KDFB

Liebe Leserinnen und Leser,

seit seiner Gründung 1903 übernehmen die Frauen des KDFB gesellschaftliche und politische Verantwortung aus christlicher Überzeugung. Das Engagement für die Gleichberechtigung von Frauen, soziale Gerechtigkeit, freie Meinungsäußerung, verantwortliche Mitgestaltung in Politik, Gesellschaft und Kirche sowie die Forderung nach einem Frauenwahlrecht waren für die Gründerinnen unseres Verbandes, die von der damaligen Frauenbewegung inspiriert waren, handlungsleitend.

Als am 12. November 1918 das aktive und passive Wahlrecht für Frauen ausgerufen wurde, setzte sich der Frauenbund mit sehr viel Energie dafür ein, dass Frauen am 19. Januar 1919 zur Wahl gingen und sich zur Wahl stellten. Sein Engagement hatte Erfolg, denn zum einen war die Wahlbeteiligung von Frauen hoch, zum anderen wurden 37 Frauen in die Nationalversammlung gewählt – sechs davon waren Frauenbundfrauen.

Welch ein Erfolg!

100 Jahre Frauenwahlrecht – das ist mehr als ein Gedenktag. Es ist die Aufforderung, sich an Wahlen zu beteiligen und aus Frauensicht politisches Geschehen mitzugestalten. In Bayern und Hessen finden in wenigen Wochen Landtagswahlen statt. Die Europawahl ist für 2019 vorgesehen. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Gesellschaft zerrissen und polarisiert ist, die Sprache in Auseinandersetzungen zu verrohen droht und Menschen Sorge und Angst vor der Zukunft haben, kommt es auf uns an, Haltung zu zeigen und sich in politische Diskussionen einzumischen. Farbe bekennen für die Demokratie, für Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit.

Wir können viel bewegen, wenn wir es wollen.

Das betrifft auch unser Engagement in der diesjährigen KDFB-Spendenaktion zugunsten albanischer Frauen und Mädchen, die Opfer von Menschenhandel, sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt geworden sind. Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere Spenden zum Zeichen der Solidarität werden und die Betroffenen konkrete Hilfen erhalten, damit sie neue Perspektiven für ihr Leben finden können.

Zahllose Fälle sexuellen Missbrauchs weltweit erschüttern die katholische Kirche seit Jahren – in den vergangenen Wochen erneut in Deutschland. Der Papst hat jetzt die Bischöfe aus aller Welt zur Beratung nach Rom einberufen. Der Missbrauch von Jungen und Mädchen durch Priester und Ordensleute steht der Lehre Jesu Christi fundamental entgegen. Es ist höchste Zeit für konsequentes Handeln.

Herzliche Grüße

Ihre Maria Flachsbarth

Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes

 

 

 

 


Dr. Maria Flachsbarth

KDFB-Präsidentin