich kann mir meine Lieblingsorte in Gedanken wieder herholen. 

Als Reiseverkehrskauffrau mache ich im Urlaub gerne immer wieder Schiffsreisen. Denn ich weiß, dass ich mit dem Ablegen des Schiffs auch die Alltagssorgen hinter mir lassen kann. Das tut gut. Ich kann tagelang nur auf das Wasser schauen, ohne dass mir langweilig wird. Die Farben verändern sich, die Sonne reflektiert und blitzt mir entgegen. Einmal im Jahr versuchen wir, mit unseren beiden mittlerweile erwachsenen Kindern Urlaub zu machen – meist am oder auf dem Wasser.  

Beim Tanz der Libellen – Beate Born, Diözesanvorsitzende Trier:

Mein Lieblingsort ist die Terrasse in unserem Garten. Sie ist erst im Laufe der Jahre, die ich mit meinem Mann in Prüm in der Westeifel wohne, zu diesem Ort geworden. Dort sitze ich ganz im Grünen, denn zu den Nachbarn ist alles zugewachsen. Vor Kurzem haben wir die Terrasse überdacht, damit wir nicht bei jedem Tropfen aufspringen müssen, aber sie ist offen. Ich schaue auf unseren Goldfischteich, ein künstlich angelegtes Bächlein plätschert leise über Steine, und im Mai kommt immer „unser“ Fröschlein. Wenn ich sein Quaken höre, weiß ich, dass es jetzt bald Sommer wird. Aus dem Laich des Frosches entwickeln sich Kaulquappen, die Nahrung für Libellen, die im Hochsommer über die Wasserfläche schwirren. Ganz nah kann ich diesen Naturkreislauf verfolgen. Ich genieße die wenigen Stunden, die ich auf meiner Terrasse sitzen kann, zutiefst, denn obwohl ich nicht mehr im KDFB-Bundesvorstand bin, bin ich noch viel unterwegs. Der Teich ist für mich der Ort, um nachzudenken, zur Ruhe zu kommen, zu entspannen oder nur zu schauen. Und manchmal denke ich dann an gar nichts mehr, bin ganz weit weg und fühle mich wie im Urlaub. Ganz sicher reizen mich viele Urlaubsziele nicht, weil sie nicht wirklich mehr bieten als die Terrasse. Sie gibt mir das Gefühl, dass ich angekommen bin, ein Zuhause habe, geborgen und zufrieden bin. Allerdings sind die Tage, um auf der Terrasse sitzen zu können, durch die Natur bemessen. Das Klima der Westeifel ist rauer und fünf bis sechs Grad kälter als in der Pfalz, wo ich sehr naturverbunden in einem Weingut aufgewachsen bin. Man sagt, dass der Herbst in der Westeifel bereits Mitte August beginnt. Zwar hat sich in den letzten 30 bis 40 Jahren auch bei uns das Klima verändert und es wurde ein bisschen wärmer. Aber selbst an den wärmsten Sommertagen waren die Nächte bisher immer kühl. 

Ganz bei mir selbst – Rosalinde Göppel, Diözesanvorsitzende Eichstätt

Von außen betrachtet ist mein Lieblingsort ein eher funktionaler Gymnastikraum im mittelfränkischen Ansbach. Wie der Holzfußboden aussieht, wie die Wände beschaffen sind, ist dabei allerdings zweitrangig. Doch trotzdem macht die Gruppe, die sich hier einmal in der Woche trifft, den Dienstagvormittag sozusagen zum Lieblingsort in meinem Leben. Seit acht Jahren habe ich Yoga verbunden mit Meditation als eine Form des Gebets für mich entdeckt. Im Kreis der zwölf gleichgesinnten Frauen und einer sehr sensiblen Kursleiterin fühle ich mich dort am rechten Platz. Diese zwei Stunden gehören nur mir – sie sind mir kostbar. Ich suche dort meine Mitte und finde sie auch, ich komme runter und entspanne, ich erde mich und spiele mich wieder auf das Wesentliche ein. So entsteht eine Gottesbeziehung, die spürbar wird. Wir sprechen auch über spirituelle Themen miteinander. 

Als es vor einigen Jahren gesundheitliche Probleme in unserer Familie gab, habe ich gemerkt, dass ich für mich etwas verändern musste. Ich hatte meinem Mann eine Niere gespendet, aber leider hat sein Körper diese wieder abgestoßen. Ich war in Leerlauf geraten und brauchte eine Art Neustart. Durch eine Freundin habe ich dann diese Gruppe gefunden und konnte mich mit ihrer Hilfe wieder stabilisieren. Ich bin auf der Suche nach der Gottesbeziehung in meinem Leben und will diese pflegen. Einmal im Jahr nehme ich mir auch eine Auszeit in einem Kloster, um wieder auf das Wesentliche zu kommen. 

Ich freue mich die ganze Woche auf die Yoga-Gruppe. Doch glücklicherweise habe ich noch einen zweiten Lieblingsplatz: mein wunderschönes Zimmer unter dem Dach unseres Fachwerkhauses, das ich mir nach dem Auszug unserer vier Töchter für mich eingerichtet habe. Dort habe ich eine Gebetsecke und Platz für Yoga-Übungen und Meditation. Ich fühle mich dort sehr geborgen und bin dankbar, so einen Ort zu haben. Dort fällt mir vieles ein, das ich mir notiere. Stift und Block liegen immer bereit. Von der Liege aus, die dort steht, kann ich den Himmel sehen.       

Unterm Sternenzelt – Hiltrud Lennert, Diözesanvorsitzende Mainz: 

Mein Lieblingsort ist draußen. Ich finde in der Natur immer etwas Schönes. Die kleinen Dinge, die ich dort entdecken kann, wie das Aufblühen einer Blume oder die Ausgeklügeltheit eines Ameisenhaufens, machen mich zufrieden. Sie geschehen ohne unser Zutun und geben mir eine Ahnung von der Größe des Schöpfers. Die Natur beeinflusst mein Lebensgefühl wesentlich. Ich bin dort einfach nur glücklich. 

Besonders beeindruckt hat mich ein mehrtägiger Aufenthalt in der Wüste Ägyptens vor vier Jahren. Den Sternenhimmel dort zu erleben in all seiner Schönheit und Größe war ein unbeschreibliches Erlebnis. Die Stille, nur unterbrochen vom Geräusch des Windes, der den Sand bewegt, oder dem Heulen des Wüstenwolfs – all das macht bewusst, dass man die Geschäftigkeit des Alltags nicht zu wichtig nehmen sollte. Die Natur so intensiv zu erleben hat für mich eine spirituelle Dimension. Ich glaube, dass ich stark von meiner katholischen Jugendgruppe geprägt wurde, deren Leitspruch lautete: „Wir gehen mit offenen Augen durch Gottes schöne Welt.“ Schöne Orte in der Natur gibt es überall, ob in meinem Hanggarten, im Wald oder bei Reisen in verschiedene Länder. Bei den Campingreisen im VW-Bus mit meinem Mann kann ich die Natur auf mich wirken lassen, da wir praktisch draußen leben. Den Pinienduft von einer Reise an den französischen Atlantik habe ich immer noch in der Nase, so intensiv haben wir das erlebt. 

Man muss an neue Orte gehen, wenn man etwas Neues erleben will. Auf einer Reise nach Südafrika hat mich eine Kirche ganz besonders beeindruckt. Hinter dem Altar gab ein großes Glasfenster den Blick auf die wundervolle Landschaft frei. Die Menschen dort haben verstanden, dass sie so besonders gut die Größe Gottes zeigen können. 

Oase vor der Haustür – Sabine Slawik, stellvertretende Landesvorsitzende und Vizepräsidentin des KDFB:

Meinen Lieblingsort habe ich Amira zu verdanken, dem Beagle-Mischling, den eine meiner Töchter bei uns gelassen hat, als sie nach dem Abitur nach Neuseeland reiste. Jahrelang schlummerten die Wertach und das dazugehörige Gögginger Wäldchen sozusagen unentdeckt vor meiner Haustür. Doch erst als ich gezwungen war, mit dem Hund dort zweimal am Tag unterwegs zu sein, habe ich diesen Platz lieben gelernt. 

Das Charmante an diesem Lieblingsort ist, dass er jederzeit zu Fuß erreichbar ist. Dabei fasziniert es mich immer wieder, dass ich von der Hauptverkehrsstraße komme und schon nach wenigen Minuten das Gefühl habe, mitten in der Natur zu sein. Seit die Wertach vor einigen Jahren renaturiert wurde, ist es noch schöner. Viele Wegstücke führen nun direkt am Wasser entlang. Ich kann nicht in meinem Tempo gehen, weil der Hund mal hier und mal dort schnuppert und mich so zum Entschleunigen zwingt. Das erlebe ich als große Bereicherung. Es bleibt genug Zeit, um sich die Felsen, Kiesbänke und Staustufen anzusehen, um den Wandel der Jahreszeiten mitzuerleben, um wahrzunehmen, wie gut die Kühle des Wäldchens an heißen Sommertagen tut. Im Sommer, wenn auf den Inseln viele Studenten tagsüber sonnenbaden oder abends am Lagerfeuer sitzen, hat das Ganze fast südländisches Flair. Bei stürmischem Wetter, wenn einem der Wind entgegen bläst, fühlt man sich wie am Meer. Ich bekomme dort den Kopf frei vom vollgepackten Frauenbunds- und Familienalltag. Diese Zeit genieße ich sehr bewusst. Somit ist es ein Kraftort geworden. Und wenn ich mal mit einem Familienmitglied oder Freunden dort unterwegs bin, dann kehre ich auch gerne ein: Die Kulperhütte mit dem dazugehörigen Biergarten ist eine schöne Anlaufstelle. Wenn Amira allerdings mal nicht dabei ist, dann mache ich mich auch gerne auf den Weg zu meinem zweiten Lieblingsort in der Nähe: die lichtdurchflutetete Moritzkirche in der Augsburger Innenstadt.

Im Wind der Nordsee – Karin Schlecht, Diözesanvorsitzende Regensburg:

 Ich liebe das Wasser in all seinen Erscheinungsformen, aber besonders wohl fühle ich mich an der Nordsee. Nichts ist schöner, als auf einer Nordseeinsel in den Dünen zu sitzen, aufs Meer zu blicken, die Sonne zu spüren und den Wind – und dann den Geruch der Meeresluft ganz tief einzuatmen. Eigentlich ist es ein wenig seltsam, dass ich dort den Wind so liebe. Denn unser Haus in Kösching bei Ingolstadt liegt auf einem Hügel, und der ständige Wind dort stört mich eher. Mein Herz habe ich schon vor zwanzig Jahren an die Nordsee verloren. Wir bekamen damals einen Campingbus von Freunden und fuhren entlang der Ost- und der Nordsee. Und dann war klar, es muss die Nordsee sein. Für mich hat das Meer dort eine ganz große Kraft, und auf Wasser zu schauen beruhigt. Dort den Gedanken nachzuhängen ist die beste Auszeit für mich. Vor Kurzem habe ich mir sogar überlegt, dass eine Woche ganz allein auf einer Hallig wunderbar wäre. Und sogar die Vorstellung, dass dann ein Sturm kommt und man der Gewalt der Natur ausgesetzt ist, könnte mich nicht schrecken. Auch die Sturmwochen im November würden mich einmal reizen, doch da ist im Frauenbund immer sehr viel los. Im Norden lasse ich mich, wie in jeder fremden Umgebung, ganz auf das Neue und die Besonderheiten ein. Zu Hause trinke ich Kaffee, aber an der Küste schmeckt mir der Tee. Und wenn ich frischen Fisch bekomme, habe ich auch vierzehn Tage lang keinen Appetit mehr auf Fleisch. Wichtig ist es mir, dass die Urlaubsinsel einen Sandstand hat. Da entlangzulaufen, das hat mir sowohl in Sylt wie auf Föhr besonders gut gefallen. Und wer ruhige Plätze bewusst sucht, findet auch im höchsten Urlaubertrubel stille Flecken.

Die Farben der Toskana – Ulrike Stowasser, Diözesanvorsitzende Augsburg:

Mein Lieblingsort ist San Gimignano in der Toskana. Es zieht mich mindestens alle zwei Jahre dorthin. Wenn ich ankomme, ist es wie ein Heimkommen. Ich kann mich nicht sattsehen an der Landschaft. Um Pfingsten herum ist es das Grün und im Sommer sind es die Brauntöne der abgeernteten Felder, die eine unglaubliche Kraft ausstrahlen. Das fasziniert mich, und im Schauen komme ich zur Ruhe. In den mittelalterlichen Gassen von San Gimignano fühle ich mich geborgen wie in meiner Heimatstadt Nördlingen, in der ich bis heute lebe. In der alten Reichsstadt Nördlingen sind es unter anderem die noch intakte Stadtmauer und das viele Fachwerk, das mir dieses heimelige Gefühl vermittelt. San Gimignano liegt auf einem Hügel und war durch die weiten Ausblicke in die Landschaft auch sicher vor herannahenden Feinden geschützt. Auf jeden Fall geben mir beide Orte das Gefühl von Geborgensein. Vor elf Jahren war es, dass wir bei unserem Familienurlaub über den Gardasee hinaus bis in die Toskana kamen. Wenn wir hier sind, mieten wir uns immer eine Ferienwohnung und fallen bald in einen sehr entspannten Rhythmus zwischen Tagesausflügen und Ruhetagen, an denen wir nur den Ort genießen. Und das mit allen Sinnen. San Gimignano ist für seinen wunderbaren Weißwein berühmt. Und es macht viel Spaß, durch die schmalen Gassen zu schlendern, da mal eine Olivenölprobe zu genießen oder auf einem kleinen Platz zu sitzen, Cappuccino zu trinken und das Treiben der Menschen zu beobachten. Ganz schnell fällt dann von mir das Gefühl des Eingespanntseins in einen engen Zeitplan ab und ich genieße es, einfach nur da zu sein.

Protokolle: Anne Granda und Claudia Klement-Rückel
aus: KDFB Engagiert – Die Christliche Frau 7/2016

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