KDFB

In neuem Glanz

Ein besonderer Ort für Frauen ist die frisch renovierte Frauenfriedenskirche auch nach ihrer Wiedereröffnung. Foto: Franziska Baumgartl

Die Frauenfriedenskirche in Frankfurt ist fest verbunden mit dem Frauenbund. Sie entstand auf Initiative von Hedwig Dransfeld, die von 1912 bis 1925 KDFB-Präsidentin war. 2018 musste die Kirche  wegen Renovierung und Sanierung geschlossen werden. Ende November wird sie wiedereröffnet und strahlt in neuem Glanz, auch dank der Unterstützung von Frauenbundfrauen.    

 

Die Frauenfriedenskirche ist die einzige Kirche in Deutschland, die von katholischen Frauen initiiert und finanziert wurde. Hedwig Dransfeld entwickelte 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, ihre Vision einer Wallfahrtskirche, die ein Gedächtnismal für die Gefallenen des Krieges sein sollte. Sie wollte einen Ort schaffen, an dem Frauen um den Frieden in der Welt beten. Dieser Gedanke, entstanden aus ihrer tiefen Verwurzelung im Glauben, trieb sie an. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass sich 18 katholische Frauenorganisationen entschlossen, den Bau der Frauenfriedenskirche zu tragen und zu fördern. 1929 wurde die Kirche geweiht, seitdem ist sie Wallfahrtsziel unzähliger Frauenbundfrauen. Sie geben an diesem spirituellen Ort des Friedens und der Versöhnung ihrem Glauben und der Gemeinschaft Raum. Ebenso ihren Ängsten, Sorgen, Befürchtungen. Sie beten für ein friedliches Miteinander weltweit, für ein Leben in Freiheit, Solidarität und Sicherheit, für das Ende von Gewalt, Terror und Konflikten.

 

5000 Frauenbundfrauen pilgerten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankfurt

 

Seit über 90 Jahren ist die Frauenfriedenskirche mit dem Friedensengagement des KDFB verbunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947, pilgerten über 5000 Frauen nach Frankfurt und legten ihren verborgenen Schmerz und ihre Hoffnung auf ein friedliches Leben in einer noch ungewissen Zukunft vertrauensvoll vor die Pieta in der Krypta.

Weitere große Wallfahrten zum 70-jährigen Bestehen der Frauenfriedenskirche (1999) und zum 100-jährigen Bestehen des Frauenbundes (2004) machten die Verbundenheit untereinander ebenso deutlich wie das Engagement für dauerhaften Frieden. Seitdem steht im Ehrenhof der Frauenfriedenskirche der Friedensengel Gabriella, umgeben von Säulen mit 1500 eingravierten Namen von Gefallenen im Ersten Weltkrieg und von Hunderten duftenden Rosen. Die Frauenfriedenskirche, ein Stein gewordenes Symbol für den Frieden, ist ein monumentaler Kirchenbau im Bauhausstil, geschaffen von dem Stuttgarter Architekten Hans Herkommer. Der Innenraum ist von Licht, intensiven Farben sowie klaren Linien geprägt. Vieles bleibt nach der Sanierung erhalten, zum Beispiel die Mosaikwand mit der Darstellung heiliger Frauen im Altarraum oder die zwölf Meter hohe Mosaikstatue der Friedenskönigin über dem Hauptportal.

 

Ursprüngliche Farbtöne leuchten wieder

 

Bei der Renovierung wurde Wert auf die Wiederherstellung ursprünglicher Farbtöne gelegt. „Aus alten Rechnungen und Untersuchungen unserer Restauratorin wissen wir, dass die Kirche teilweise in stark leuchtenden Farben gestaltet war – in Pompejanisch-Rot, Türkisgrün, Kobaltblau und Gold“, so Franziska Baumgartl, Vorsitzende des 2017 gegründeten Freundeskreises Frauenfrieden, der sich engagiert um die Sanierung und um dringend notwendige Spenden kümmert.

Die Frauenfriedenskirche strahlt wieder und lädt Frauenbundfrauen ein, sich zu ihr auf den Weg zu machen. Die Kirche dient so auch in Zukunft als eine Kraftquelle, als Ort des Gebetes für Frieden und Gerechtigkeit und als Ort der Begegnung und Zusammengehörigkeit.

 

aus: KDFB engagiert 11/20
Autorin: Ute Hücker