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Hilfe, mein Büro bedroht mich

Papierflut, E-Mails im Minutentakt, Termine im Überfluss – wer da noch den Überblick wahren will, muss kämpfen. Sich in der Informationsgesellschaft zu behaupten, will gelernt sein.

Im Grunde ist es eine Überlebensfrage: Wer behält die Oberhand? Das Papier, die E-Mail, das Telefon oder ich, der Mensch, der am Schreibtisch sitzt?Montagmorgen, 9.30 Uhr. Die Woche kommt gerade erst in Schwung. Es sieht schlecht aus für mich. Der Gegner hat meine Abwesenheit genutzt und sich schier übermächtig in Stellung gebracht: 27 E-Mails erwarten mich. Die, die der Computer als Werbung erkannt hat, noch gar nicht mitgezählt. Der Anrufbeantworter blinkt alarmierend. Und schon wieder klingelt das Telefon. Die Post vom Samstag lauert im Eingangskorb. Und ständig kommen neue Aufgaben auf mich zu. Mein Freund, der PapierkorbEs fällt mir schwer,  die Woche zu beginnen. Weil das so ist, habe ich ein Montagsritual entwickelt: erst ein Tässchen mit pechschwarzem Espresso. Dann spitze ich die Lippen, pfeife eine Fanfare und stürze mich ins Getümmel. Mein Ziel ist es, nicht unterzugehen. Meine schärfste Waffe ist die Lösch-Taste, mein eifrigster Helfer der Papierkorb. Der Schreibtisch gleicht jetzt einem Schlachtfeld. Ein Gerangel ist im Gange. Ich kenne keine Gnade. Überflüssige Nachrichten fliegen raus, andere werden in die Ablage verwiesen, einige, nur ganz wenige, lade ich ein, mir zu dienen. Ja, ich weiß, ich kämpfe auf verlorenem Posten. Niemals wird der Gegner nachlassen, kann er doch jederzeit auf Nachschub vertrauen. Eine Pause legt er nur an hohen Feiertagen ein. Und ich kämpfe allein gegen die Datenflut. Dennoch: Es ist eine Frage der Ehre, sich nicht unterkriegen zu lassen. Auf in den Kampf!    Eva-Maria GrasKDFB Engagiert-Die Christliche Frau, Ausgabe 3/2014

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