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Nachhaltige Festtage

Beim Christbaumkauf auf Nachhaltigkeit achten. Foto: fotolia

Zu Weihnachten ein Öko-Baum

Noch nie wurden in Deutschland so viele Weihnachtsbäume verkauft wie 2016: 29,5 Millionen, das waren 200.000 mehr als im Jahr zuvor. Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie meldete, dass die Nachfrage nach ungespritzten Bäumen aus naturbelassenen Wäldern gestiegen sei.

Doch Maike Wanders von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bedauerte: „Ein Bio-Hype wie bei Lebensmitteln ist bei Weihnachtsbäumen bislang ausge­blieben.“ Der weitaus größte Teil der in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume stamme aus konventionellem Plantagenanbau. In der Regel werden sie dort mit Insektiziden gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus behandelt. Hinzu kommen Herbizide wie Glyphosat sowie Mineraldünger für gleichmäßigen Wuchs und intensive Grün- oder Blaufärbung.  

Rudolf Fenner von der Naturschutzorganisation Robin Wood sieht darin eine ernorme Belastung von Böden und Gewässern, denn 80 Prozent der in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume stammten aus Plantagen. Rudolf Fenner rät zum Kauf von Ökobäumen. Sie sind an den Siegeln der anerkannt ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe zu erkennen: Naturland, Bioland, Demeter oder Biokreis. Auch das EU-Bio-Siegel und das forstliche FSC-Zertifikat ist ein Wegweiser. Robin Wood veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit den aktuellen Adressen der Verkaufsstellen für Ökoweihnachtsbäume.

Zu beachten ist, dass das „Fair Trees“-Label für Nordmann-Tannen für sich allein genommen keine Ökoqualität bestätigt. Es verweist auf eine dänische Initiative, die sich für die Verbesserung der sozialen Arbeits- und Lebensbedingungen der Zapfenpflücker in Georgien einsetzt. Von dort stammt das Saatgut für Nordmann-Tannen.

Das von Waldbesitzerorganisationen und der Forstindustrie entwickelte PEFC-Forstlabel lasse ausdrücklich den Einsatz von Pestiziden zu, so Rudolf Fenner. Und das von vier großen sauerländischen Weihnachtsbaum-Produzenten erdachte und als ökologisch ausgelobte Label „Fair Forest“ sei Kundentäuschung pur. Es gibt inzwischen bundesweit über 300 Verkaufsstellen für unter ökologischen Standards herangewachsene Christbäume. 

Sollte es trotzdem schwierig sein, einen zertifizierten Öko-Christbaum zu finden, dann sei die Wahl eines Baumes aus der Region eine Alternative, am besten einen zum Selberschlagen beim nächstgelegenen Waldbetrieb, so Fenner. So lasse es sich vermeiden, ungewollt einen weit gereisten und damit ökologisch fragwürdigen Baum aus Dänemark, Ungarn oder Österreich nach Hause zu tragen.

Autorin: Anne Granda
aus: KDFB Engagiert – Die Christliche Frau 12/2017

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