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Gelassenheit ausbalancieren

Lassen Sie diese Übungen zur Gewohnheit werden


Üben, üben, üben“, empfiehlt Alexandra Bischoff. Sie begleitet als persönlicher Coach und in Seminaren Menschen, die versuchen, mehr Gelassenheit in ihrem Leben zu finden. Ihre Aufforderung zu üben läuft dem Ziel, gelassener zu werden, nicht entgegen. Die Übungen sind kein Drill, sondern sollen stärken und ausbalancieren. Alexandra Bischoff weiß aber, dass jede neue Verhaltensweise dreißigmal regelmäßig wiederholt werden muss, bis sie wie von selbst klappt. Das heißt, erst dann hat sich im Gehirn das Neue eingeprägt und ist zur Gewohnheit geworden. 

Doch was kann man üben, um gelassener zu werden? In ihrem Buch „Ich wünsche mir Gelassenheit. Ein Balancierkurs für die Seele“ hat Alexandra Bischoff Einheiten zusammengestellt, die auf Körper, Geist und Seele zielen. Es lädt ein, möglichst viel auszuprobieren: Wahrnehmungsübungen, Fantasiereisen, einfache Körperbewegungen, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sind dabei. Jeder soll sich das herauspicken, was ihr oder ihm guttut. 

 

Ohrmassage

Hallo wach! Einen Kick wie von einem kleinen Espresso bekommen Sie in kürzester Zeit, wenn Sie Ihre Ohren massieren: gleichzeitig auf beiden Seiten mit den Daumen und Zeigefingern erst den Innenbereich, dann die Ohrrückseite, danach die Ohrläppchen und zuletzt den Ohrenrand reiben. Die Ohren werden dabei zunächst richtig heiß und bestimmt auch rot. Noch mehr aktiviert es Sie, wenn Sie abschließend die Ohren mit den Händen schnell vor- und zurückschlackern oder flattern lassen.

 

Der Wohlfühlraum

Malen Sie sich in Gedanken einen Raum aus, der all das enthält, was Sie brauchen und gernhaben, um sich optimal entspannen zu können und zu Kräften zu kommen.

  • Welche Materialien und Farben finden sich?
  • Gibt es in dem Raum unterschiedliche Bereiche, etwa zum Träumen, zum Schlafen, zum Nachdenken, zum Lesen?
  • Wonach duftet es in Ihrem Rückzugsraum? Vielleicht unterschiedlich in den verschiedenen Bereichen?
  • Gibt es Blumen oder Grünpflanzen im Raum? In welchen Farben und Formen, mit welchen Düften?
  • Welche Genüsse zum Essen und Trinken stehen für Sie bereit?
  • Welche Musik wartet auf Sie? Wenn Sie entspannen wollen? Wenn Sie angeregt werden wollen?
  • Wie ist die Raumtemperatur? Flackert vielleicht ein Kaminfeuer oder brennen Kerzen?
  • Welche Lichtquellen gibt es? Können Sie sie regulieren?
  • Was gibt es noch alles zu entdecken?
  • Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Und zur Erinnerung halten Sie Ihren wunderschönen Wohlfühlraum mit einem Bild oder auch mit mehreren fest. Damit erinnern Sie sich auch später an die Details.

 

Inneres Lächeln

Stellen, setzen oder legen Sie sich bequem hin. Wenn Sie mögen, schließen Sie die Augen. Ihr Atem geht ruhig. Nun schicken Sie in Gedanken nacheinander in alle Körperbereiche ein schönes Lä­cheln. Der Ablauf könnte sein:

  • Gesicht, Kopf- und Halsbereich
  • Rücken, Po
  • Oberschenkel, Knie, Unterschenkel
  • Füße mit allen Gelenken, jeder einzelne Zeh
  • Bauchbereich mit allen Organen
  • Brustbereich, Schultern
  • Oberarme, Ellbogen, Unterarme
  • Hände mit allen Gelenken, jeder einzelne Finger

Und ein Extralächeln geht an den Körperteil, dem es heute nicht so gut geht.

Merken Sie die wohltuende Wirkung? Hat diese Übung sogar ein echtes Lächeln auf Ihrem Gesicht hinterlassen?

 

Einschlaf-ABC

Gehen Sie anhand des Alphabets Ihnen angenehme Begriffe durch: Was mögen Sie gern (vielleicht Abendrot, Bücher, Cookies...)? Oder eingeschränkter und dadurch kniffliger: Was essen Sie gern? Was riechen Sie gern? Davon kann man viele weitere Varianten entwickeln: Namen von Menschen, die Sie gern haben, Orte, die Ihnen gefallen, und so weiter. Sie schlafen währenddessen bestimmt mit einem wohligen Gefühl ein.

 

Die Tropfkerze

Stellen oder setzen Sie sich bequem hin. Schließen Sie die Augen, wenn Ihnen das angenehm ist. Sie sind jetzt eine wohlriechende, farbige Tropfkerze. Ihr Kopf ist eine Kerzenflamme, die beweglich auf dem Docht, Ihrem Hals, flackert. An Ihrem Körper läuft von oben nach unten das Wachs ab, mit jedem Ausatmen mehr... Ihre Arme sind schwer, es tropft von Ihren Fingern... Je tiefer Ihre Körperregion liegt, desto breiter fühlt sie sich an... Sie spüren, wie Ihnen warm wird... Sie leuchten von innen...  Sie genießen dieses Gefühl warmer Schwere...

Um wieder richtig wach zu werden, bewegen Sie erst die Hände und Füße. Räkeln Sie sich anschließend in alle Richtungen und öffnen Sie am besten erst dann die Augen.  

 

Übungen aus: 

Alexandra Bischoff: Ich wünsche mir Gelassenheit. Ein Balancierkurs für die Seele, Ellert & Richter Verlag, 2013, 12.95 Euro. 

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