KDFB

Für die Trauer Worte finden

Die Totengedenktage im November erinnern daran, wie schnell jeder von Abschied und Trauer betroffen sein kann. Bücher können zu hilfreichen Begleitern in Trauerzeiten werden. 

Trauer braucht Zeit: Wenn ein Mensch in Trauer nach Worten und Bildern für seine Gefühle sucht, entstehen Texte und Fotos von Erfahrungen, die anderen Trauernden vertraut sind. Das Wiedererkennen des gleichen Schmerzes kann tröstlich sein. Die Bilder und Texte des Bändchens Trauer braucht Zeit sind im Trauerprozess um geliebte Menschen entstanden. Der Gründer des Schwabacher Arbeitskreises „Begleitung auf Trauerwegen“, der Pfarrer im Ruhestand Werner Strekies, und das jetzige Leitungsteam des Kreises, Elisabeth Ruf und Gerda Gebhardt, haben es herausgebracht. Ruf und Gebhardt konnten dabei ihre Erfahrungen aus dem KDFB-Ausbildungskurs zur Trauerbegleitung einfließen lassen. Die kurzen Texte sind auf die Fotos bezogen und laden dazu ein, die Natur und einzelne Gegenstände genau zu betrachten. So können Momenten des Erinnerns, Trauerns, Fragens, aber auch der Hoffnung auf Neubeginn entstehen. Immer wieder ermutigen die Texte, sich die nötige Zeit für den Weg durch die Trauer zu nehmen.

Leben ohne dich: Durch ein ganzes Trauerjahr will die Klinikseelsorgerin Beate Schlumberger mit ihrem Buch Leben ohne dich begleiten. Auch sie kombiniert kurze Texte mit Fotos. Zu Anfang beleuchtet sie die Unfassbarkeit des Geschehens, die Wut, den Schmerz, die Lähmung durch die Trauer und formuliert nur sehr vorsichtig Gedanken, die von einer versöhnten Rückschau sprechen und beschreiben, wie der Verlust ganz langsam erträglich wird. 

Für immer anders: Entlastung für Familien in Tagen der Trauer bietet das Hausbuch Für immer anders von Mechthild Schroeter-Rupieper. Die Trauerbegleiterin geht auf die zahlreichen Anlässe von Trauer ein – vom Tod von Angehörigen über den Tod eines Haustiers bis zum Abschied durch Scheidung. Sie erläutert die unterschiedlichen Trauerreaktionen und gibt praktische Hilfe, wie Familien Erinnern gestalten und zum Leben zurückfinden können. 

In dem Familientrauerkalender Gemeinsam trauern – gemeinsam leben gibt Mechthild Schroeter-Rupieper jeden Monat Tipps, um einen gemeinsamen Weg durch die Trauer zu finden.

Keine Angst vor fremden Tränen: Auch wer nur indirekt vom Thema Trauer betroffen ist, kann Schwierigkeiten ha­ben, damit umzugehen. Kompetenten Rat findet man im Buch von Chris Paul Keine Angst vor fremden Tränen! Die Sozialpsychologin und Leiterin eines Trauerinstituts hat darin Tipps zusammengestellt, wie Anteilnahme gelingt. Dabei geht sie auf die unterschiedlichen Befürchtungen ein, die durch die Begegnung mit Trauernden ausgelöst werden. Am Schluss des Bandes beantwortet sie häufig gestellte Fragen wie zum Beispiel: Was mache ich, wenn jemand weint, wenn jemand immer dasselbe erzählt oder wenn es mir selber schlecht geht? 

Eines Tages ein Regenbogen: Wer Trost in Texten von großen DichterInnen wie Hilde Domin oder Rainer Maria Rilke finden will, hat in dem Buch Eines Tages ein Regenbogen eine Auswahl, die die Stuttgarter Hospizleiterin Angelika Daiker zusammengestellt hat. Die Texte bieten Begleitung von der Zeit des Begräbnisses bis an den Punkt, wo Trauernde sich über einen Regenbogen wieder freuen können.  

Anne Granda