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Tipps für die trübe Zeit

Genießen Sie die Herbstfarben!

Melancholie, Einsamkeit, Rückzug: In Herbst und Winter ist es ganz natürlich, die Energie etwas zurückzufahren. Die trübe Stimmung in der Natur schlägt sich auch aufs Gemüt nieder. Da hilft nur: gegensteuern!

In der kalten Jahreszeit sind die Menschen messbar schlechter gestimmt als im Sommer. Jedenfalls diejenigen, die in Regionen leben, die unterscheidbare Jahreszeiten kennen. Das ist wissenschaftlich belegt und hängt unter anderem mit der Körpertemperatur zusammen. „Obwohl der menschliche Organismus immer bestrebt ist, die Temperatur auf gleicher Höhe zu halten“, erklärt Schlafforscher Jürgen Zulley, „senken ständig niedrige Außentemperaturen wie in echten Wintern auch die Körpertemperatur – minimal, aber messbar.“ In dem Buch, das Zulley gemeinsam mit der Psychotherapeutin Barbara Knab geschrieben hat, machen die Autoren klar: Dort, wo es Jahreszeiten gibt, ist die Körpertemperatur der Menschen in Herbst und Winter niedriger als sonst, am niedrigsten im November, besonders ausgeprägt ist der Unterschied zwischen Sommer und Winter bei den Frauen. Und wer sich im Winter zu lange ungeschützt draußen aufhält und dabei auskühlt, benötigt mehr Zeit als in Frühjahr und Sommer, um sich wieder aufzuwärmen. 

In der kalten Jahreszeit tut nicht nur Wärme gut, um Stimmung und Wohlbefinden aufzuhellen: Die folgenden neun Tipps haben sich im Alltag bewährt. 


1. Genießen Sie warme Herbstfarben!

Bereits Goethe geht in seiner Farbenlehre davon aus, dass Gelb, Orange und Zinnoberrot heiter und aktiv machen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Rot für den Menschen wie eine Art Signalfarbe wirkt. Evolutionsforscher vermuten, dass es für Vor- und Frühmenschen von Vorteil war, reife rote Früchte auf Anhieb zu erkennen. In der Inneneinrichtung ist es allerdings nicht sinnvoll, Rot verschwenderisch einzusetzen – im Übermaß kann die Farbe aggressiv machen. Deshalb: Setzen Sie farbige Akzente in Ihrer Umgebung maßvoll, wenn Sie sich in Ihren Räumen wohlfühlen wollen. Das hebt die Stimmung, macht Sie aber nicht streitbar. Warum nicht den Esstisch mit einer Schale gefärbter Blätter dekorieren?

2. Tanken Sie Licht!

Weil die Nächte im Herbst länger werden und sich die Intensität der Sonne am Tag abschwächt, bekommen die Menschen weniger Licht. Lichtmangel kann zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit führen. Auch die Stimmung wird beeinträchtigt. Deshalb: Nichts wie raus an die frische Luft. Reicht das nicht, so kann Ihnen vielleicht eine Lichttherapielampe helfen. Besprechen Sie die Dosierung mit Ihrem Hausarzt. Vielleicht ist es schon hilfreich, sich morgens 30 Minuten einer Leuchtstärke von 1.000 Lux auszusetzen.

3. Unter Leute gehen macht Spaß

Rückzug im Winter ist gut und schön, Leute zu treffen macht aber mehr Spaß. Machen Sie sich eine Liste mit Menschen, denen Sie gerne wieder begegnen wollen. Und reservieren Sie einen Abend in der Woche für diese Treffen. Am besten, Sie gehen aus dem Haus und unter Leute! Das ist anregender und macht weniger Arbeit als eine Einladung zu Hause.

4. Holen Sie sich Rat bei der geistigen Hausapotheke 

Gibt es ein Gedicht oder ein Gebet, ein Foto oder eine kleine Geschichte, die Sie stärkt in belastenden, dunklen oder unruhigen Zeiten? Wie wäre es, mit anderen Frauen im Rahmen eines Frauenfrühstücks oder bei einem Nachmittagskaffee mit Kerzenschein die Freude an der Lieblingstextstelle oder an einem schönen Lied zu teilen? Welche Bilder, Kunstpostkarten oder Zeitungsausschnitte haben Sie an Ihrer Pinnwand, die Sie im­mer wieder gerne anschauen? Und warum? Auch Bücher, die aufbauen, könnten bei dem Treffen vorgestellt werden. Egal, was Ihnen Kraft gibt, andere Frauen freuen sich über aufbauende Impulse in der dunklen Zeit.  

5. Segeln Sie mal hart am Wind

Wenn Ihnen der kalte Wind um die Ohren pfeift, ist es Zeit, einen Drachen steigen zu lassen. Nehmen Sie ein Kind mit und geben Sie ihm Ihre Kindheitserinnerungen weiter. Das ist für beide ein schönes Erlebnis und bewirkt außerdem, dass Ihr Kreislauf in Schwung kommt. 

6. Holen Sie sich gute Laune von innen

Wer schon weiß, dass er in der trüben Jahreszeit mit gedrückter Stimmung rechnen muss, kann rechtzeitig gegensteuern. Es gibt eine Reihe von pflanzlichen Mitteln, die man bereits zu Herbstbeginn einnehmen kann. Naturheilkundler empfehlen zum Beispiel Johanniskrautextrakt. Auch mit Vitamin-D-Tabletten und gesunder Ernährung lässt sich gegensteuern. Und warum kochen Sie sich nicht mal ein Lieblingsessen, das Sie aus Ihrer Kindheit kennen? Dampfnudeln zum Beispiel? Laden Sie die Nachbarin ein und genießen Sie die Wärme von innen.  

7. Erwarten Sie nicht zu viel auf einmal

Wer auf dem Land aufgewachsen ist, weiß: Das Leben wird geprägt von Jahreszeiten. Im Dorf ließ man es früher im Winter ruhiger angehen. Es standen weniger harte Arbeiten an. Moderne Städter gehen jedoch davon aus, dass ihre Leistungsfähigkeit übers Jahr hinweg konstant bleibt. Das geht aber nicht – schon gar nicht beim Schein der Bürolampe allein. Schwankungen der Stimmung und Energie sind normal. Ärgern Sie sich al­so nicht, wenn Sie im Winter weniger leistungsfähig sind. 

8. Tun Sie doch einfach, was ansteht

Wenn die Abende länger werden, ist es Zeit, Dinge zu erledigen, die im Sommer liegen geblieben sind. Um nicht in Stress zu geraten, ist es am besten, sich nur ein Projekt auf einmal vorzunehmen. Wie wäre es, ein Fotoalbum vom vergangenen Jahr zu ge­stalten? Oder einen?Kalender fürs kommende Jahr? Oder den Korb mit Socken zu stopfen? Oder einen wärmenden Schal zu stricken?

9. Nicht vergessen: Auch mal faulenzen!

Wann haben Sie zuletzt hemmungslos gefaulenzt? Vor zwei Jahren, als Sie die Grippe hatten? Lassen Sie nicht noch mal so viel Zeit verstreichen, um sich eine Auszeit zu gönnen. Was Sie dafür brauchen? Eigentlich nichts Besonderes. Eine warme Decke, einen bequemen Sessel, einen Kräutertee, ein paar Honigbrote, ein warmes Bad mit Kerzenschein, ein Lieblingsbuch, einen Film. Ihnen fällt nichts ein? Dann lassen Sie sich vom Angebot der Mediatheken inspirieren. Der deutsch-französische Sender Arte bietet interessante Tierfilme und Reportagen aus aller Welt. 

Redaktion: Eva-Maria Gras
aus: KDFB Engagiert – Die Christliche Frau 11/15